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Aus der Stadt Es gibt wieder Herri im Land - Neue Verträge unterzeichnet
Hannover Aus der Stadt Es gibt wieder Herri im Land - Neue Verträge unterzeichnet
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22:08 01.07.2010
Von Sonja Fröhlich
Quelle: Frank Wilde (Archiv)

Wenn im Festzelt Alt-Hanovera beim Schützenfest am Freitagabend ein Fass angestochen wird, kann Herrenhäuser-Chef Manfred Middendorff eine gute Nachricht verkünden: Am Donnerstag hat er die Verträge mit der Lebensmittelkette Edeka erweitert – künftig beliefert die hannoversche Brauerei nicht mehr 100 regionale Märkte, sondern 400 Märkte in Niedersachsen. „Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um unser Geschäft wieder auf eine breitere Basis in ganz Niedersachsen zu stellen“, sagte Middendorff. Darüber hinaus seien mit den Trinkgut-Supermärkten neue Lieferverträge abgeschlossen worden. Zuletzt hatte Herrenhäuser die überregionalen Bierlieferungen zurückgefahren, weil Geld für die Produktion fehlte. Mengen wollte Middendorff nicht nennen. „Entscheidend ist, dass wir im Land wieder vertreten sind.“

Hintergrund für die Expansion ist wohl auch das Insolvenzverfahren, dass das Amtsgericht Hannover jetzt für die Herrenhäuser Brauerei offiziell eröffnet hat. Als Insolvenzverwalter wurde Torsten Gutmann aus Lehrte eingesetzt. Bei der „Planinsolvenz in eigener Verwaltung“ wird Middendorf – unter Aufsicht von Amtsgericht und Insolvenzverwalter – weiterhin die Geschäfte führen. Mit der Eröffnung haben die Mitarbeiter Anspruch auf Insolvenzausfallgeld vom Arbeitsamt für drei Monate. Sämtliche Zahlungsansprüche der Mitarbeiter seien bereits abgegolten, versicherte Middendorff. Ein Wirtschaftsplan soll nun sicherstellen, dass auch die Gläubiger ihre Zahlungen erhalten, darunter Banken, Sozialkassen und Lieferanten. Der Rückstand soll sich allein beim Fiskus auf 4,7 Millionen Euro belaufen – darunter drei Millionen Euro Säumniszuschläge, die mit der Insolvenz wegfallen könnten. Erklärtes Ziel der Brauerei ist es, die Marke und die Arbeitsplätze zu erhalten. Eine erste Voraussetzung ist bereits geschaffen: Die sechs Tochtergesellschaften sind laut Middendorff bereits aufgelöst und unter dem Dach der Brauerei Herrenhausen GmbH zusammengeführt worden.

Geplant ist, das Insolvenzverfahren noch in diesem Jahr abzuschließen, darauf folgte eine Kontrollphase über ein bis drei Jahre.

„Das ist ein steiniger Weg – aber die Zeichen stehen sehr gut für uns“, sagt Middendorff. Insolvenzverwalter Gutmann hatte sich Ende April „vorsichtig optimistisch“ gezeigt, dass die Brauerei nicht veräußert werden muss. Gutmann will sich derzeit nicht öffentlich äußern.

Aber so viel dürfte sicher sein: Das Schützenfest wird den Absatz noch einmal ordentlich ankurbeln.

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