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Aus der Stadt Feuerwehrleute wollen alte Dienstzeiten zurück
Hannover Aus der Stadt Feuerwehrleute wollen alte Dienstzeiten zurück
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20:28 17.01.2013
Von Mathias Klein
Die neuen Arbeitszeiten sind für die Feuerwehrleute extrem familienunfreundlich. Sie wollen die alte Regelung zurück. Quelle: Schaarschmidt (Symbolfoto)
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Hannover

Auf eine dazu vom Landesinnenministerium angeforderte rechtliche Einschätzung muss die Stadt jedoch ungewöhnlich lange warten. Seit drei Monaten steht eine Antwort aus dem Haus von Minister Uwe Schünemann aus.

„Das wundert mich sehr“, sagt der Personalratsvorsitzende der Berufsfeuerwehr Hannover, Manfred Petrausch. Er kann nicht verstehen, dass das Ministerium so lange für die Antwort auf eine Frage benötigt. Möglicherweise, so der Verdacht von Petrausch, gebe es einen Zusammenhang mit der Landtagswahl.

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Wegen der Dienstzeiten rumort es unter den rund 400 Berufsfeuerwehrleuten schon seit Langem. Denn der Dienstplan wird von vielen Feuerwehrleuten als „extrem familienunfreundlich“ empfunden. In früheren Jahren hatten die Feuerwehrleute zehn Tage am Stück rund um die Uhr Dienst – anschließend dann aber auch 20 Tage frei. „Da konnte man den Kopf freibekommen“, sagt ein Feuerwehrmann. Derzeit sind die Feuerwehrleute sind in einem steten Wechsel zwischen Tag- und Nachtschicht im Einsatz. Für Familie und Erholung bleibe einfach zu wenig Zeit.

Nach einem Gerichtsurteil gegen die Landeshauptstadt im Jahr 2008 wurden die Dienstpläne bei der Feuerwehr auf das unbeliebte System umgestellt. Hintergrund ist die Arbeitszeitverordnung der EU. Allerdings haben andere große Städte trotz der Regeln aus Brüssel den 24-Stunden-Dienst beibehalten oder sind nach einiger Zeit dahin zurückgekehrt. Beispiele sind Frankfurt, Hamburg und Braunschweig. Darauf beruft sich jetzt auch der Personalrat der hannoverschen Feuerwehr.

Die Stadt Hannover habe das Innenministerium bereits mehrmals nach der rechtlichen Einschätzung gefragt, berichtet Sprecher Andreas Möser auf Anfrage der HAZ. „Bedauerlicherweise gibt es auch nach fast drei Monaten keine Antwort des Ministeriums“, sagt Möser. Eine rechtliche Klarstellung aus dem Ministerium sei aber dringend erforderlich.

Laut Ministeriumssprecher Frank Rasche ist das zuständige Fachreferat direkt nach Eingang des Briefes „in die Materie eingestiegen“. Es handele sich um ein komplexes Thema, weil verschiedene Regelungen und Verordnungen berücksichtigt werden müssten. Der Feuerwehr sei mündlich mitgeteilt worden, dass die Bearbeitung länger dauere. In Kürze werde es eine Mitteilung an die Landeshauptstadt geben, sagt Rasche.

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