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Aus der Stadt Fast die ganze City wird Tempo-30-Zone
Hannover Aus der Stadt Fast die ganze City wird Tempo-30-Zone
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19:59 07.01.2015
Von Bernd Haase
Nur auf verkehrsreichen Straßen wie der Kurt-Schumacher-Straße gilt weiterhin Tempo 50.
Nur auf verkehrsreichen Straßen wie der Kurt-Schumacher-Straße gilt weiterhin Tempo 50. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Wenn die Arbeiten bei passender Witterung bis Ende des Monats abgeschlossen sind, wird die Geschwindigkeitsbegrenzung für weite Teile innerhalb des Cityrings gelten. Ausgenommen davon sind verkehrsreiche Straßen. „Wir setzen einen Ratsbeschluss um“, sagte Stadtbaurat Uwe Bodemann im Bauausschuss. Damit hat sich die Verwaltung allerdings einige Zeit gelassen. Der Auftrag stammt aus dem Jahr 2009. Bodemann begründete das damit, dass erst die großen Baumaßnahmen in der Innenstadt abgeschlossen sein sollten.

Das Tempolimit hat zum Ziel „die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger - insbesondere für Kinder - weiter zu erhöhen und die Aufenthaltsqualität in der Stadt zu steigern“, wie es in einer Information der Verwaltung heißt. Die fünf betreffenden Gebiete sind das Quartier Lange Laube zwischen Otto-Brenner-, Brühl- und Münzstraße, das Quartier Herrenstraße und Odeonstraße, das Quartier Mehlstraße und Schillerstraße, das Quartier Marktstraße und das Quartier am Marstall, der bald bebaut wird. Nimmt man die bestehende Tempo-30-Zone zwischen Königstraße und Fernroder Straße sowie die Fußgängerzone hinzu, bleiben innerhalb des Cityrings nur noch der Bereich um den Zentralen Omnibusbahnhof sowie derjenige mit Opernplatz und Bankenviertel generell von den Geschwindigkeitsbegrenzungen unberührt. Bestehende Ampelanlagen will die Stadt erhalten.

Allerdings lässt die Verwaltung auf 13 verkehrsreichen Straßen inklusive den Zufahrten zu Parkhäusern weiterhin Tempo 50 zu. Dies gilt unter anderem für Goethestraße, Kurt-Schumacher-Straße, Königstraße, Lister Meile, Karmarschstraße und Schmiedestraße. Sonderregelungen gelten weiterhin für die Lange Laube. Sie ist die einzige Fahrradstraße im Innenstadtbereich, Zweiräder genießen hier Vorrechte. Selbst wenn die Stadt die gesamte City zur Tempo-30-Zone hätte machen wollen, hätte sie es nicht gedurft - der Gesetzgeber verbietet das.

Vertreter von SPD und Grünen nahmen die Angelegenheit im Bauausschuss mit Wohlwollen zur Kenntnis. Wilfried Engelke (FDP) allerdings sprach von Augenwischerei: „Man kann in den Straßen sowieso nicht schneller als 30 Kilometer in der Stunde fahren, wenn überhaupt“, sagt er. Trotzdem wollte er wissen, ob denn die Stadt die Temporegelungen überprüfen und gegebenenfalls blitzen wolle. „Wir gucken uns erst einmal an, ob sich die Autofahrer daran halten. Wenn nicht, werden wir reagieren“, sagte Bodemann.

Nacht-Tempolimit noch offen

Die Stadt prüft derzeit, ob sie auf Hauptverkehrsstraßen wie der Marien- oder der Podbielskistraßen in den Nachtstunden zwischen 22 und 6 Uhr ebenfalls die Autofahrer bremsen sollte. Die Begründung liegt hier allerdings weniger in der Verkehrssicherheit als vielmehr beim Lärmschutz für die Anwohner. Messungen haben ergeben, dass in diesen Bereichen in der Nacht schon die regulären 50 Kilometer in der Stunde häufig nicht eingehalten werden. Die Verwaltung ist allerdings noch nicht zu einer abschließenden Bewertung gekommen; entscheiden müsste am Ende ohnehin die Politik.

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