Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Gas in Hannover wird billiger
Hannover Aus der Stadt Gas in Hannover wird billiger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 01.11.2015
Von Jens Heitmann
Quelle: Archiv
Anzeige
Hannover

Enercity hatte die Tarife zuvor 36 Monate lang stabil gehalten, obwohl die Großhandelspreise für Gas in der Zwischenzeit deutlich gesunken sind.

Für Strom müssen Enercity-Kunden von Januar an 1,9 Prozent mehr bezahlen. Für Haushalte mit einem Verbrauch von 2500 Kilowattstunden im Jahr ergibt sich daraus eine Mehrbelastung von 1,24 Euro im Monat. Als Grund für die Anhebung nennen die Stadtwerke höhere Belastungen durch die Förderung Erneuerbarer Energien, die auf die Netzentgelte durchschlagen. Durch den deutlichen Preisverfall an der Strombörse habe man nur einen Teil dieser Kostensteigerungen auffangen können, sagte Westerholz.

Anzeige

Auch Wasser wird teurer. Vom nächsten Jahr an müssen die Verbraucher dafür 1,6 Prozent mehr bezahlen. Für einen durchschnittlichen Verbraucher entstehe daraus eine Mehrbelastung von 21 Cent im Monat. Unterm Strich stehen die Kunden künftig etwas besser da: Wer Gas, Strom und Wasser von Enercity in der Grundversorgung beziehe, spare im Jahr insgesamt 31 Euro, hieß es.

Beim Gaspreis bleibt Enercity hinter den Erwartungen aus der Politik zurück. Die CDU-Vertreter im Aufsichtsrat hatten eine Senkung um mindestens 5 Prozent gefordert – auch unter Verweis auf die stark gefallen Ölpreise, an denen sich die Gastarife lange orientierten. Westerholz aber sagt, diese Preiskopplung gelte heute nur noch für ein Zwanzigstel der von den Stadtwerken eingekauften Mengen. Er zeigte sich überrascht, dass die Stadtwerke Lehrte ihre Gastarife um 15 Prozent senken: „Das wäre bei uns nicht möglich.“

Ohnehin sinke der Einfluss der Versorger auf die Tarife. Steuern, Abgaben und Gebühren für die Leitungsnetze schränkten den Spielraum der Unternehmen immer mehr ein. Beim Strom machten die Bezugs- und Vertriebskosten der Stadtwerke nur noch 27 Prozent des Endpreises aus, beim Gas seien es noch 48 Prozent, sagte Westerholz.

Seit der Marktöffnung Mitte der Neunzigerjahre hat Enercity jeden fünften Gas- und jeden sechsten Stromkunden verloren. Die Wechselbereitschaft der Abnehmer aber hält sich in Grenzen: Der größte Teil bezieht seine Energie weiter im teuersten Tarif, in der sogenannten Grundversorgung. Dabei bieten auch die Stadtwerke Spartarife an. Wer etwa eine Einzugsermächtigung erteilt, seinen Zählerstand selbst abliest und sich zwei Jahre an Enercity bindet, bekommt 5 Prozent Rabatt. Noch günstiger sind die Onlineangebote Web-Strom und Web-Gas: Hier lockt das Unternehmen mit Wechselprämien von jeweils 100 Euro.

Aus der Stadt Gerichtsprozess in Hannover um Wasserschaden - Wer haftet beim Wasserschaden?
29.10.2015
29.10.2015
Tobias Morchner 01.11.2015