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Aus der Stadt Familienstück "In 80 Tagen um die Welt" startet
Hannover Aus der Stadt Familienstück "In 80 Tagen um die Welt" startet
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00:18 15.11.2017
Von Ronald Meyer-Arlt
Kleiner Kapitän auf großer Fahrt. Quelle: Katrin Ribbe
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Hannover

Ja, müsste da jetzt nicht Rauch aus dem Schlot kommen? Oder weiße Watte? Oder Glitzerflitter? Irgendetwas? Aber ja, da kommt es schon: Das kleine Schiff pustet - mit klitzekleiner Verspätung - ein weißes Rauchwölkchen aus dem Schornstein und schiebt sich über die Bühne. So muss das sein. Wenn Schiffsschlot, dann Rauch. Geht doch.

Das Familienstück "In 80 Tagen um die Welt" nach Jules Verne zeigt Kindern, was im Theater alles möglich ist.

Das Schauspiel begibt sich in der Vorweihnachtszeit auf Weltreise; als Familienstück zum Jahresende ist die Theatereinrichtung von Jules Vernes Roman „In 80 Tagen um die Welt“ zu sehen. Tilo Nest hat das Stück mit viel Liebe für Details und gutem Gespür für Witz und Präzision inszeniert. Es macht Spaß, Phileas Fogg (Silvester von Hösslin) und seinen Diener Passepartout (Andreas Schlager) auf ihrer Weltreise von London nach London zu begleiten. Eine kleine Band (musikalische Leitung: Matthias Trippner) macht wie der Schlot vom Boot und die unentwegt arbeitende Nebelmaschine auch eine Menge Dampf und liefert für jede Station der Reise den passenden Soundtrack.

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Info

26 Vorstellungen von "In 80 Tagen um die Welt" hat das Schauspiel Hannover bis Ende Januar eingeplant. Die nächsten beiden sind am Montag, 13. November, um 9.30 und 12.30 Uhr. Die nächste Nachmittagsvorstellung gibt es am Sonntag, 19. November, um 17 Uhr. 

Die Szenenwechsel geschehen auf offener Bühne. Von oben senkt sich Urwald hinab (wenn es nach Indien geht), bei der Unterwasserfahrt mit der „Nautilus“ schieben sich von unten Wasserpflanzen in die Höhe, und beim Flug mit dem Ballon schweben wir durchs dunkle All, sehen die Sterne funkeln und die Erde als wunderschöne blauweiß leuchtende Kugel.

Bühnenwunderwerk

Die sich staunenswert wandelnde Bühne (eingerichtet von Robert Schweer) zeigt die ganze Welt, aber bleibt im Kern gleich: Immer sind wir auch im edlen Salon des britischen Clubs, in dem Phileas Fogg wettet, dass es ihm gelingen wird, in 80 Tagen die Welt zu umrunden. Die Ledersessel bleiben die ganze Zeit über stehen, aber geraten schnell in Vergessenheit - so bunt ist die Welt, so spannend ist das, was in Indien oder Amerika passiert.

Es gibt viel zu bestaunen an diesem Bühnenwunderwerk, und das ist auch gut so. Denn bis Ende Januar hat das Schauspiel noch 26 Vorstellungen von „In 80 Tagen um die Welt“ eingeplant, da wäre ein Flop besonders schmerzhaft.

Das Familienstück eignet sich für Zuschauer von sechs Jahren an. Die werden zwar mit Anspielungen auf Filme (der brüllende Löwe im Prolog), auf Karel Gott („Einmal um die ganze Wääält“) oder auf die Globalisierung („Die Welt ist doch unüberschaubar groß!“ - „Das war sie mal.“) nur wenig anfangen können, haben aber ihren Spaß an den bunten Kostümen (von Anne Buffetrille), den ausgelassenen Tänzen und der aufwendigen Flugmaschinerie.

Montgolfiere? Elefant? U-Boot?

Und die Länderklischees, mit denen hier locker gespielt wird, werden sie wohl auch verstehen. Der Indianer bewegt sich gravitätisch und spricht in Reimen, die Inderinnen tanzen mit anmutigen Handbewegungen , die Briten sind steif.

Und was lernen Kinder? Dass Theater viel mit Nebel zu tun hat. Dass Theater nicht nur den Zuschauern, sondern auch den Leuten auf der Bühne eine Menge Spaß machen kann. Und dass auf der Bühne alles, wirklich alles gezeigt werden kann.

Eine Montgolfiere? Ein Elefant? Ein Unterseeboot? Ein Telegrafenamt? Alles gar kein Problem. Wobei, was die Telegrafie angeht: Telegrafie, liebe Kinder, ist nicht, wenn jemand die Hand an den Kopf legt und „Piep, Piep, Piep“ sagt. Aber so ähnlich.

Saskia Döhner 15.11.2017
Tobias Morchner 15.11.2017