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Aus der Stadt Ein Fest der Superlative
Hannover Aus der Stadt Ein Fest der Superlative
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00:15 23.06.2015
Die Fête de la Musique lockte am Sonntag 150.000 Besucher an.
Die Fête de la Musique lockte am Sonntag 150.000 Besucher an.  Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Musik bedeutet für jeden etwas anderes: Für die Rockbands am Kröpcke ist es Headbangen zu harten Riffs, für die Grundschüler am Hauptbahnhof sind es filigrane Chorgesänge, für die Percussionisten an der Großen Packhofstraße ist es markiges Trommeln, in einer Lautstärke, die nicht nur Trommelfelle, sondern auch Hosenbeine wegweht.

Aber egal wie, bei der Fête de la Musique fand jeder die richtigen Töne: 3000 Musiker breiteten auf 39 Bühnen in der Innenstadt die ganze Welt der Musik aus: Klassik und Rock, Punk und Pop, Weltmusik und Elektro und alle Stilrichtungen dazwischen. 

Das lockte viele an. „Es sind 150.000 Besucher gekommen. Damit ist das Hannovers größte Musikveranstaltung“, freute sich Veranstaltungsleiter Ralf Sonnenberg. Die Innenstadt war voll wie sonst nur an Sonnabenden, und wer nicht selbst Musik machte oder vor Bühnen tanzte, ließ sich an einem der vielen Crêpes- und Bratwurststände vom allgegenwärtigen Takt irgendeiner Musik zumindest zum Kniewippen verführen.

Zum achten Mal findet die Fête de la Musique in Hannover statt – und zum ersten Mal trägt Hannover als offizielle „Unesco City of Music“ das Festival aus. 

Einer der Höhepunkte war der Auftakt der Fête: Beim „Violinen Flashmob“, versammelten sich 200 Streicher auf dem Opernplatz. Sie spielten eine Romanze von Joseph Joachim – überraschend simultan. „Für diese Aktion habe sogar ich nach 25 Jahren meine Geige wieder hervorgeholt“, sagt Joachim Werren, Generalsekretär der Stiftung Niedersachsen. Bei so einem Spaß müsse man einfach mitmachen, meint er schmunzelnd. Und auch Flashmob-Organisator Markus Lüdke ist zufrieden. „Wir wollten ein Stück, bei dem sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene mitspielen können – das haben wir geschafft.“

Im positiven Sinn geschafft waren auch die Ohren, die sich in der Innenstadt bewegten: Das rechte Ohr hörte noch Klassik am Opernplatz, während das linke schon bei Rock am Kröpcke war. Auch Fête- Produktionsleiterin Sabine Busmann ließ alle Arbeit hinter sich und genoss den Auftritt einer schottischen Band in der Georgstraße. „Ich bin überglücklich, ich habe eine Gänsehaut von der Atmosphäre“, schwärmte sie inmitten der Zuschauer.

Offizielles Programmheft

Das offizielle Programmheft gibt es hier im PDF-Format zu Download (ca. 5 MB).

Nur einer kam nicht nach Hannover: Der Sommer. Er hielt sich trotz kalendarischem Sommeranfang mit 18 Grad und grauem Himmel vornehm zurück. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch: Ganz Hannover feierte sich am längsten Tag des Jahres als Unesco City of Music.

Sabrina Mazzola

Das Programm

Hauptbahnhof: Um 22 Uhr endet hier die Fête mit einem gemeinsamen Nachtgesang.

Platz der Weltausstellung: Zum zweiten Mal ist hier die Inklusionsbühne aufgebaut – organisiert vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. Laut und leise, viel Bewegung und tanzbarer Glitterrock.

Marktkirche: Prominente lokale Bands wie U3000, Shanaya und Milou & Flint treten auf der Leinehertz-Bühne auf.

Steintor: Bands aus der offenen Jugendarbeit der Stadt bespielen ab 15 Uhr die Bühne. Dazu gibt es alkoholfreie Cocktails, Kaffee und Muffins.

Schillerdenkmal: Hier präsentieren sich Künstler aus den anderen „Unesco City of Music“-Städten und rocken gemeinsam mit hannoverschen Bands. Das Netzwerk Kre-htiv informiert zudem über das Unesco-Projekt.

Cique Electrique: Die Goseriede wird erneut zur Manege für Hannovers Elektroszene. Mehr als 30 DJs und Live-Acts performen – präsentiert von Fuchsbau, Lieber Club, Yippiee und Observer.

Kröpcke: Bands aus Hannovers Partnerstädten spielen erstmals gemeinsam ein „Band-Mash-up“ – vereint im Herzen der Innenstadt.

Ballhof: Swing, Free Jazz, Chanson, Rockabilly, Fusion – der Jazz-Club Hannover präsentiert lokale Größen und junge Talente. Den Abschluss bildet ab 21 Uhr Sound Discount feat. Premium Quality.

Drum Street: Percussion, so weit die Große Packhofstraße reicht. Afrikanisch, japanisch, amerikanisch. Trommeln gehört international zum Handwerk.

Weitere Spots: Die Klassikbühne des Freundeskreises Hannover in der Galerie Luise bespielen 30 teils hochkarätige Musiker und zwei Chöre. Später am Tag gibt es Jazz. In einem Ladengeschäft nahe der Bühne werden gebrauchte Musikinstrumente verkauft. Am Hans-Lilje-Platz gibt Hannover Concerts erstmals auf einer eigenen Bühne Gas: Punkrock, Grunge und Retroklänge von 15 bis 22 Uhr. Das Kulturzentrum Faust organisiert die „Bühne der Vielfalt“ am Holzmarkt – für Demokratie, interkulturellen Austausch und Toleranz. Die Kinderbühne am Hannah-Arend-Platz bietet ab 14 Uhr Programm. In der Schalterhalle des Anzeiger-Hochhauses präsentiert die Musikschule Hannover 200 Schüler aus zwölf Ensembles. Am Marstall gibt die Bandakademie Hannover dem Nachwuchs eine Chance.

 

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