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Aus der Stadt Hannover hilft den Flutopfern in Magdeburg
Hannover Aus der Stadt Hannover hilft den Flutopfern in Magdeburg
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11:12 06.06.2013
130 Feuerwehrleute aus Hannover helfen in Magdeburg beim Hochwasserschutz. Quelle: Elsner
Hannover

Hunderte Fluthelfer aus Hannover unterstützen den Kampf gegen das Hochwasser der Elbe. 130 Feuerwehrleute aus Stadt und Region Hannover bauen seit gestern Dämme in Magdeburg. Die Behörden der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts erwarten für morgen eine starke Flutwelle und haben Katastrophenalarm ausgelöst. Die Zentrale Polizeidirektion schickt am Donnerstag rund 200 Beamte ins Wendland, um dort der Elbflut Einhalt zu gebieten. Auch der hannoversche Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) bereitet sich auf den Hochwassereinsatz vor.
„Es ist wichtig, dass wir hier helfen, es stehen erhebliche Deichbauarbeiten an“, sagte Hannovers Feuerwehrchef Claus Lange gestern Nachmittag.

Er und seine Leute hatten sich um 6 Uhr mit 40 Fahrzeugen und der Sandsackbefüllungsanlage auf den Weg ins Katastrophengebiet gemacht. Die Magdeburger hatten noch in der Nacht die Kollegen aus Niedersachsen um Unterstützung gebeten – wegen deren Erfahrung bei Großeinsätzen und ihrer guten technischen Ausstattung. Die hannoverschen Helfer waren abkömmlich, weil sich in der Region Hannover die Hochwasserlage deutlich entspannt hat. Die Feuerwehr rechnet an Leine und Ihme nicht mit weiteren Überflutungen.

Die Feuerwehr Hannover rückte am Morgen mit 130 Einsatzkräften aus, um im betroffenen Gebiet zu helfen.

„Wir sind für den südlichen Teil Magdeburgs zuständig“, erläutert Feuerwehrchef Lange. Die Einsatzleitung aus Hannover koordiniert mehr als 300 Einsatzkräfte. Die Einheiten stammen von der Feuerwehr aus Stadt und Region Hannover sowie von der Bundeswehr. Weitere Helfer aus Braunschweig und Wolfsburg sollen noch hinzustoßen.

Den jüngsten Prognosen zufolge wird der Flusspegel der Elbe in Magdeburg am Donnerstag fünf Meter über dem Normalniveau liegen. Damit droht der Stadt ein noch schlimmeres Hochwasser als 2002, als die Feuerwehren aus Stadt und Region Hannover schon einmal aushelfen mussten. „Wir haben eine gewisse Ortskenntnis. Wir wissen, wo damals das Wasser gestanden hat“, sagt Lange. Er selbst sei vor elf Jahren ebenfalls vor Ort gewesen.

Die Einsatzzentrale in Magdeburg rechnet damit, dass der Pegelstand zehn bis 20 Zentimeter höher als 2002 steigen wird. Lange ist trotzdem guter Dinge. „Damals war die Lage schwieriger, weil wir erst spät hinzukamen“, sagt er. Diesmal seien die Helfer vorbereitet und der Hochwassereinsatz gut durchgeplant. „Mit den vorgesehenen Maßnahmen werden wir das Hochwasser in den Griff kriegen“, ist er sich sicher.

Gestern bauten die hannoverschen Fluthelfer die ersten Dämme auf. Mehr als 15 000 Sandsäcke füllten sie mit ihrer selbst entworfenen mobilen Sandsackfüllstation. Die ortsansässige Feuerwehr hat zwar eine vergleichbare Anlage. Diese sei allerdings nicht so „ausgereift und leistungsfähig“ wie die hannoversche, sagt Lange nicht ohne Stolz. Mehr als 30 000 Sandsäcke haben die Einsatzkräfte seit gestern in der Stadt verbaut. Der Bedarf ist riesig. Für einen Damm von 100 Metern Länge und einem Meter Höhe werden rund 11.000 Sandsäcke benötigt.

Die Magdeburger sind für die Unterstützung aus der Leinestadt äußerst dankbar. „Die Einsatzkräfte aus Hannover helfen uns unheimlich“, sagt Stadtsprecherin Cornelia Poenicke. Gerade das Befüllen und Stapeln der Sandsäcke müsse äußerst schnell vorangehen. Die erste große Flutwelle erreicht Magdeburg aller Voraussicht nach am Donnerstag. „Dann kriegen wir vermutlich das Hochwasser aus der Saale zu spüren“, sagt Poenicke. Die zweite Welle wird vom Oberlauf der Elbe erwartet. Wann sie eintrifft, ist allerdings noch unklar.

Der Einsatz der hannoverschen Helfer ist zunächst bis zum Wochenende geplant. Je nach Lage kann die Aktion aber auch länger dauern. Die erste Ablösung durch frische Feuerwehrleute ist am Donnerstag vorgesehen. Später kommen voraussichtlich auch Helfer des hannoverschen THW in Magdeburg an.

Das THW hat sich für einen möglichen Einsatz in den überschwemmten Gebieten vorbereitet. Die Einsatzkräfte haben ihre Sachen für den Einsatz bereits gepackt. „In der vergangenen Woche hatten wir bereits den ersten Einsatz im Hochwasser, deshalb sind wir auf weitere Maßnahmen gefasst“, erklärt THW-Sprecher Pierre Graser.

Auch die Zentrale Polizeidirektion mit Sitz in Hannover beteiligt sich am Hochwassereinsatz. Am Donnerstag brechen zwei Hundertschaften in Richtung Lüchow auf. Sie sollen dort die Helfer vor Ort im Kampf gegen das Hochwasser der Elbe unterstützen. „Wir rechnen stündlich mit weiteren Anfragen aus anderen betroffenen Regionen der Republik“, sagt Behördensprecher Karsten Wolf.

Von Christian Link und Tobias Morchner

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