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Aus der Stadt Experten erklären Börse, Kaufkraft und Zinsen
Hannover Aus der Stadt Experten erklären Börse, Kaufkraft und Zinsen
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22:11 23.10.2017
HAZ-Redakteur Jan Sedelies (von links) moderiert die Diskussion mit Joseph Girshovich, Alina Zimmermann, Ricardo Ferrer Rivero und Margarita Reich. An einzelnen Stationen gibt es Infomaterial. Fotos: Kutter Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Etwa 2000 Jahre vor Christus hatte die Menschheit weder Geld noch Kreditkarte. Man nutzte Muscheln, Zähne und Kakaobohnen als Tauschmittel. Später kamen Gold, Silber und Kupfer dazu. 600 vor Christus erfand man schließlich in der heutigen Türkei in Lydien die ersten Münzen. Heute diskutiert die Finanzwelt über den Nutzen digitaler Währungen wie Bitcoins.

Doch gleichzeitig zeigen Studien von Marktforschungsinstituten wie Emnid auf, dass immer weniger Menschen sich mit dem Finanzwesen überhaupt auskennen. Genau darum luden Montag die Hannoversche Volksbank, Union Investment und die HAZ zu den ersten Finanzbildungstagen ins hannoversche Pressehaus ein.

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Wie kann sich Geld vermehren? Wer macht den Zins? Ist Kryptowährung die Zukunft? Wieso crashen Börsen? Um Geld und Finanzen geht es bei den Finanzbildungstagen im Pressehaus. 

Insgesamt 200 Schüler aus der Region Hannover lernten an verschiedenen Stationen die Funktionen der Börse kennen, diskutierten über Kaufkraftentwicklung und analysierten gemeinsam den Wirtschaftsteil der Tageszeitung. „Seit 2009 liegen die Sparzinsen unter der Inflationsrate“, erklärte Herbert Pannwitz von Union Investment in einer passenden Ausstellung zum Thema. „Mit unseren Modellen erklären wir Schülern, dass man sich um sein Vermögen auch kümmern muss.“

Neben den einzelnen Stationen der Ausstellung besuchten die Schüler auch eine Podiumsdiskussion zu Geldfragen. Gründerin Alina Zimmermann von „Love it healthy“ berichtete von aufgenommenen Krediten und ersten Businessplänen. „Ich bin meinem Herzen gefolgt und habe einfach eingefangen“, sagte sie zu den Schülern. Ihr Gastronomieangebot für gesundes Essen expandiert mittlerweile. Für Mut zum Geschäft warb auch Ricardo Ferrer Rivero, der gleich mehrere Unternehmen im Bereich Blockchain und Datenvisualisierung gegründet hat. Er trägt als Cyborg sogar einen Chip unter der Haut, um seine Daten besser verwalten zu können. „Für mich ist es ein Ausdruck, die Digitalisierung aktiv mitzugestalten.“

Neben Margarita Reich von der Hannoverschen Volksbank, die die Bank als starken Partner für Gründer beschrieb, war auch der Autor Josef Girshovich zu Gast. Er berichtete von seiner Reise von Berlin nach Jerusalem, bei der er auf Geld verzichtete. „Auf meiner Reise habe ich gelernt, dass Geld wichtig, aber nicht alles ist. Gastfreundlichkeit ist ein Instinkt der menschlichen Kultur. Vor allem die Begegnungen und sozialen Kontakte haben mich bereichert.“ Die Schüler spendeten reichlich Applaus - und wollten dann unbedingt den Chip von Cyborg Rivero sehen.

Von Jan Sedelies

Susanna Bauch 23.10.2017
23.10.2017