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Aus der Stadt Maxim beschließt die Seeparty
Hannover Aus der Stadt Maxim beschließt die Seeparty
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23:19 02.10.2014
Foto: Ruhige Popsongs plätschern über den Maschsee, „Maxim" lässt den Festauftakt stimmungsvoll ausklingen.
Ruhige Popsongs plätschern über den Maschsee, „Maxim" lässt den Festauftakt stimmungsvoll ausklingen. Quelle: von Ditfurth
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+++ Ein langer, ereignisreicher Eröffnungstag des Einheitsfestes geht zu Ende: Lesen Sie hier noch einmal nach, was heute rund um den Maschsee los war. Wer am Freitag das Fest besuchen will, bekommt in unserer Übersicht zum Bürgerfest  alle Infos rund um Programm und Verkehr.

+++ Demonstration beendet: Gegen 23 Uhr hat sich die Demonstration vor dem türkischen Konsulat aufgelöst. Nachdem die Polizei den Pulk gestoppt hatte, löste sich die Versammlung nach und nach auf.

+++ Demo vor türkischem Konsulat: Die Polizei hat den Demonstrationszug vor dem türkischen Generalkonsulat am E-Damm gestoppt. Ein Pulk aus Demonstranten steht am unteren Teil des Klagesmarktes und hält Reden. Vor dem Konsulat hat die Polizei eine weitere Einheit aufgestellt.

+++ Seeparty mit  „Maxim": Ruhige Popsongs plätschern über den Maschsee, „Maxim" lässt den Festauftakt stimmungsvoll ausklingen. Tausende Zuhörer haben sich vor der NDR-Bühne am Nordufer versammelt, wiegen sich zur Musik. Mächtige Scheinwerfer, auf dem See montiert, durchstoßen die Nacht. „Schade, dass nicht jetzt schon das Feuerwerk zündet", meint Marc Ruff. Eigentlich ist er nur zufällig in Hannover, ausgerechnet an den beiden Tagen der Einheitsfeier. Zusammen mit seiner Band "Walter Subject" ist er aus dem Schwabenland nach Hannover gereist, um hier in den legendären Horus-Studios in der Osterstraße eine neue Platte aufzunehmen. „Wir haben den ganzen Tag gearbeitet, wollten uns heute Abend aber Maxim anhören", sagt Ruff. Die fünfköpfige Band stammt aus Reutlingen bei Stuttgart, ihre letzte Platte hatten sie in Hagen aufgenommen. „Das hat uns dort gar nicht gefallen", sagt Ruff. Hannover dagegen, mit dem See, in dieser Nacht, an diesem denkwürdigen Datum - das sei schon eine andere Nummer.

+++  Babbeln, schwätzen, schnacken (Teil 8): Auf dem Einheitsfest treffen sich Besucher aus ganz Deutschland – und diese bringen ihre eigenen Mundarten mit. Aus dem babylonischen Stimmengewirr haben wir einige Beiträge aufgeschnappt. Nach einem Gast aus Gelsenkirchen im siebten Teil folgt nun die OBERPFALZ. Hören Sie rein:

Oberpfalz (218 kB)

Audio: Ein Gast aus der Oberpfalz

+++ Demonstranten auf dem Weg zum türkischen Konsulat: Mehrere hundert Teilnehmer der Gegendemonstration am Opernplatz haben sich am späten Abend auf den Weg in die Nordstadt gemacht. Auf Grund der aktuellen Meldung, dass das türkische Parlament militärische Einsätze in Syrien und dem Irak bewilligt hat, wollen sie vor dem türkischen Generalkonsulat am E-Damm demonstrieren. Der Demonstrationszug kam ungeplant und war bei der Polizei nicht angemeldet.

+++ Ruhige Bilanz: Die Feuerwehr Hannover zieht bis jetzt eine positive Bilanz aus dem ersten Tag des Einheitsfestes. Insgesamt waren am Donnerstag 327 Einsatzkräfte von Feuerwehr und weiteren Hilfsorganisationen rund um das Fest stationiert. Der Sanitätsdienst musste bis gegen 20:30 Uhr rund 40 Personen vor Ort behandeln. Eine Person wurde in ein nah gelegenes Krankenhaus transportiert.

+++  Babbeln, schwätzen, schnacken (Teil 7): Auf dem Einheitsfest treffen sich Besucher aus ganz Deutschland – und diese bringen ihre eigenen Mundarten mit. Aus dem babylonischen Stimmengewirr haben wir einige Beiträge aufgeschnappt. Nach einem Gast aus Köln im sechsten Teil folgt nun GELSENKIRCHEN. Hören Sie selbst.

Gelsenkirchen (528 kB)

Audio: Ein Gast aus Gelsenkirchen auf dem Einheitsfest.

+++ Morgen auf die Ländermeile: „Das ist nicht Linkin Park, aber ich mag die Stimme der Sängerin und die ungewöhnliche Instrumentierung", sagt die 25-jährige Lena Teitge beim Elaiza-Konzert. Zusammen mit ihrer Mutter ist sie schon den ganzen Nachmittag auf dem Festgelände unterwegs,Elaiza ist der Abschluss des Abends. Sehr gut gefallen habe ihr die Einheitsfeier bisher, sagt Sabine Teitge. Morgen wollen sich die beiden die Ländermeile vornehmen. "Ziemlich viele Fressbuden gibt es hier", sagt Lena, die Auswahl der Gerichte sei auf jeden Fall groß. Dass das ganz große Gedränge auf den Festmeilen bisher ausgeblieben ist, empfinden die beiden als äußerst wohltuend. "Morgen wird's bestimmt voll", sagte Lena.

+++ Freiwilliger Soli für 20 Cent: Ob "Einheitseintopf" oder "Deutschlandsuppe", am Suppenstand auf der Willy-Brandt-Allee darf jeder seinen Solidaritätsbeitrag von 20 Cent zahlen. „Ist aber bei uns freiwillig", sagt eine Mitarbeiterin grinsend. Der Zuschuss komme den Mitarbeitern zugute, davon werde am Ende eine Party finanziert, sollte genug zusammenkommen. Vor dem Suppenstand ist eine andere Party bim Gange. Waren es am Nachmittag vor allem Kinder und ältere Leute, die über das Bürgerfest schlenderten, gehören die Festmeilen jetzt eher den jungen Menschen. „Es ist einfach nett, herumzuschlendern, ein Bier zu trinken und die Stimmung zu genießen", sagt die hannoversche Studentin Alina. Wie ein Spätsommerabend mit Freunden fühle sich das Fest an, sagt sie.

Die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Hannover haben begonnen. Zwei Tage lang wird am Maschsee ein großes Bürgerfest zelebriert.

+++  Babbeln, schwätzen, schnacken (Teil 6): Auf dem Einheitsfest treffen sich Besucher aus ganz Deutschland – und diese bringen ihre eigenen Mundarten mit. Aus dem babylonischen Stimmengewirr haben wir einige Beiträge aufgeschnappt. Nach einem Gast aus der Mecklenburg-Vorpommern im fünftenTeil folgt nun KÖLN. Hören Sie selbst.

Köln (449 kB)

Audio: Ein Kölner auf dem Einheitsfest

+++ Stakbootfahren auf dem Maschsee: Noch bis 23 Uhr können Besucher des Einheitsfestes kostenlos Stakbootfahren auf dem Maschsee. Wer es heute nicht mehr schafft, kann es morgen den ganzen Tag lang ausprobieren. Macht Spaß! Interessant: Der Berufsbootsstaker aus Tübingen muss zwar Werbung für seine Heimat machen, erzählt aber auch, dass er die Boote mit einem in Hannover gebauten VW-Bulli zieht. Die Mercedes-Vitos würden zu schnell rosten. Hört, hört!

Quelle: von Meding

+++ Es ist beileibe keine Party-Kracher-Musik, die da von der Bühne schallt: Kein Wunder, wenn Kontrabass, Ukulele und Schlagzeug mit einer getragenen Stimme kombiniert werden. Und doch bringt die Band Elaiza, Deutschlands Beitrag zum Eurovision Song Contest, Tausende Zuhörer vor der FFN-Bühne am Rathaus zum Wippen. Ein bisschen Polka, ein bisschen Pop, fertig ist der stimmungsvolle Mix, der genau zu diesem Abend passt.

+++ Babbeln, schwätzen, schnacken (Teil 5): Auf dem Einheitsfest treffen sich Besucher aus ganz Deutschland – und diese bringen ihre eigenen Mundarten mit. Aus dem babylonischen Stimmengewirr haben wir einige Beiträge aufgeschnappt. Nach einem Gast aus der Pfalz im vierten Teil folgt nun die MECKLENBURG-VORPOMMERN. Hören Sie selbst.

Audio: Ein Gast aus Mecklenburg-Vorpommern

+++ Ausgelassene Stimmung für Elaiza: Das Publikum ist jetzt auf Betriebstemperatur dank DJ Chris, der „Happy“ von Pharell Williams, „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen und den WM-Song „Auf uns“ von Andreas Bourani auflegt. Auch die Backstreet-Boys-Einlage der ffn-Moderatoren hat ihres dazu getan. Mit einer Verspätung von 60 Minuten betreten Elaiza um 20 Uhr die ffn-Bühne im äußersten Norden des Maschparks. Das Sängerinnen-Trio ist bekannt vom Eurovision-Songcontest 2014,  bei dem es für Deutschland mit "Is it Right" den 18. Platz belegte. Mit einer Mischung aus ukrainischem Folk und modern-swingigen Klängen gewinnen sie heute das Publikum vor dem Neuen Rathaus. Der Platz füllt sich zunehmend und stimmt auf eine Party-Nacht ein.

+++  Babbeln, schwätzen, schnacken (Teil 4): Auf dem Einheitsfest treffen sich Besucher aus ganz Deutschland – und diese bringen ihre eigenen Mundarten mit. Aus dem babylonischen Stimmengewirr haben wir einige Beiträge aufgeschnappt. Nach einem Gast aus Hessen im dritten Teil folgt nun die PFALZ. Hören Sie selbst.

Pfalz (345 kB)

Audio: Ein Besucher aus der Pfalz

+++ Warten auf Elaiza: Die letzten "Sachsen-Ballons" steigen in den Abendhimmel. Das Konzert der Eurovision-Song-Contest-Teilnehmer Elaiza vor dem Rathaus beginnt eine Stunde später als im Programmheft ausgezeichnet. Macht aber nichts. "Wann kann ich schon mal mitten auf dem Grünstreifen des Friedrichswalls sitzen und ein Herrenhäuser trinken", sagt die Hannoveranerin Heike Schmidt. Da falle auch der Lärm der FFN-Einheizer auf der Bühne nicht ins Gewicht. Einige Radler rollen auf der autobahnbreiten Straße, Kinder reiben sich die Augen. Die Nacht beginnt.

+++ Elaiza verspätet sich: die ffn-Moderatoren nutzen die Gelegenheit, das Publikum durch Verteilen von Gimmicks anzuheizen. 

Warten auf Elaiza vor der ffn-Bühne. Quelle: Derlin

+++ Einheitssprache Englisch: In diesen Stunden bekommen die Besucher an vielen Länderpavillons Musik geboten. Doch egal, ob in Hessen oder Brandenburg – die Sprache ist immer Englisch.

+++ Mehr Konzert als Demo: „The toten Crackhuren im Kofferraum“ geben ein Konzert auf dem Opernplatz. Die Elektro-Schlager-Punk-Pop-Trash Band ist aus Berlin nach Hannover angereist. Die Stimmung ist friedlich. Nach Angaben der Polizei befinden sich 500 Zuhörer auf dem Opernplatz. Als nächstes wird die Elektropunkband „Frittenbude“ auf der Bühne erwartet.

+++ Probleme mit dem Handy-Akku? Der Stand der evangelisch-lutherischen Landeskirche in der Robert-Enke-Straße an der HDI-Arena informiert nicht nur über Umweltmanagement: Henning Kiene nutzt den dort aufgestellten Fahrrad-Dynamo um sein Handy aufzuladen. 5 Minuten ist er selbst gefahren,  drei Minuten hat er fahren lassen. Das Ergebnis sind immerhin 3% mehr Akku. - Mit dem Mauerfall verbindet er vor allem eines: Geräusch und Geruch vom Trabi. Vor 25 Jahren klopfte es mitten in der Nacht an seine damalige Plöner Haustür. „Freunde aus Köpenick konnten mich endlich besuchen - und die kamen halt mit dem Trabi, das kannte man ja bis dahin nicht.“

+++ Schöne Stimmung: Ein Wakeboarder zieht seine Spuren über dem Maschsee. Im Hintergrund schmückt das Wasserspiel die Kulisse.

Quelle: von Meding

+++ Die Ländermeile am Maschsee füllt sich am Abend: Tausende schlendern zwischen den Ständen der Bundesländer hin und her, hören Shantys in Schleswig-Hostein oder Alpenklänge in Bayern: Die Alphornbläser aus Oberstdorf - mit Gamsbärten, Lederhosen und Edelweißhosenträgern - sind ein echter Publikumsmagnet: „Wir sind aber überall eine Attraktion", sagt der Musiker Markus Freudig: „Teilweise sogar daheim in Bayern.“

Quelle: Benne

+++ Hätte man das gewusst: „Wer früh anfängt, hört selten auf; wer spät anfängt,  kommt selten richtig rein", sagt Minister für Inneres und Sport Boris Pistorius.  Jetzt Sport-Talk im Niedersachsen-Zelt, außerdem mit  Torhüter von Hannover 96 Ron-Robert Zieler, Judoka Dimitri Peters,  dem niedersächsischer Sportler des Jahres,  Paralympiker Markus Häuptling und Fifa-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus.

Sportalk im Niedersachsenzelt. Quelle: Derlin

+++  Weißer Schwan ziehet den Kahn: Am See, in Höhe des NDR, fährt ein Boot des THW vorbei, beladen mit einer Blaskapelle. Die intoniert eine Weise, bei der es sich um "Ein weißer Schwan ziehet den Kahn" handeln könnte. Aber bis man das raus hat, sind sie schon vorbei.

+++ Gegendemo gestartet: Mit etwa 20 Minuten Verspätung hat die Demonstration am Opernplatz begonnen. 150 bis 200 Menschen haben sich dort versammelt.

+++ Demo verzögert sich: Auf dem Opernplatz haben sich etwa 150 Leute versammelt und warten auf den Beginn der Demonstration gegen die Einheitsfeier. Der Beginn war für 18 Uhr geplant. Sicherheitspersonal soll vor Ort für Ordnung sorgen. Bislang ist jedoch alles friedlich.

+++ Kleine Programmvorschau für den weiteren Abend: Um 18 Uhr startet der Sporttalk im Niedersachsenzelt. Zu Gast sind Niedersachsens Sportminister Boris Pistorius, 96-Keeper Ron-Robert Zieler, Judoka Dimitri Peters, Para-Triathlet Marcus Häusling, Tennisstar Nicolas Kiefer und Schiedrichterin Bibiana Steinhaus. Ab 19 Uhr werden „Elaiza“ auf der FFN-Bühne erwartet. Die Band vertrat Deutschland dieses Jahr beim Eurovision Song Contest. Und ab 21.30 Uhr wird Sänger „Maxim“ auf der NDR-Bühne erwartet. Er kandidierte für Nordrhein-Westfalen beim Bundesvision Song Contest.

+++ 240 feiern mit Weil in Herrenhausen: Mit den Flaggen ihres Bundeslandes vorweg sind 240 Bürgervertreter aus allen Bundesländern am Nachmittag ins Herrenhäuser Galeriegebäude eingezogen. Dort hat ihnen Ministerpräsident Stephan Weil einen Empfang bereitet und zum Festessen geladen. "Sie alle repräsentieren Ihre Bundesländer weit mehr, als die Ministerpräsidenten", sagt Weil in seiner kurzen Rede. Der Ministerpräsident lässt es sich nicht nehmen, auf den historischen Ort hinzuweisen, in dem die Bürgerdelegation speist. "Hier hat Gottfried Wilhelm Leibniz gewirkt, das ist aber nicht der mit dem Keks", sagt er schmunzelnd. Jeweils 15 Bürgervertreter hat jedes Bundesland zur Einheitsfeier nach Hannover entsandt. Sie alle wurden ausgewählt, weil sie sich ehrenamtlich besonders engagiert haben. 

Weil sie sich ehrenamtlich in ihren Bundesländern engagiert haben, sind 240 Bürgervertreter zu einem Festakt in Herrenhausen geladen worden. Quelle: Eberstein

+++ Babbeln, schwätzen, schnacken (Teil 3): Auf dem Einheitsfest treffen sich Besucher aus ganz Deutschland – und diese bringen ihre eigenen Mundarten mit. Aus dem babylonischen Stimmengewirr haben wir einige Beiträge aufgeschnappt. Nach einem Gast aus Berlin im zweitenTeil folgt nun HESSEN. Hören Sie selbst.

Audio Hessen (176 kB)

Audio: Eine Besucherin aus Hessen

+++ Von oben herab: Er arbeitet an höchster Stelle. Wenn Patrick Sommer auf die Knöpfe seines Mateco-Hubsteigers drückt, fährt die Hebebühne auf 43 Meter nach oben. Die Gäste, die am Sprengel Museum gegen eine kleine Spende bei ihm einsteigen, blicken bald dem Fackelträger auf den Kopf und auf die Maschseefontänen herab, in den Hof der Landesmuseums und in die HDI Arena hinein. Der 27-Jährige ist vom Ruhrpott bis Ostfriesland unterwegs - und zur Stelle, wenn Antennen montiert oder Gebäude gereinigt werden müssen. "Ein schönes Job", sagt er. "Man lernt Deutschland aus einer anderen Perspektive kennen."

"Man lernt Deutschland aus einer anderen Perspektive kennen": Luftbild vom Einheitsfest am Donnerstag. Quelle: Benne

+++ Flüchtlingsdebatte auf dem Festgelände: Stephan Weil ist auch für ernste Themen auf dem Fest zuständig: Er diskutiert mit Schülerinnen über Flüchtlingspolitik. "Wir haben die verdammte Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Menschen unterkommen. Und dann müssen wir dafür sorgen, dass sie hier auch ankommen." Er wünsche sich in der Flüchtlingspolitik einen "faireren Ausgleich zwischen den europäischen Staaten". Er sagt: "Da machen sich viele Länder einen schlanken Fuß." Weil kündigt an, dass das Land aufgrund der hohen Zahl an Flüchtlingen ein viertes Aufnahmelager einrichten wird. Das Land rechne bis zum Jahresende mit 18.000 neuen Asylanträgen. Bisher steht man bei 9000 Flüchtlingen.

+++ Babbeln, schwätzen, schnacken (Teil 2): Auf dem Einheitsfest treffen sich Besucher aus ganz Deutschland – und diese bringen ihre eigenen Mundarten mit. Aus dem babylonischen Stimmengewirr haben wir einige Beiträge aufgeschnappt. Nach einem Gast aus SACHSEN im ersten Teil folgt nun BERLIN. Hören Sie selbst.

Berlin (198 kB)

Audio: Eine Berlinerin auf dem Einheitsfest

+++ Rollstuhlsportler hoffen auf mehr Zuspruch: „Die Resonanz ist stark ausbaufähig“ – mit diesem Satz beschreibt Ulrike Kriebel den ersten Tag der Rollstuhlsportler aus Langenhagen beim Bürgerfest am Maschsee. „Wir hoffen, dass am Freitag deutlich mehr Besucher kommen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Rollstuhlsportgemeinschaft. Sie hatte seit 9 Uhr morgens mit anderen Ehrenamtlichen den Stand auf der Sportmeile aufgebaute und bis 20 Uhr betreut. „Aber wir merken sehr deutlich, dass viele noch arbeiten müssen und die Kinder in der Schule sind“, sagt Kriebel.

+++ Zucker von ganz oben für die Anwohner:  Stephan Weil bedankt sich bei seinem Auftritt im Zelt des Bundesrates bei den Anwohnern des Festes für ihre Geduld. "Ich weiß, dass das für sie kein Zuckerschlecken ist. Vielen Dank für ihr Verständnis." Das Fest gefällt dem Ministerpräsidenten "supergut". "Mir war selbst gar nicht klar, welche Ausmaße dieses Fest haben würde," sagt er.

+++ Neubürger: Für Christos Fotiadis, DJ auf der ffn-Bühne am Friedrichswall, kommt das Einheitsfest zur richtigen Zeit: Der 22-Jährige, geboren in Hannover als Sohn griechischer Eltern, war am Tag zuvor eingebürgert worden: "Es war eine wirklich feierliche Zeremonie im Regionshaus", sagt der Student. Der deutsche Pass mache Reisen ins Ausland für ihn leichter. "Natürlich fühlt sich das Leben nicht anders an als gestern", sagt er. "Aber ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu sein - auch wenn ich meine griechischen Wurzeln nie vergessen werde."

Ein besonderes Fest: Christos Fotiadis, geboren in Hannover als Sohn griechischer Eltern, war am Tag zuvor eingebürgert worden. Quelle: Benne

+++ Die Mauerfall-Beichte des Stephan Weil: Wie hat Niedersachsens Ministerpräsident den Mauerfall vor 25 Jahren erlebt? Gar nicht! Gegenüber unserem Videoreporter Tim Fischer gibt der oberste Niedersachse offen zu, dass er den Mauerfall damals schlichtweg verpennt hat.

+++ Feucht-fröhlich: Bier ist deutsches Kulturgut; ohne Gerstensaft säße die Nation auf dem Trockenen. Beim "Bundesbierpavillon" in der Willy-Brandt-Allee können Gäste sich durch alle 16 Bundesländer trinken: Aus jedem ist hier eine Biersorte zu haben. "Augustiner aus Bayern geht heute besonders gut weg", sagt Zapferin Franziska Wolters (die mit der gleichnamigen Brauerei nichts zu tun hat). "Aber Zischke-Kellerbier aus dem Saarland ist auch sehr beliebt."

+++ Babbeln, schwätzen, schnacken (Teil 1): Auf dem Einheitsfest treffen sich Besucher aus ganz Deutschland – und diese bringen ihre eigenen Mundarten mit. Aus dem babylonischen Stimmengewirr haben wir einige Beiträge aufgeschnappt. Den Auftakt macht ein Gast aus SACHSEN. Hören Sie selbst.

Sachsen (132 kB)

Audio: Ein Sachse auf dem Einheitsfest

+++ Schilfboot säuft ab: Einen schlechten Start erwischte die Crew des Experimentalfloßes "Dilmun S.". Der mit Styropor gefüllte Nachbau eines Schilffloßes, mit dem eine Mannschaft des Vereins für Experimentelle Archäologie Chemnitz stündlich Besucher des Thüringer Zeltes auf dem Maschsee umherschippert, kenterte schon bei seiner ersten Fahrt. Trotz Flaute und sehr geringem Tempo schaffte absolvierte die vierköpfige Mannschaft die ganze Ausfahrt ohne Probleme. Kurz vor der Rückkehr zum Anleger am Thüringer-Stand kippte das Boot dann. Alle sechs Passagier sowie zwei der Besatzungmitglieder stürzten dabei ins Wasser, verletzten sich aber glücklicherweise nicht. Zwei Mitgleider der Crew konnten sich auf dem gekenterten Schiff halten. Mit fünf Booten rückte die DLRG aus, um die in Maschseenot geratenen zu retten. Die vorwiegend älteren Passagiere nahmen den Unfall jedoch offenbar gelassen. Sie konnten sich im Zelt der DLRG abtrocknen und wärmen. "Drei von ihnen haben wir nach Hause gefahren, drei weitere bekommen von Bekannten trockene Kleidung mitgebracht", sagt Thorsten Heuer, Bezirksleiter der DLRG Hannover-Stadt und Einsatzleiter am Einheitsfest.

Unglücklicher Start: Mit fünf Booten rückte die DLRG aus, um die in Maschseenot geratenen zu retten. Quelle: Kießler

+++ Verkehrsadern gehen in die Knie: Der Feierabendverkehr hat begonnen – und erwartungsgemäß ist die City schlagartig verstopft: Am Aegi etwa ist kein Vorankommen mehr, die Autos strömen von allen Seiten auf den Verkehrsknotenpunkt ein. Oftmals wird den Ampeln keine Beachtung mehr geschenkt. An den Problemstellen östlich und westlich des Friedrichswalls wiederholt sich das Schauspiel von heute morgen: Trotz Rückstau fahren viele Verkehrsteilnehmer in die Kreuzungen Lavesallee/Leibnizufer und Schiffgraben/Marienstraße und blockieren die Fahrspuren dann für die Verkehrsteilnehmer, die grün haben. Tipp an alle, die unterwegs sind: Die Innenstadt weiträumig umfahren oder auf U-Bahn oder Fahrrad umsteigen. Die durch die Sperrungen verursachten Verkehrsbehinderungen betreffen mittlerweile auch schon die Besucher, die vorrausschauend mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. "Es kommt zu Verspätungen im Busverkehr", sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Diese hielten sich aber bisher in Grenzen. Nach Aussage von Iwannek seien die betroffenen Buslinien nur etwa 5 bis 10 Minuten hinter dem Fahrplan.

Nichts geht mehr: Die Sperrungen rund um das Fest sorgten am Donnerstag für erhebliche Verkehrsprobleme in der City, wie hier am Aegi. Quelle: HAZ

+++ ABBA geht immer: Hände in die Luft und anschließend großen Beifall für die Hamburger Coverband ABBA Fever trotz lichter Zuschauerreihen bei Super Trouper, Money, money, money und Summer Night City. 

Money, money, money: Die Coverband ABBA Fever hätte sich wohl ein paar mehr Zuschauer gewünscht. Quelle: Derlin

+++ Immer weiter: Im Sportbereich auf dem Friedrichswall können sich Hobbyatlethen mit Olympiasiegerin Heike Drechsler messen - im Standweitsprung: "Olympische Disziplin ist das zwar nicht - aber es macht einfach Spaß", sagt Drechsler. Die Sportlerin wirbt für mehr Bewegung im Alltag. Als Julia und Maria aus Hildesheim gegen sie antreten, springen alle drei Frauen etwa zwei Meter weit. Ein Achtungserfolg für Drechslers Herausforderinnen: "Ihr seid ja auch jünger als ich", scherzte diese. Ihr ältester Kontrahent am Donnerstag sei über 70 Jahre alt gewesen: "Er hatte aber mehr Sportabzeichen als ich Medaillen zu Hause."

"Olympische Disziplin ist das zwar nicht - aber es macht einfach Spaß": Heike Drechsler animiert Besucher zu großen Sprüngen. Quelle: Benne

+++ Vorbereitung zur Gegendemo: Auf dem Opernplatz nehmen die Vorbereitungen der Gegenveranstaltung Formen an. Mit Bands, Reden und einer Demo ab 17 soll gegen die Feier der deutschen Einheit protestiert werden. Mehr dazu in Kürze an dieser Stelle.

Opernplatz am Nachmittag: Nationalismuskritiker haben eine Gegenverantaltung auf die Beine gestellt. Quelle: Körner

+++ Die Kleinen drehen große Runden: Auf der Kinderbühne an der Westseite des Maschsees ist noch nicht viel los. Dabei gibt es neben einem Bühnenprogramm Vieles zu erleben: Kinderschminken, Hüpfburg, eine kleine Theaterprobebühne. Letizia Weidemann und Mara Querfurth (beide 12, aus der Südstadt) haben schon alles ausprobiert: "Aber das Bungee-Trampolin und das Looping-Bike sind am Coolsten - auch wenn's ganz schön anstrengend für die Arme ist!"

"Bungee und Looping sind am coolsten": Letizia Weidemann und Mara Querfurth aus der Südstadt. Quelle: Derlin

+++ Keine Probleme in der "Sperrzone": Anwohner und Besucher der westlichen Südstadt, zwischen Friedrichswall und Altenbekener Damm gelangen an den beiden Veranstaltungstagen nur noch mit Passierscheinen in ihr Viertel. Diese Regelung hat in den vergangenen Tagen für einige Aufregung bei den Betroffenen gesorgt. Ein privater Sicherheitsdienst hält an den Zufahrten zur Sperrzone Tag und Nacht Wache. Besondere Vorkommnisse gibt es im Sperrbereich bislang nicht, die Anwohner scheinen sich früh auf die ungewohnte Kontrolle eingestellt zu haben. So ganz ohne Murren geht das Prozedere dann aber doch nicht immer vonstatten. So klagt etwa Anja K., die als Hundesitterin in der Sperrzone unterwegs ist: "Die Sperrung ist total nervig". Eine ihrer Freundinnen etwa müsse schon seit Tagen erhebliche Umweg für die Fahrt zur Arbeit auf sich nehmen.

+++ Ab aufs Wasser: Mit der Fähre kann man alle zehn Minuten vom südlichen Ende der Ländermeile nach Westen des Maschsees übersetzen. Von dort geht es entweder über denselben Wasserweg zurück - oder mit der Bimmelbahn zum Maschpark. Die ist allerdings erstaunlich leer: Gerade drei ältere Herrschaften fahren dieses Mal mit. Dabei wäre das sicherlich auch etwas für die kleinen Gäste!

+++ Chillen im Maschpark: Hinterm Rathaus stehen Plüschsessel und Sofas, und vor einem anheimelnd lackierten Wohnwagen spielt Wojtek Krajewski Gitarre: "Ich hoffe, Muddy Waters ist nicht zu laut für diese Veranstaltung",sagt er, ehe er "Hoochie Coochie Man" klampft. Auf der Rathausbühne herrscht lauschige Beschaulichkeit: Auf der "Wohnzimmerbühne" präsentiert Musikland Niedersachsen ein ruhiges Programm mit meist jungen Musikern. Die Aktion auf der Rathausbühne wirbt dafür, Hausmusik vom Image des Angestaubten zu befreien. Die Flaneure im Maschpark jedenfalls genießen das wohltuend leise Programm abseits des Rummels. Und finden Muddy Waters nicht zu laut.

"Ich hoffe, Muddy Waters ist nicht zu laut für diese Veranstaltung": Wojtek Krajewski spielt auf seiner Gitarre. Quelle: Körner

+++ Tierische Show: Die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten wird am Bremer Zelt von Schauspielern des Theater 62 Bremen vorgeführt. Die bunten Kostüme sind ein echter Hingucker. Artige Zuschauer erhalten zum Schluss einen Glückspfennig vom Räuber - und tatsächlich in der alten Währung!

Vier Musikanten: Aus Bremen sind diese kostümierten Spaßvögel an den See gekommen. Quelle: Derlin

+++ Radfahren verboten! Sicherheitskräfte patrouillieren an der Meile, achten etwa darauf, dass niemand auf seinem Fahrrad hier längs fahre. Bestimmte Bereiche sind abgesperrt und werden bewacht. Alles verlaufe friedlich, bisher habe es keine Zwischenfälle gegeben, so eine Aufsichtsperson.

+++ "Sachsen ist am tollsten":

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Alle Berichte, Bilder und Infos zur Einheitsfeier in Hannover finden Sie auf unserer Themenseite.

Wer über das Bürgerfest schlendert, kann die vielen Kindergruppen mit ihren Sachsen-Luftballons kaum übersehen. Doch es handelt sich nicht um Kinder aus selbigem Bundesland, die für ihre Heimat werben. "Im Sachsen-Pavillon werden Ballons einfach verschenkt", sagt die 12-jährige Lena. Schon den ganzen Nachmittag treibt sie sich mit ihren drei Freundinnen auf dem Bürgerfest herum, die gesamte Ländermeile haben die Bismarckschülerinnen schon hinter sich. "Sachsen ist am tollsten", meinen sie. Denn nicht nur Luftballons bekamen sie in die Hand gedrückt, "auch Kopfhörer gab es gratis", sagt Finja begeistert. Immer wieder saugen sie einen Schluck Helium aus den Ballons und sprechen dann mit der typischen Mickey-Maus-Stimme. Am Besten aber, meint Finja, sei heute, dass drei Schulstunden ausfielen - ist ja schließlich Einheitsfeier.

Sachsen-Fans: Diese vier Besucherinnen sammelten schon so manches Erinnerungsstück an das Einheitsfest. Quelle: Schinkel

+++ Schon nach Hause? Statt sich mit dem Auto durch die Stadt zu drängen, empfehlen die Veranstalter mit Bus und Bahn zu kommen. Wer lieber ein wenig frische Luft und Bewegung möchte, kann das Fahhrad nutzen. Keines dabei? Kein Problem: Im Maschpark steht zur Zeit ein Freicycle. Das System des kostenloses Fahrradverleihs ist einfach: Fahrrad unter freicycle.de suchen, zum gewünschten Ort fahren und dort das Fahrrad einfach unangeschlossen stehen lassen. Der eingebaute GPS-Empfänger im Rahmen zeigt den Initiatoren dann den neuen Standort des Rades an. Aber Vorsicht: Es steht nur ein Freicycle am Maschteich. Das heißt: Wer zuerst kommt, fährt zuerst.

+++ Keine Berührungsängste: Mit seiner Drehorgel steht Charly Frommke (73) vor dem Zelt Mecklenburg-Vorpommerns. Er dreht und spielt und singt mit seiner rauhen, norddeutschen Stimme Seemannslieder wie "Wir lagen vor Madagaskar" - und schnackt mit so manchem Zuhörer. Berührungsängste kennt er nicht: "Die Leute denken immer, wir seien so introvertiert an der Küste - da muss ich doch heute mal das Gegenteil zeigen!"

"Wir lagen vor Madagaskar": Leierkastenmann Charly Frommke schnackt mit so manchem Zuhörer. Quelle: Derlin

+++ Satter Sound: Ihre Klänge beschallen das Nordufer: Die Band Free Steps liefert in der Mittagszeit den Soundtrack zum Fest. Unter anderem präsentieren die Musiker im satten Big-Band-Sound ein Medley von Udo-Jürgens-Hits, passend zum 80. Geburtstag des Sängers. Kleine Reminiszenz an Hannover: Im Schlager "17 Jahr, blondes Haar" besingen sie statt dem "Großstadt-" das "Maschseegetriebe".

Big-Band-Sound: Die Band Free Step beschallt das Nordufer. Quelle: Benne

+++ Erste Panne des Fests: Eigentlich sollte das 20 Meter lange aufblasbare Becken vor dem Stadion längst für Wassersportler aller Art freigegeben sein. Doch kaum stand der Wasserpegel etwa 20 Zentimeter hoch, wich Luft aus den Wänden. Ein Wasserstrom von schätzungsweise 40 Kubikmetern ergoss sich auf das Arthur-Menge-Ufer. Ein Schaden ist nicht entstanden. Die umliegenden Standbetreiber nahmen es mit Humor. "Die Straße ist jetzt auf jeden Fall sauber", sagte ein Vertreter des Tauchclubs Anderten.

+++ Auch das Maskottchen arbeitet wieder: Frisch erholt hat "Greif" seine Pause beendet und zieht weiter seine Runden. Greif und Hirsch sind die Träger des baden-württembergischen Wappens und haben heute und morgen einen harten Job: Zwei Tage lang wechseln sich insgesamt vier Personen mit dem Tragen der beiden Kostüme ab. Als Greif ist gerade Queen Laurelin (Künstlername) unterwegs. Die 41-Jährige trägt sonst eher Barockkostüme auf solchen Veranstaltungen. Von ihren Kostümwechselkolleginnen muss sie geführt werden, weil die Sicht im Kostüm nur sehr begrenzt ist.

Harter Job: Die Kostümträger aus Baden-Württemberg müssen geführt werden, weil die Sicht im Kostüm nur sehr begrenzt ist. Quelle: Derlin

+++ Ganz Deutschland hat am Maschsee Platz: Auf der Ländermeile gibt es Wein am Rheinland-Pfalz-Stand, Currywurst aus Berlin, und gleich nebenan präsentiert Sachsen-Anhalt virtuelle 3-D-Rundgänge durch seine Welterbestätten: "In Wittenberg war ich schon mal", sagt die elfjährige Birte hinter ihrer Brille: "Ist schön da."

+++ Alle an Bord: "Wir sind zwar kein Hochseeland - aber wir können den Norddeutschen doch zeigen, wie man Boot fährt", sagt Kapitän Athanasius Liberdis. Mit Strohhut und Stange steht er an Bord seines "Stocherkahns": In Tübingen, auf dem Neckar, waren das die traditionellen Transportkähne", sagt er. In Hannover bieten die Baden-Württemberger jetzt 20-Minuten-Touren über den Maschsee an. Motto der Flotte: "Wir können alles. Auch zur See fahr'n."

"Wir können alles. Auch zur See fahr'n": Die Baden-Württemberger bringen venezianisches Flair an den Maschsee. Quelle: Benne

+++ Durchatmen, weitermachen! Auch ein Maskottchen braucht ab und an mal eine Pause. Guten Appetit! 

Quelle: Eberstein

+++ Proteste gegen die Einheitsfeier: Während die offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit bereits laufen, haben auch die Gegendemonstranten mit ersten Aktionen begonnen. Auf dem Opernplatz wird derzeit eine Bühne für die Protestveranstaltung heute abend aufgebaut. Neben Konzerten unter anderem von der Band "Frittenbude" sollen auf dem zentralen Platz der Stadt Kundgebungen abgehalten werden. Die Aktion beginnt um 18 Uhr und endet gegen 22 Uhr. Die Organisatoren rechnen mit 1000 Teilnehmern. Bereits am Morgen hatten Aktivisten auf dem Turm des Neuen Rathauses ein Plakat mit der Aufschrift "Still not loving Heimat" entrollt. Die Polizei stellte das Plakat sicher. Am Freitag wollen die Demonstranten ab 14 Uhr erneut auf dem Opernplatz gegen die Einheitsfeierlichkeiten in Hannover protestieren.

"Still not loving Heimat": Die Polizei stellte das Plakat auf dem Rathausturm sicher. Quelle: HAZ

+++ Genießen wie im Süden: Arnold Kloppenburg (69) genießt im Rheinland-Pfalz-Zelt seine Rostbratwurst. "Wir freuen uns, dass wir jetzt schon hier sind. Man weiß ja nicht,  wie voll es morgen wird", sagt seine Frau Ulla (70). Das Ehepaar aus Laatzen hat keinen Veranstaltungsfavoriten. "Die Stimmung insgesamt ist schön - wie auf dem Maschseefest oder der Expo. Und das Wetter spielt auch mit!" Zum Feuerwerk morgen Abend wollen sie noch einmal vorbeischauen.

Arnold und Ulla Kloppenburg genießen im Rheinland-Pfalz-Zelt Rostbratwurst und andere Spezialitäten. Quelle: Derlin

+++ Schrauben, Sprünge und niedrige Stromkosten: Es sieht aus, als würde sich ein Snowboarder auf eine Wasserski-Fahrt einlassen und dabei Rampen und Kanten hinauffahren wie ein Skateboarder. Tatsächlich ist Wakeboarden eine Mischung als allen genannten Trendsportarten. Zu bestaunen sind die akrobatischen Tricks der jungen Sportler sowohl heute als auch morgen am Nordufer des Maschsees. Am Freitag wird sogar eine Meisterschaft ausgetragen, dem Gewinner winkt, wie könnte es anders sein, eine Rampe. 35000 Euro kostet die Wasserskianlage, die der Hamburger Thilo Trefz am Nordufer aufgebaut hat. "Die Stromkosten halten sich in Grenzen", sagt er. Zu Popsongs, die von der NDR-Bühne herüberschallen, drehen die Wakeboarder ihre Runden und setzen zu waghalsigen Schrauben und Sprüngen an. "Wer zuvor Trampolinspringer war, ist klar im Vorteil", sagt Wakeboarder Markus Zey.

Nass, aber spaßig: Ein Wakeboarder hebt am Nordufer ab. Quelle: Eberstein

+++ Der Andrang am See ist groß: Schon seit dem frühen Vormittag herrscht Gedränge am See, insbesondere am Nordufer und auf der Ländermeile am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer bummelt zahlreiche Besucher an den Ständen der 16 Bundesländer entlang. Allerdings gibt es dort noch einen 17. Bereich, der sich den Besuchern präsentiert. Welcher das ist, verraten wir Ihnen in Kürze. Nur soviel: Das Stichwort lautet "Zipfelorte."

+++ Echter Blickfang: Das Brandenburger Tor steht am Maschsee, und Hessen liegt gleich nebenan. Das Wahrzeichen der Bundeshauptstadt ist auf der Ländermeile ein echter Blickfang: "Aber natürlich nichts gegen Dornröschen", sagt Dornröschen. Die Hessin Rebecca Ross wirbt mit ihrem Prinzen Andras Richhardt dafür, dass Hofgeismar Dornröschenstadt wird. Kulinarisch liegt Hessen gegenüber Berlin vorn: An seinem Stand gibt es Ahle Wurscht und Federweißen. Am Berliner Stand Currywurst.

Rebecca Ross als Dornröschen mit ihrem Prinzen Andras Richhardt. Quelle: Körner

+++ Abgehoben: Dass es am heutigen Donnerstag eine große Jedermann-Wasserski-Aktion auf dem Maschsee geben würde, war bekannt. Doch dass sich auch einige Sportler mit Flyboards, dem neuesten Wassersport-Trend, blicken lassen würden, überrascht. Der Anblick der Sportler, die sich auf ihrem Brett durch reine Wasserkraft in die Luft drücken lassen, sorgt rund um den Maschsee für großes Staunen.

MIt Druck in die Luft: Ein Mann schwebt mit einem Flyboard mit Wasserkraft über dem Maschsee. Quelle: Stratenschulte

 

+++ Ein Blick zurück: Auf ein Stück deutsche Geschichte stieß Joachim Krinke am Stand der Autostadt am Maschsee-Nordufer - in Gestalt eines Messerschmitt-Kabinenrollers, Baujahr 1959. "So einen hätte ich mir fast einmal gekauft", sagt der 83-Jährige. Damals sollte der Kabinenroller 2395 Mark kosten. "Leider wollte der Händler damals mein Motorrad damals nicht in Zahlung nehmen", sagt Krinke. "Und so kaufte ich halt ein Goggomobil."

"So einen hätte ich mir fast einmal gekauft": Joachim Krinke bestaunt am Stand der Autostadt einen Messerschmitt-Kabinenroller von 1959. Quelle: Köner

+++ Das Fest verbindet: In bayrischer Tracht gehen Ulrich und Angelika Saerbeck über die Meile. Dabei kommen sie eigentlich aus Nordrhein-Westfalen. "Wir wollen Einheit durch Vielfalt zeigen" - nach einem Besuch in Dachau zum Oktoberfest hatten sie die Kleidung noch im Gepäck. Der 65-Jährige hatte damals die DDR bereist und hätte bei all den Kontrollen nie geglaubt, dass er die Wiedervereinigung noch zu Lebzeiten erleben würde. "Das Interessante und Schöne, was Deutschland als Ganzes zu bieten habe", sei eine Bereicherung, sagt er.

"Eine Bereicherung": Ulrich und Angelika Saerbeck aus NRW. Quelle: Derlin

+++ "Sagenhaftes Niedersachsen": Darsteller verschiedener mehr oder weniger historischer Figuren tummeln sich auf der Niedersachsenmeile – und dabei geht es mitunter hoch her: Ein wenig Rivalität war schon im Spiel, als etwa Till-Eulenspiegel-Darsteller Dag Wachsmann aus Schöppenstedt und "Rattenfänger" Michael Boyer aus Hameln aufeinandertrafen: "Ich bin schon auf einer Briefmarke", sagte Wachsmann. "Ich bin schon auf einer Münze", konterte Boyer. Einig waren sich die beiden in einem Punkt: "Wir sind die wichtigsten Niedersachsen. Und wir sind auf Facebook befreundet."

"Wir sind die wichtigsten Niedersachsen": Till-Eulenspiegel-Darsteller Dag Wachsmann aus Schöppenstedt und "Rattenfänger" Michael Boyer aus Hameln. Quelle: Körner

+++ Anwohner sind geteilter Meinung: Die Sperrung des gesamten Wohngebiets östlich des Maschsees ruft bei den Einwohnern geteilte Reaktionen hervor. Verständnis kommt dabei mitunter von überraschender Seite. Eine Kioskbesitzerin sagt: "Ich kann nicht klagen, es kommen immer noch genug Kunden." Ein 24-Jähriger, der in der Bürgermeister-Fink-Straße wohnt, reagiert indes gereizt. Für die Sperrung hat er grundsätzlich Verständnis, doch die Stadt messe mit zweierlei Maß. Bei Fußballspielen von Hannover 96 werde der Bereich nicht gesperrt, dabei würden die Stadionbesucher das Viertel dann wild zuparken, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Zu anderen Zeiten indes griffen die Kontrolleure hart durch und verteilten dort viele Knöllchen an nicht einwandfrei parkende Bewohner des Gebiets.    

+++ "Das wird eine Marathon-Moderation": Das kündigt Jasmin Wiegand an. Heute und morgen wird die Moderatorin des Regional Magazins RTL-NORD sämtliche Veranstaltungen im Niedersachsen-Zelt wie etwa die Talkrunden mit den Ministern begleiten. Vor allem den Musiker Juliano Rossi um 11.50 Uhr erwartet sie mit Spannung: "Er ist ein guter Freund von mir, mit dem ich auch schon gesungen habe." Als Oliver Perau engagiert er sich außerdem mit "Klang und Leben" für Demenz-Kranke. Das Projekt stellt er um 12.20 Uhr im Niedersachsen-Zelt vor.

Hat viel vor: RTL-Moderatorin Jasmin Wiegand. Quelle: Derlin

+++ Ein Heimspiel für Stephan Weil: Am Nordufer des Maschsees schüttelte er noch ganz entspannt ein paar Hände. Wie er sich fühle? "Wie jemand, der zuhause eine Fete gibt und auf die Gäste wartet", sagt Ministerpräsident Stephan Weil. Dann eröffnete er ganz offiziell im Niedersachsenzelt die Feier zum Tag der deutschen Einheit: Die Besucher erwarte ein "sattes, volles,buntes, fröhliches Programm", sagte Weil. Zuletzt hatte Hannover 1998 die Feier ausgerichtet: "Ein überschaubares Fest auf dem Opernplatz, es regnete in Strömen", erinnerte sich Weil. Die Feier in diesem Jahr spiegele das Festmotto "Einheit in Vielfalt" wieder. In Deutschland gebe es heute eine bunte Gesellschaft. Er erinnerte an die Wende in der DDR vor 25 Jahren, an die sich "die älteren Semester hier im Zelt" noch gut erinnern könnten: "Das war ein Herbst, den wir alle miteinander nicht vergessen werden." Auch Oberbürgermeister Stefan Schostok erinnerte an die Montagsdemonstrationen und daran, wie im November 1989 zahlreiche Trabis durch Hannover rollten: "Heute ist es eine große Ehre für uns, dass wir dieses Fest hier feiern dürfen."

+++ Verkehrslage entspannt sich langsam: Am frühen Morgen hatten die Sperrungen rund um das Bürgerfest für chaotische Szenen im Straßenverkehr der City geführt. Mittlerweile ist der Berufsverkehr aber zu großen Teilen durch und die Lage rund um Aegi und Friederikenplatz beruhigt sich.

Hannover feiert den Tag der Deutschen Einheit. Rund um die Festmeile kommt es am Donnerstag durch die Straßensperrungen zu ersten Behinderungen im Verkehr.

+++ Gespenstische Atmosphäre im Maschseeviertel: Während am Nord- und Westufer des Maschsees schon jetzt Gedränge herrscht, ist es im angrenzenden Maschseeviertel ungewöhnlich ruhig. Das Areal zwischen See und Hildesheimer Straße ist seit heute Morgen 8 Uhr für Autofahrer gesperrt.

Alles ruhig: Beinahe kein Auto ist im gesperrten Maschseeviertel östlich des Sees unterwegs. Quelle: Kießler

Nur Anwohner dürfen an festgelegten Kontrollstellen passieren.

+++ Dabei sein ist alles: Schon vor der offiziellen Eröffnung des Bürgerfestes hatten sich zahlreiche Schulklassen vor dem Niedersachsenzelt zusammengefunden – so auch die Klasse 7c von der Bismarck-Schule aus Hannover Mitte. Die Schule dient als Ausstellungsstützpunkt der Bundeswehr auf der Einheitsfeier. Nachdem die Schüler bereits im Unterricht die Wiedervereinigung thematisiert haben, freuen sie sich vor allem darauf, die Stimmung auf der Ländermeile zu erleben. So freut sich Clara Horstmann auf das Niedersachsen-Zelt: "Ich möchte wissen, wie Niedersachsen dargestellt ist."

Gemeinsam von Anfang an mit dabei: Lehrer Maik Wünsch (33), Clara Horstmann (12), Hannah Rütten (12), Mira Zoey Yilmaz (13),  Johanna Held (12) und Manfred Söhlke (61). Quelle: Derlin

+++ Das Fest hat begonnen! Für den offiziellen Eröffnungsakt ist Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil verantwortlich. Im Niedersachsenzelt vor dem Sprengel-Museum hält Hannovers ehemaliger OB eine feierliche Rede. Mit dabei ist auch sein Nachfolger in Hannover, Stefan Schostok.

Die ersten Besucher nutzen die Möglichkeit auf einen Schnappschuss mit dem niedersächsischen Ministerpräsident Stephan Weil. Quelle: Derlin

+++ Verkehrsprobleme in der City: Vor dem offiziellen Beginn des Festes am Donnerstag bekamen vor allem Autofahrerim morgendlichen Berufsverkehr die Auswirkungen des Großereignisses zu spüren: Die zahlreichen Straßensperrungen wegen der Einheitsfeier sorgten für Dauerstau in einigen Bereichen der City. Rund um den Aegidientorplatz ging zeitweise nichts mehr. Auch am Bereich Friederikenplatz/Ecke Lavesallee mussten Autofahrer Geduld beweisen. Stillstand gab es auch am Bereich Friederikenplatz/Ecke Lavesallee. Weil der Friedrichswall seit dem Morgen in beiden Richtungen gesperrt ist, müssen die Autofahrer dort links abbiegen. Für zusätzlichen Rückstau sorgten Pkw-Fahrer, die den Stillstand auf der Kreuzung ignorieren und beim Rangieren im Kreuzungsbereich den Gegenverkehr behindern.

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