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Aus der Stadt Driving School setzt auf Elektroautos
Hannover Aus der Stadt Driving School setzt auf Elektroautos
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20:51 09.12.2016
Herbert Lankau (von links), Oliver Fischer und Jörg Vespermann.
Herbert Lankau (von links), Oliver Fischer und Jörg Vespermann. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

„Mit unseren Fahrzeugen werden so viele Kilometer gefahren und wir pusten so viele Schadstoffe in die Luft - da würde es doch Sinn machen, wenn gerade wir unseren Teil dazu beitragen, dass Hannover grün und sauber wird“, sagt Vespermann, der seit 1989 die Driving School an der Dornierstraße führt. Kurzentschlossen ging er vor drei Monaten zu seinem Fahrzeughändler und informierte sich über die Vor- und Nachteile einer Umrüstung. Doch dieser sagte ihm nur, er solle das ganze lieber gleich vergessen. „Denn die Probleme fangen bei antiquierten Gesetzen an und enden bei der Wirtschaftlichkeit“, sagt Vespermann.

Das erste Problem: Für die normale Fahrerlaubnis muss man Kupplung und Schaltknüppel beherrschen - die sind beim Elektroauto und beim Hybridfahrzeug aber nicht vorhanden. Wer mit Automatik lernt, darf nur Automatik fahren. „Aber wer macht das schon? Die Leute wollen doch flexibel sein“, sagt Vespermann. Wird man hingegen in einem Schaltwagen geprüft, darf man auch Automatikfahrzeuge fahren. „Totaler Schwachsinn“, findet Vespermann. Immerhin könne auch jemand, der in einem Schaltwagen gelernt hat, nicht auf Anhieb ein Automatikfahrzeug bedienen. „Das ist ein Gesetz aus den Sechzigerjahren und gehört dringend überarbeitet.“

Dann kam ihm die nächste Idee: Wieso nicht die Elektroautos nutzen, wenn Schüler, die bereits eine Fahrerlaubnis haben, ihren Anhängerführerschein machen wollen. „Bis mein Händler mir sagte, dass E-Autos entweder gar keine Anhängerkupplung haben oder aber eine, die nichts ziehen kann“, sagt er.

„Es ist einfach wichtig, die Fahrschüler mit der neuen Technik vertraut zu machen“

Vespermann ließ sich nicht beirren. Er bestellte fünf Elektrofahrzeuge und fünf Hybridwagen, die voraussichtlich in sechs Wochen geliefert werden. An Fünf Ladesäulen sollen sie aufgeladen werden. Lange habe er überlegt, wo diese stehen sollen und wie viele er sich leisten kann. Denn die Säulen seien teuer - das investierte Geld müsse auf die Kunden umgelegt werden, wenn diese Fahrstunden im E-Auto wollen. Immerhin müsse er ja auch wirtschaftlich denken. Rund 10 Euro Aufschlag werden wohl für eine Fahrstunde im E-Auto fällig.

Vespermann ist sich dennoch sicher, dass Elektrofahrzeuge die Zukunft sind. „Irgendwann kommt so etwas wie die blaue Plakette und irgendwer muss doch jetzt schon die Initiative ergreifen“, sagt er.

Die neuen Fahrzeuge sollen nun beim sogenannten Perfektionstraining für Führerscheinbesitzer eingesetzt werden. „Das bieten wir in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter für Kurierfahrer an“, sagt Vespermann. Auch denke er darüber nach, die Fahrzeuge je nach Bedarf in einer seiner anderen Fahrschulen in Kassel, Hamburg, Bremen und Rostock einzusetzen. „Es ist einfach wichtig, die Fahrschüler mit der neuen Technik vertraut zu machen“, sagt er. Immerhin unterscheide sich das Elektroauto auch in der Fahrweise. Außerdem nütze es doch nichts, immer von Umweltschutz zu sprechen, wenn man Menschen ihren Führerschein in Dreckschleudern machen ließe.

Von Lisa Malecha

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