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Aus der Stadt Fernsehstudios müssen zur Wahl umziehen
Hannover Aus der Stadt Fernsehstudios müssen zur Wahl umziehen
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00:15 17.10.2017
Von Bernd Haase
Eine Woche dauert der Aufbau der Wahlstudios - der Abbau nur einen Tag. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Wagen mit Kabelmaterial stehen herum, mit Beleuchtungstechnik, mit Halterungen und mit Elementen für den Bühnenaufbau. Techniker fügen die Dinge zusammen, damit die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender am Sonntag die von Wahlen gewohnten Bilder liefern können. Der Aufbau ist dutzendfach erprobt und geht routiniert vonstatten. Eines jedoch ist dieses Mal anders als sonst. Die Studios entstehen nicht im Landtagsgebäude im Herzen der Stadt, sondern draußen auf dem Messegelände.

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Das Leineschloss bietet wegen des Umbaus nicht genügend Platz für das Medienereignis Landtagswahlen. „Wir haben durch den vorgezogenen Wahltermin kurzfristig keinen stadtnahen Übertragungsort gefunden“, sagt Lara Louwien vom Norddeutschen Rundfunk. Überlegungen, den Platz an der Marktkirche zu nutzen, mussten aufgegeben werden. „Unter der Kirche liegen Gewölbe, die in den Platz hineinreichen. Die Statik ist nicht für die Belastung etwa durch Kräne und schwere Transportfahrzeuge ausgelegt“, sagt Landtagssprecher Kai Sommer.

Für die Berichterstatter, die Reaktionen und Kommentare einfangen wollen, macht das die Arbeit nicht einfacher. Begehrte Interviewpartner wie die Spitzenkandidaten der Parteien werden zunächst bei ihren Fraktionen in der Innenstadt sein, dann zum Messegelände fahren und anschließend wieder zurück zu den einzelnen Wahlpartys. Wer hautnah am Ball bleiben will, muss folgen.

Dass sich das Geschehen an unterschiedlichen Orten abspielt, ist einer der Gründe dafür, dass das Medieninteresse an der Landtagswahl geringer ausfallen dürfte als noch 2013. „Anfragen internationaler Medien konnten wir aus Kapazitätsgründen gar nicht berücksichtigen“, sagt Sommer. Insgesamt hatten sich bis Mitte der Woche rund 120 Journalisten im Leineschloss akkreditiert. Vor fünf Jahren war die Zahl um ein Vielfaches höher. Damals allerdings war die Niedersachsenwahl auch die erste in einem sogenannten Superwahljahr und galt als Gradmesser unter anderem für die im September folgenden Bundestagswahlen.

ARD, NDR und ZDF auf dem Messegelände treiben denselben Aufwand wie gewohnt. Allein der NDR baut für sich und die ARD zwei Studios mit einer Grundfläche von zusammen 310 Quadratmetern auf, setzt elf Kameras ein, installiert mehr als 270 Lampen und verlegt 3900 laufende Meter Kabel. Am Montag haben die Arbeiten begonnen. Der Abbau geht deutlich schneller: „Am kommenden Dienstag werden wir die Halle wieder aufgeräumt an die Deutsche Messe übergeben“, sagt Louwien.

Diese Direktkandidaten aus Hannover wollen in den Landtag einziehen. Wir stellen die Kandidaten auf den Wahlkreisen vor. 
14.10.2017
Bärbel Hilbig 14.10.2017
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