Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt „Beim Klinikum fehlt ein Konzept“
Hannover Aus der Stadt „Beim Klinikum fehlt ein Konzept“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:31 31.01.2014
Von Mathias Klein
Ohnesorg, Hansen, Jagau und Fischer.
Ohnesorg, Hansen, Jagau und Fischer (v.l.). Quelle: Rainer Surrey
Anzeige
Hannover

Regionspräsident Hauke Jagau müsse sich endlich an die Spitze des Aufsichtsrats setzen und den „Dschungel im Klinikum lichten“, betonte er. FDP-Fraktionschef Bernhard Klockow drängt auf „grundsätzliche strukturelle Veränderungen“. Das bisher vorgelegte Konsolidierungsprogramm reiche bei Weitem nicht aus, meinte er. Linke und Piraten verlangten sogar, Jagau solle auf die Senkung der Regionsumlage verzichten. Dann könnte das Klinikum 15 Millionen Euro mehr erhalten, sagte Gruppensprecher Michael Fleischmann. Und Jagau solle zusätzlich mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil über eine bessere Krankenhausfinanzierung verhandeln, ergänzte er.

Gestern hat sich auch der Steuerzahlerbund eingeschaltet. „Die Lücken im Klinikum sind besorgniserregend“, sagte der Finanzexperte des Verbandes, Gerhard Lippert. Es müsse jetzt ein schlüssiges Konzept geben, wie die „riesigen Defizite“ eingedämmt werden können.

Grünen-Fraktionschef Raoul Schmidt-Lamontain gab sich dagegen zurückhaltend, er kenne die Zahlen und die finanzielle Situation des Klinikums nicht. Silke Gardlo, seine Kollegin von der SPD, sagte, es handele sich um „keine schöne Situation“. Allerdings seien Kredite zum Erhalt der Liquidität üblich, meinte sie.

Am Donnerstag hatten Regionspräsident Hauke Jagau und Klinikumschef Diethelm Hansen in einer eilig einberufenen Pressekonferenz mitgeteilt, dass das Klinikum einen Kredit von 30 Millionen Euro benötige, um die Liquidität des Unternehmens zu sichern. Das Problem war zu Jahresbeginn zutage getreten, zu diesem Zeitpunkt herrschte einige Tage erhebliche Aufregung auf der Chefetage des Klinikums.

Jetzt sei alles gut, das Klinikum stehe gut da, weil die Region hinter dem Unternehmen stehe, verkündete Hauke Jagau am Donnerstag. Diese Aussage löste bei Mitgliedern des Aufsichtsrats ziemliches Erstaunen aus. „Wir kennen ja längst nicht alle Zahlen“, sagt ein Mitglied des Gremiums. Deshalb sei eine solche Aussage verwegen. Eine Prüfung der von der Geschäftsführung vorgelegten Zahlen habe es auch nie gegeben, meint ein anderes Mitglied des Gremiums. Nach den zahlreichen Finanzlücken müsse man jetzt mit den Aussagen aus dem Klinikum wesentlich vorsichtiger umgehen. „Seit Jahren wurde die Lage schöngeredet“, heißt es außerdem.

Eigentlich hatte die Geschäftsführung darauf gehofft, die für dieses Jahr zugesagten 15 Millionen Euro aus dem Regionshaushalt möglichst schnell zu erhalten. Weil der Etat aber noch nicht vom Innenministerium genehmigt ist, kann die Region das Geld noch nicht überweisen.

Der Geschäftsführung macht derzeit auch das laufende Geschäft Sorge. Denn nach Informationen der HAZ verdient das Klinikum derzeit kein Geld. Das Konsolidierungsprogramm greife einfach noch nicht, heißt es dazu.

Aus der Stadt Podiumsdiskussion zur Diskriminierung an der Diskotür - Wer wurde schon mal diskriminiert?
03.02.2014
Aus der Stadt Hannovers älteste Einwohnerin Elsa Peck ist tot - Ein langes Leben ist zu Ende
Bernd Haase 03.02.2014
31.01.2014