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Aus der Stadt Fans diskutieren Razzia 
bei Ultras
Hannover Aus der Stadt Fans diskutieren Razzia 
bei Ultras
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20:09 22.01.2014
Von Tobias Morchner
Foto: Nach der Razzia bei acht 96-Anhängern steht die Polizei bei manchen Anhängern in der Kritik.
Nach der Razzia bei acht 96-Anhängern steht die Polizei bei manchen Anhängern in der Kritik. Quelle: Christian Burkert
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Beamte der Polizeiinspektion West hatten sich am Dienstagmorgen, noch vor Sonnenaufgang, Zutritt zu den Wohnungen der Männer im Alter zwischen 18 und 29 Jahren verschafft und anschließend die Räume durchsucht. Die Betroffenen, die zu den führenden Köpfen der sogenannten Ultra-Szene gerechnet werden, sollen gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen haben. Ihnen wird vorgeworfen, beim Spiel der „Roten“ gegen Eintracht Braunschweig im November des vergangenen Jahres auf der Tribüne Pyrotechnik gezündet haben.

In den Fanforen im Internet wird insbesondere über die Frage der Verhältnismäßigkeit des Polizeieinsatzes diskutiert: „Ich finde den Vorgang schon sehr grenzwertig. Sollte hier nämlich bei Unschuldigen gesucht worden sein, so mag ihnen zwar kein Urteil von der Justiz drohen, sehr wohl aber sind sie nun in der Nachbarschaft gebrandmarkt“, heißt es auf einer Internetseite. „Und wie will die Polizei jemanden verurteilen lassen, wenn sie nichts gegen ihn in der Hand hat? Was soll denn passieren, wenn Bengalos gefunden werden? Der Besitz ist doch gar nicht strafbar ...“, schreibt ein anderer Fan.

Inzwischen lassen sich die meisten der acht Verdächtigen durch einen Anwalt vertreten. Der hannoversche Strafverteidiger Andreas Hüttl hat einige der mutmaßlichen Täter als Mandanten. „Ich kenne die Akten noch nicht, aber so weit ich weiß, werden unterschiedliche Vorwürfe gegen die Beschuldigten erhoben.“ So soll einer seiner Mandanten gleich mehrere Fackeln im Stadion angezündet haben. Ein anderer soll lediglich einen sogenannten Rauchtopf gehalten haben. Das Vorgehen der Polizei hält er für überdenkenswert. „Aber in Fußball-Strafverfahren scheint inzwischen nichts mehr unmöglich zu sein“, sagt Rechtsanwalt Hüttl.

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