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Aus der Stadt Feuerwehrleute müssen Englisch üben
Hannover Aus der Stadt Feuerwehrleute müssen Englisch üben
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11:21 09.07.2012
Von Tobias Morchner
Foto: Die Mitarbeiter der Flughafenfeuerwehr Hannover müssen Englisch lernen.
Die Mitarbeiter der Flughafenfeuerwehr Hannover müssen Englisch lernen. Quelle: dpa
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Hannover

Die deutschen Flughäfen wollen eine eigene Funkfrequenz zwischen Cockpit und Einsatzzentrale. Auf diese Weise können der Pilot einer defekten Maschine und der zuständige Einsatzleiter direkt miteinander die notwendigen Maßnahmen abstimmen. Bisher muss sich in diese Gespräche immer noch der Tower als Vermittler zwischenschalten. Das kostet wichtige Sekunden, die in einer Notlage entscheidend sein können.

An einigen ausländischen Flughäfen ist diese Sonderfrequenz bereits freigegeben. Inzwischen sind in Deutschland die ersten Testläufe mit einer eigenen Funkleitung von den Passagiermaschinen zu den Einsatzkräften an insgesamt fünf Flughäfen abgeschlossen. Die Ergebnisse sind offenbar so positiv, dass die Tests jetzt ausgeweitet werden sollen. „Ich gehe davon aus, dass wir uns in Hannover dieser neuen Technik sicher nicht verschließen werden“, sagt Martin Argendorf. Der Chef der hannoverschen Flughafenfeuerwehr rechnet damit, dass die neue Funkfrequenz bereits im nächsten Jahr freigeschaltet wird.

Zuvor müssen die Einsatzkräfte allerdings noch mit neuen Funkgeräten sowie einem speziellen Auf­zeichnungsgerät ausgestattet werden. Die Kosten liegen zwischen 5000 und 10. 000 Euro. Auch Argendorf spricht sich für das Einrichten der neuen Frequenz aus: „Es gibt am Flughafen häufig Situationen, in denen ein direktes Gespräch zwischen dem Verantwortlichen an Bord einer Maschine und der Feuerwehr sinnvoll ist.“ Denn der Pilot kann aus seinem Cockpit nur einen Bruchteil seiner Maschine sehen. „Gibt es beispielsweise Schwierigkeiten am Fahrwerk oder es raucht irgendwo, kann die Einschätzung des Einsatzleiters von außen möglicherweise hilfreich sein“, erklärt Argendorf.

Der geforderte Englischtest bereitet ihm kein Kopfzerbrechen. „Das sind im wesentlichen Fachbegriffe, die sich, wie ich glaube, gut und schnell lernen lassen“, sagt er.

Conrad von Meding 08.07.2012
Bärbel Hilbig 08.07.2012