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Aus der Stadt Ende der U-Haft für Hanebuth nicht abzusehen
Hannover Aus der Stadt Ende der U-Haft für Hanebuth nicht abzusehen
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00:15 16.08.2013
Von Tobias Morchner
Ende Juli hat die spanische Polizei Rocker-Chef Frank Hanebuth festgenommen. Quelle: dpa
Hannover/Palma

Bis Ende August bewege sich bei den Behörden wegen der Ferienzeit in Spanien sowieso nichts, teilte Götz von Fromberg, der deutsche Rechtsanwalt des 48-Jährigen nach einem Besuch bei seinem Mandanten mit.

Es habe auch schon Fälle gegeben, in denen der Verdächtige bis zu zwei Jahre in U-Haft verbringen musste.

Bei einer Großrazzia auf der Baleareninsel hatten die spanischen Behörden vor drei Wochen mehr als 20 Verdächtige festgenommen – nach HAZ-Informationen befanden sich neben Frank Hanebuth vier weitere Mitglieder des Mallorca Charters der Höllenengel darunter.

In Handschellen auf Mallorca: Der Ex-Chef der hannoverschen Hells Angels, Frank Hanebuth, ist dem Haftrichter auf der Urlaubsinsel vorgeführt worden.

Die Ermittler, die unter anderem von Beamten des Landeskriminalamts Niedersachsen unterstützt wurden, werfen den Verdächtigen Drogenhandel, Erpressung, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Menschenhandel vor. Bislang ist nicht klar, welche konkreten Vorwürfe gegen Hanebuth erhoben werden. „Wir haben noch immer keine Akteneinsicht und das wird auch noch ein Weilchen dauern“, sagt Strafverteidiger von Fromberg. Möglicherweise gehen die spanischen Behörden schlicht davon aus, dass der deutsche Hells Angel, der sich vor einigen Wochen zum Präsidenten des mallorquinischen Rockerklubs wählen ließ, von allen Machenschaften der Mitglieder gewusst haben muss.

Eine gute halbe Stunde lang hat von Fromberg am Dienstag mit seinem Mandanten im Zentralgefängnis der Inselhauptstadt sprechen können. Dort sitzt der 48-Jährige in Einzelhaft, darf keinen Kontakt zu den übrigen Insassen haben. „Er macht einen guten Eindruck, lernt in der Zelle Spanisch, treibt so oft es geht Sport“, erklärt der Rechtsanwalt. Weiterhin streite sein Mandant alle Vorwürfe ab. „Er geht vielmehr davon aus, dass das Landeskriminalamt eine große Rolle im Hintergrund gespielt hat“, sagt von Fromberg.

Für Mittwoch ist ein zweites Treffen mit Hanebuth im Gefängnis geplant. Außerdem will sich von Fromberg mit einem der insgesamt drei spanischen Anwälte zusammen setzten, die für den Rockerchef die Angelegenheiten regeln. Hanebuth beschäftigt Anwälte auf Mallorca und in Madrid, wo die Verhandlung stattfinden wird, wenn es zur Anklage kommen sollte.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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