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Aus der Stadt Senioren für Alkoholverbot in Bus und Bahn
Hannover Aus der Stadt Senioren für Alkoholverbot in Bus und Bahn
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00:15 24.01.2014
Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

Die Forderung nach einem generellen Alkoholverbot in Bussen und Stadtbahnen der Üstra schlägt weiter Wellen. „Es wäre wirklich empfehlenswert, wenn das Trinken in öffentlichen Verkehrsmitteln künftig untersagt würde“, sagt Gerhard Elsner, der stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirats Hannover. Es sei durchaus kein angenehmes Gefühl, wenn abends eine Gruppe Betrunkener mit Bierflaschen in den Händen in die Bahn steige, fügt er hinzu.

Die Debatte um das Alkoholverbot war von dem CDU-Kandidaten für das Amt des Regionspräsidenten, Hannovers ehemaligem Polizeichef Axel Brockmann, ins Rollen gebracht worden. „Wir müssen den Nahverkehr, allein schon vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, attraktiver machen – daran müsste auch der Üstra gelegen sein“, sagte Brockmann der HAZ am Montag.

Bei seinem Vorstoß gehe es ihm nicht darum, dass Betrunkene künftig nicht mehr mit Bussen und Bahnen nach Hause fahren könnten, bekräftigte der Kandidat. Gerade sie sollten auch weiterhin ihre Fahrzeuge stehen lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Das Verbot soll nach den Vorstellungen Brockmanns die Verunsicherung von Frauen und Senioren auflösen, die durch exzessives Trinken im Bereich der Üstra hervorgerufen werde. In seiner Zeit als Behördenleiter hatte sich Brockmann unter anderem für die rechtliche Prüfung eines Alkoholverbots auf dem Raschplatz ausgesprochen.

Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) hat mit einem Alkoholverbot in seinen U-Bahnen, Bussen und S-Bahnen gute Erfahrungen gemacht. Seit dem 1. Oktober 2011 darf im Nahverkehr und an den Haltestellen kein Alkohol mehr konsumiert werden. Wer gegen das Verbot verstößt und erwischt wird, muss 40 Euro Strafe zahlen. „Die Einhaltung des Verbots wird von unseren Kontrollteams überwacht, die auch die Fahrkarten kontrollieren“, sagt HVV-Sprecher Rainer Vohl. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres ahndeten die Kontrolleure 4000 Verstöße gegen das Alkoholverbot – 1600 in den U-Bahnen, rund 2400 in den S-Bahnen. „Die neue Regelung wird inzwischen von rund 90 Prozent unserer Fahrgäste akzeptiert“, sagt Vohl.

Unterstützung erhielt Brockmanns Vorschlag am Montag erwartungsgemäß von der CDU-Ratsfraktion. Fraktionschef Jens Seidel schlug vor, die Üstra-Fahrgäste zu dem Thema zu befragen. Er rechnet mit einem eindeutigen Ergebnis für ein Alkoholverbot. Auch aus Sicht der Polizeidirektion beeinträchtigen Betrunkene in den Stadtbahnen, die Bier- oder Sektflaschen mit sich führen, das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste enorm.

„Generell ist Alkohol wegen seiner enthemmenden Wirkung im Zusammenhang mit Straftaten immer problematisch“, sagt ein Behördensprecher. Daher sei jede Maßnahme zu begrüßen, die zu einer Reduzierung des Problems führe. Hannovers Ordnungsdezernent Marc Hansmann dagegen wollte sich am Montag zu dem Thema nicht äußern. Diese Diskussion falle in die Verantwortung von Üstra und Region Hannover, erklärte er. Im Jahr 2011 hatte sich Hansmann noch für ein Alkoholverbot stark gemacht.

Von Tobias Morchner und Matthias Klein

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