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Aus der Stadt Kirche bietet Wohnraum für Flüchtlinge an
Hannover Aus der Stadt Kirche bietet Wohnraum für Flüchtlinge an
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08:15 06.12.2013
Von Mathias Klein
Foto:  „Wir als Kirchengemeinden sehen uns hier in der Pflicht und versuchen, auf die Flüchtlinge zuzugehen“: Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann.
„Wir als Kirchengemeinden sehen uns hier in der Pflicht und versuchen, auf die Flüchtlinge zuzugehen“: Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann. Quelle: Treblin (Archiv)
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Hannover

Die Kirchengemeinden besäßen Dutzende Wohnungen in der Landeshauptstadt, berichtete Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann. Er erinnerte am Donnerstag in einem Pressegespräch an die „heilige Familie“ mit Maria, Josef und dem Jesuskind, die selbst eine Flüchtlingsfamilie gewesen sei. Es handele sich um ein sehr wichtiges Thema, betonte Heinemann.

Konkret will der Stadtkirchenverband der Stadt Wohnungen vermieten, die diese dann den Flüchtlingen zur Verfügung stellt. Außerdem fordert der Stadtkirchentag die evangelischen Christen auf, sich aktiv an einer „Willkommenskultur“ für Flüchtlinge zu beteiligen. „Eine solche Kultur kann nur gelingen, wenn viele daran mitwirken“, heißt es in dem Papier. „Wir als Kirchengemeinden sehen uns hier in der Pflicht und versuchen, auf die Flüchtlinge zuzugehen.“

Die Resolution, die am Mittwochabend einstimmig verabschiedet wurde, soll am dritten Advent in allen Gottesdiensten der Stadtkirchen verlesen werden, berichtete Heinemann. Anschließend seien die einzelnen Kirchengemeinden aufgefordert zu beraten, wie Flüchtlingen Wohnungen zur Verfügung gestellt werden könnten und wie ihnen von den einzelnen Kirchengemeinden beigestanden werden könnte.

Der Stadtkirchentag appelliert auch an Sportvereine, Bürgerinitiativen und Anwohner, Flüchtlinge nicht auszugrenzen, sondern einzubeziehen. Außerdem müsse die Politik die Rahmenbedingungen für eine gelungene Integration schaffen, heißt es in der Resolution. Dazu gehörten zügige Asylverfahren, schnelle Deutschkurse und die Erlaubnis zu arbeiten.

Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes warnte gestern davor, zwischen den einzelnen Flüchtlingsgruppen Unterschiede zu machen. „Alle sind Menschen“, sagte er. Die rechtliche Beurteilung, ob jemand ein Kontingentflüchtling, ein Asylbewerber, ein Arbeitssuchender aus Osteuropa oder ein Illegaler sei, komme erst an zweiter Stelle.

n  Geldsegen für Rücklagen und Strukturveränderungen: Der Stadtkirchenverband profitiert von der guten finanziellen Lage der Landeskirche, berichtete der Präsident des Stadtkirchentages Gerrit Wolter. Der Kirchenkreis hat deshalb 1,2 Millionen Euro erhalten. Das Geld fließt in die Rücklagen des Stadtkirchenverbandes, allerdings sollen davon 200 000 Euro für „strukturelle Veränderungen“ einzelnen Kirchengemeinden zur Verfügung gestellt werden.

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