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Aus der Stadt Händeschütteln für die Einheit
Hannover Aus der Stadt Händeschütteln für die Einheit
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22:19 01.10.2014
Von Gunnar Menkens
Vor 25 Jahren war dieser Blick auf der Brandenburger Tor von der Seite für die meisten Menschen nicht möglich. Die Mauer verlief direkt hinter dem Wahrzeichen der Hauptstadt.
Vor 25 Jahren war dieser Blick auf der Brandenburger Tor von der Seite für die meisten Menschen nicht möglich. Die Mauer verlief direkt hinter dem Wahrzeichen der Hauptstadt. Quelle: dpa
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Hannover

Wer einmal eine Bundeskanzlerin persönlich erleben möchte, Hände schütteln nicht ausgeschlossen, und einen Bundespräsidenten dazu, der sollte am Freitag in Hannover sein. Um 10 Uhr nehmen Angela Merkel und Joachim Gauck am ökumenischen Gottesdienst in der Marktkirche teil und wenn der beendet ist, sieht das Protokoll auf dem Hanns-Lilje-Platz vor: Begegnung mit den Bürgern. Wie lange diese Begegnung dauern kann, schreibt der enge Terminplan am Tag der Einheit vor: Um 12 Uhr müssen beide im HCC sein. Merkel hält dort die Festrede, Gauck hört zu – wie weitere 1500 Gäste aus Politik und Gesellschaft. So weit der offizielle Teil mit Kostüm und Anzug und Krawatte.

Das Bürgerfest rund um den Maschsee beginnt bereits an diesem Donnerstag. Heute um 11 Uhr eröffnet der oberste Niedersachse, Ministerpräsident Stephan Weil, im Niedersachsenzelt eine bunte Mischung aus Länderpavillons, Konzerten, Talkrunden, Aufführungen und weiteren Spielarten aus der Rubrik Brot und Spiele. Weil, noch bis Freitag Bundesratspräsident, beginnt danach gegen zwölf Uhr seinen gut 90-minütigen Rundgang, wird sich dabei jedoch überwiegend dort aufhalten, wo es Dinge über Niedersachsen zu erfahren gibt: am Nordufer.

Von dort aus Richtung Strandbad haben alle übrigen Bundesländer ihre Zelte für Besucher aufgeschlagen. Die Aussteller informieren über landestypische Gewohnheiten und Leistungen und nicht zuletzt darüber, warum man gerade ihrem Land einmal einen Besuch abstatten sollte. Der Wein aus Rheinland-Pfalz! Die Landschaft Sachsens! Ein Hafen in Hamburg! Im Pavillon „Zipfelorte“ präsentieren sich vier jeweils geographisch exponierte Orte Deutschlands. Ob Sylt dabei ist, wird hier nicht verraten.

Natürlich wird über das aktuelle Deutschland gesprochen. Weil tut dies am Donnerstag, wenn er mit Schülern über die Flüchtlingspolitik diskutiert (Zelt des Bundesrates, 17 Uhr). Eine Stunde später kommen 96-Torhüter Ron-Robert Zieler und Ex-Tennisprofi Nicolas Kiefer ins Niedersachsenzelt. Am Freitag diskutieren im selben Ort unter anderem Georg Mascolo, ehemals Chefredakteur des „Spiegel“ und HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt über Mauerfall und seine Folgen (13.40 Uhr).

Dazu gibt es zwei Tage lang Konzerte, verteilt auf mehrere Bühnen. Eine Auswahl für Donnerstag: Elaiza, 19 Uhr, ffn-Bühne. Maxim, 21.30 Uhr, NDR-Bühne. Am Freitag beginnt um 16.30 Uhr Marquess (NDR), Jupiter Jones spielt um 
19 Uhr bei ffn und um 20 Uhr beginnen zeitgleich: Laith Al-Deen bei Antenne Niedersachsen und Wingenfelder beim NDR. Tagsüber gibt es Kinderprogramme. Und Hannover wäre nicht Hannover, würde eine große Veranstaltung ohne Feuerwerk abgeschlossen. Von 21.30 Uhr wird der Maschsee eine Hauptrolle spielen. Geplant ist ein weiträumiges Spektakel aus Wasser, Licht und Feuer. Der NDR überträgt.

Die erwartete politische Prominenz muss natürlich irgendwo unterkommen, und sie tut das, wie man aus der politischen Szene hört, im Kastens Hotel Luisenhof. Ministerpräsidenten wie Wilfried Kretschmann, Torsten Albig, Christine Lieberknecht und Bundesministerin Manuela Schwesig werden sich von Donnerstag auf Freitag unter Gäste mischen, die zur IAA in Hannover sind. Geschäftsführer Michael Krupp ist mit einem vollen Haus beschäftigt. „Aber alles ganz normal. Keine Sonderwünsche, keine Upgrades“, sagt er mit einem Lachen.
Das Fernsehen überträgt Abschlussfeier (NDR), Gottesdienst (ZDF) und Festakt (NDR).

Hier wird es für Autofahrer eng

Ab heute 11 Uhr wird zusätzlich zu den bereits bestehenden Sperrungen rund um das Fest der Deutschen Einheit auch ein fast 80 Hektar großer Bereich der Südstadt vom Verkehr abgeriegelt. Nur die Anwohner des Maschseeviertels dürfen dann noch mit einem Passierschein in die Straßen, die zwischen Aegi und Altenbekener Damm von der Hildesheimer Straße zum Rudolf-von-Bennigsen-Ufer und der Willy-Brandt-Allee führen.

Für alle Berufspendler heißt das am letzten Tag vor dem Feiertag, dass sie noch einmal viel Geduld aufbringen müssen. Bereits nach der Sperrung von Culemannstraße, Willy-Brandt-Allee und Arthur-Menge-Ufer sowie Teilen von Altenbekener Damm und Friedrichswall gab es seit Freitag erhebliche Verkehrsbehinderungen. Nachdem am Dienstag der Friedrichswall dann auch nicht mehr in Richtung Leibnizufer befahrbar war, verschärfte sich die Verkehrslage noch weiter.

„Wir haben festgestellt, dass es auf den ausgeschilderten Umleitungen zu längeren Wartezeiten kommt“, sagte ein Polizeisprecher gestern. „Wir bitten alle Verkehrsteilnehmer daher um Geduld und Rücksicht.“ Von ihnen hatten sich bereits am Montag viele über die Ampelschaltung beschwert, die offenbar nicht an die geänderte Verkehrsführung angepasst wurde. Dem widerspricht jedoch die Verwaltung. Im Rahmen der Vorbereitung habe ein Ingenieurbüro im Auftrag des Landes Vorschläge ausgearbeitet, wie die von dem Umleitungen betroffenen Ampeln umprogrammiert werden müssen. „Diese Vorschläge sind in die Steuergeräte implementiert und geschaltet“, so Dix, der zu bedenken gab, dass derzeit große Verkehrsmengen umgeleitet würden und sich Behinderungen daher nicht vermeiden ließen. Damit die Rettungskräfte am Freitag trotz dichtem Verkehr und vielen Besuchern aus ganz Deutschland schnell zu möglichen Notfällen kommen, hat die Verwaltung im Maschpark und am Maschsee ein sogenanntes Standortidentifizierungssystem installiert. Hinweisschilder unter anderem an Laternen sollen es auch Personen, die sich in Hannover nicht auskennen, ermöglichen, bei einem Notruf ihren genauen Standort anzugeben.

jki

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