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Aus der Stadt „Hannover hat noch kein Filmgesicht“
Hannover Aus der Stadt „Hannover hat noch kein Filmgesicht“
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10:13 06.08.2013
Regisseur Nils Loof, Kameramann Tom Bresinsky und weitere Mitarbeiter stehen am Set in der Innenstadt.
Hannover

Ein Filmteam in der Kurt-Schumacher-Straße? Man meint, in der Hitze einer Fata Morgana erlegen zu sein. Doch der Regisseur neben den Kameraleuten rückt das Bild wieder zurecht: Das Hemd ein bisschen zu eng, der Bart ein bisschen zu lang und die Frisur ein bisschen zu lange her – klar, ein typischer Lindener. Und ein Bekannter noch dazu: Der Hannoveraner und Lola-Preisträger Nils Loof dreht einen kompletten Film in Hannover – und mit Hannoveranern.

Die Liebeskomödie „Playground: Love“ wird ein 90-minütiger Spielfilm über Beziehungen und Selbstfindung an hannoverschen Schauplätzen. Mit dabei sind mehr als hundert Komparsen aus Hannover sowie Rainer Frank und Julia Schmalbrock vom Schauspielhaus, die beide eine Hauptrolle spielen. Ebenfalls dabei: Ur-Hannoveraner Thorsten Nindel, bekannt aus der „Lindenstraße“ und der ZDF-Serie „Der Landarzt“. Einige Darsteller der hannoverschen Bühnen übernehmen kleinere Rollen, und auch große Teile des Filmteams stammen aus Hannover. Auch das Szenenbild haben Absolventen der Hochschule Hannover gestaltet – mehr Hannover geht nicht.

„Ich bin in Hannover geboren, lebe und arbeite hier sehr gut“, begründet Loof seine Wahl. Auch von der Zusammenarbeit kann er nur Positives berichten. Man könne hier gut und einfach drehen, weil die Menschen noch nicht so abgebrüht gegenüber Dreharbeiten seien wie in den Filmstädten Hamburg oder Berlin. Allein als Komparsen hatten sich 250 Hannoveraner gemeldet, und auch Natalie O’Hara, die eine der Hauptrollen spielt, bezeichnet die Hannoveraner als „offen und enthusiastisch“. Beim Besuch der Herrenhäuser Gärten habe sie sich wie in Schloss Sanssouci gefühlt, und auch sonst biete Hannover viele schöne Motive, die man im übrigen Deutschland bekannter machen müsse.

„Playground: Love“ handelt von konfusem Gefühlschaos, unerfüllten Leidenschaften und unsicheren Berufsaussichten. Frederic, einer der Protagonisten des Films, kann sich nicht zwischen Hamburg und Hannover entscheiden. „Damit ist der Film schon ein indirektes Plädoyer, nicht nach Hamburg abzuwandern, wie viele Filmkollegen es tun“, sagt Loof.

Loof selbst kehrt nach jedem Arbeitstag nach Linden zurück, seinen Wohnort. Sein Lieblingsort ist die Limmerstraße: „Da fühle ich mich wohl“. Loof ist gebürtiger Wunstorfer, er drehte zahlreiche prämierte Kurzfilme sowie eine Dokumentation über den hannoverschen Massenmörder Fritz Haarmann. Er ist zudem Verwaltungsprofessor für Kamera und Editing an der Hochschule Hannover.

Gedreht wird noch bis zum 14. August, als nächstes auf dem Maschseefest im Groove Garden zwischen Mitternacht und zwei Uhr. Der Film hat bereits einen Filmverleih und soll nächstes Jahr in die Kinos kommen. Den Großteil der Kosten übernimmt die Filmfördergesellschaft Nordmedia-Fonds mit 60 000 Euro, Loof steuert einen Eigenanteil bei.

Die Entscheidung, „Playground: Love“ finanziell zu unterstützen, sei der Nordmedia leichtgefallen, sagt Förderchef Jochen Coldewey: „Wir haben viel zu wenig Spielfilme aus der Region. Die meisten Filmemacher kommen für ein paar Tage, drehen hier und sind dann wieder weg.“ Loofs Film dagegen stelle ein nachhaltiges Projekt dar, dass wertvoll für Hannover sei. Und die Stadt sei visuell noch nicht verschlissen. „Hannover hat noch kein Filmgesicht“, bestätigt Loof. Mit seinem Team aus 130 Komparsen,
18 Mitarbeitern und sieben Schauspielern macht er sich daran, eines zu erschaffen.

Von Sabrina Mazzola

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