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Aus der Stadt Fanpost aus Hannover löst Bombenalarm aus
Hannover Aus der Stadt Fanpost aus Hannover löst Bombenalarm aus
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00:16 22.02.2015
Von Tobias Morchner
Bombenentschärfer in der Redaktion von "Nerikes Allehanda". Quelle: Nerikes Allehanda
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Hannover

Ein Brief aus Hannover hat in der Redaktion der schwedischen Zeitung "Nerikes Allehanda" in Örebro die Bombenentschärfer der Polizei auf den Plan gerufen. Der Umschlag war am Mittwoch in der Redaktion eingetroffen und an Lars Vilks adressiert, den Karikaturisten des Blatts - jenen Zeichner, dem der Terroranschlag von Kopenhagen am vergangenen Sonnabend gegolten hatte. Der Brief, den ein Sprachtherapeut aus dem Sahlkamp abgesandt hatte, enthielt die Bitte um ein Autogramm, samt einer Ein-Euro-Münze für das Porto.

Doch seit Lars Vilks im Jahr 2007 den Propheten Mohammed als Hund gezeichnet hatte, erhält er regelmäßig Drohbriefen und Todesdrohungen erhalten. Die Schüsse auf das Café in Dänemarks Hauptstadt, in dem sich der Künstler aufhielt, haben dazu geführt, dass die Redakteure der Zeitung und die Sicherheitsbehörden noch sensibler als bislang auf alles reagieren, was im Zusammenhang mit Lars Vilks steht.

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Der Umschlag aus Hannover lenkte sofort die erhöhte Aufmerksamkeit der Journalisten auf sich. Da er einen harten Gegenstand enthielt, sahen die Verantwortlichen bei der Zeitung davon ab, den Umschlag selbst zu öffnen. Stattdessen schalteten sie die Polizei ein. Noch am Nachmittag holten die örtlichen Behörden ein Bombenräumkommando aus Stockholm zur Unterstützung. Die Sprengstoffexperten ließen niemanden mehr in den Raum, in dem der Brief aufbewahrt wurde. Streifenpolizisten sicherten das Verlagsgebäude. Wegen des Absenders wurde auch das Bundeskriminalamt in Wiesbaden über den Vorfall informiert. Die Bombenräumer öffneten schließlich den Umschlag und nahmen den Inhalt zu weiteren Untersuchungen mit.

Dieser Brief aus Hannover löste den Bombenalarm aus. Quelle: Nerikes Allehanda

Der Absender in Hannover hatte von dem ganzen Trubel nichts mitbekommen. „Ich habe den Brief mit den Autogrammwünschen vor dem Terroranschlag losgeschickt“, sagt er der HAZ. Seinen Namen möchte er nicht in der Zeitung lesen. Den Wirbel um sein Schreiben kann er nicht so recht nachvollziehen. Der Umschlag habe lediglich ein Anschreiben, zwei Karten mit Zeichnungen von Lars Vilks und das Rückporto enthalten. Warum er die Unterschriften des Schweden erbeten hatte, wollte der Sprachtherapeut nicht erklären. Nachbarn berichten, der Briefeschreiber sei sehr an Kunst interessiert und lasse sich regelmäßig Kunstgegenstände schicken.

In Örebro ist der Fall mit dem verdächtigen Brief aus Hannover inzwischen zu den Akten gelegt worden. Die Ermittlungen wurden eingestellt, der Brief seinem ursprünglichen Empfänger übergeben. Es ist gut möglich, dass im Sahlkamp bald ein Schreiben aus der Redaktion der Zeitung Nerikes Allehanda eingeht - mit besten Grüßen des Zeichners Lars Vilks.

Heiko Randermann 24.02.2015
Bernd Haase 22.02.2015
Michael Zgoll 21.02.2015