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Aus der Stadt Gericht bremst Motorradfahrer aus
Hannover Aus der Stadt Gericht bremst Motorradfahrer aus
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18:42 18.11.2014
Von Michael Zgoll
Foto: Ein verbotenes Rennen auf der Vahrenwalder Straße wird für drei Motorradfahrer teuer.
Ein verbotenes Rennen auf der Vahrenwalder Straße wird für drei Motorradfahrer teuer. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Ein 26-Jähriger aus Springe hatte gegen einen Bußgeldbescheid von 400 Euro und die Verhängung eines einmonatigen Fahrverbots Einspruch eingelegt. Doch nach einer Verhandlung am hannoverschen Amtsgericht muss er nun zahlen. Noch teurer wird das Vergnügen für seine Freunde. Sie müssen ebenfalls bezahlen – und mit einem Verfahren wegen Falschaussage rechnen. Ihre Hoffnung, dass ihre Bekundungen vor Gericht schwerer wiegen als die Aussagen von drei Polizeibeamten, erwies sich als trügerisch. Richterin Dagmar Frost bremste sie kräftig aus.

Es war ein Freitagabend im Juli, als die drei Motorradfahrer sich und dem Rest der Welt beweisen wollten, was sie auf dem Kasten haben. Sie befuhren die Vahrenwalder Straße Richtung Norden, wendeten am Industrieweg – und gaben Gas. Drei Polizisten, die eigens zur Bekämpfung illegaler Autorennen vor Ort waren, schauten zu. Die Heißsporne hätten die Gänge hochgezogen bis zum Anschlag, berichteten sie vor Gericht, hätten mehrere Autos links wie rechts überholt und auf einer Strecke von 600 Metern Tempo 100 erreicht. Erfahrung und ein gutes Auge konnte Richterin Frost den Beamten nicht absprechen; einer von ihnen war allein im Jahr 2014 schon elf Mal bei einer Verkehrsüberwachung auf der Vahrenwalder Straße dabei gewesen.

Die drei Hobbyrennfahrer bestritten, übers Ziel hinausgeschossen zu sein. Ja, sie hätten schon gehört, dass sich die Autotuning-Szene gern auf der Ausfallstraße tummele, aber selbst seien sie höchstens 60 gefahren. Kilometer pro Stunde wohlgemerkt, nicht pro Minute. Und auf ihrem Heimweg hätten sie wohl auch ein Auto rechts überholt. Eins.

Richterin Frost drängte sich schnell der Eindruck auf, dass die Raser ihre Aussagen abgesprochen hatten. Eindringlich wies sie die Zeugen auf ihre Wahrheitspflicht hin und riet ihnen vor falsch verstandenen Freundschaftsdiensten ab. Doch es nützte nichts. Nun droht den Männern ein Verfahren wegen falscher uneidlicher Aussage, der Strafrahmen liegt zwischen drei Monaten und fünf Jahren Haft.

Immerhin hat einer der beiden jetzt ein Bremsmanöver eingeleitet: Er zog seinen Einspruch gegen den eigenen Bußgeldbescheid zurück.     

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