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Aus der Stadt Jobmesse verzeichnet Besucherrekord
Hannover Aus der Stadt Jobmesse verzeichnet Besucherrekord
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00:15 23.06.2015
Von Bernd Haase
Foto: Bei der Jobmesse Hannover suchen Firmen und Behörden nach neuen Mitarbeitern und Auszubildenden – auch die Polizei.
Bei der Jobmesse Hannover suchen Firmen und Behörden nach neuen Mitarbeitern und Auszubildenden – auch die Polizei. Quelle: Lobback
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Hannover

Die Firma Deutsche Windtechnik, die sich auf Wartung und Service für Windkraftanlagen unterschiedlicher Hersteller spezialisiert hat, war in der Tui-Arena in Hannover zum ersten Mal bei einer allgemeinen Jobmesse vertreten. Das Unternehmen mit 690 Mitarbeitern expandiert derzeit stark und benötigt Personal – sowohl in Verwaltung und Management als auch im technischen Bereich. „Wir wollten testen, wie es hier funktioniert. Es lief gut. Teilweise bildeten sich Schlangen am Stand“, sagt Personalreferent Michael Glinkenkamp.

Die Jobmesse Hannover versammelte am Wochenende mehr als 100 Aussteller verschiedener Branchen mit 7860 Arbeits-, Ausbildungs- und Studienplätzen sowie Weiterbildungsmöglichkeiten im Angebot. Darunter befanden sich bekannte Namen wie Volkswagen, Deutsche Bahn, Tui, Rossmann und die Madsack Mediengruppe. Auch zahlreiche Hochschulen, Behörden wie Polizei und Zoll oder Weiterbildungseinrichtungen zählten zu den Anbietern.     

Bei der 8. Jobmesse Hannover gehen Unternehmen, Behörden und Hochschulen auf Nachwuchssuche.

„Wir sprechen bei den Bewerbern alle Zielgruppen und Altersklassen an – vom Schüler bis zur etablierten Führungskraft“, erklärt Projektleiter Johannes Voigt. Gemessen an den Besucherzahlen ist dieses Konzept aufgegangen. Am Ende zählten die Veranstalter rund 8500 Männer, Frauen und Jugendliche, die sich an einem der beiden Tage auf der Jobmesse informierten.

Damit Anbieter und Bewerber zielgerichteter zueinanderfinden, gibt es das sogenannte Live-Matching als Angebot. „Firmen, die bei der Messe vertreten sind, geben ihre Anforderungsprofile in ein Computersystem ein. Besucher füllen an unseren Terminals einen Fragebogen aus. Dann gleicht das Programm ab“, sagt Ilker Hasdemir, der den Stand betreut. Christine Schaffartzik, die an der Fachhochschule in Hildesheim im fünften Semester Grafik und Design studiert und nun einen Praktikumsplatz sucht, ackerte sich durch die rund 40 Fragen. Jetzt weiß Live-Matching alles über ihren schulischen Werdegang, ihre Qualifikationen, Ansprüche an einen Arbeitsplatz und ähnliche Dinge. Am Ende stand eine kleine Enttäuschung – der Abgleich mit den Anbietern auf der Messe erbrachte keinen Treffer.

Dagegen hatte Glinkenkamp von der Deutschen Windtechnik allein in den ersten Stunden ein knappes Dutzend Kontaktbögen von Interessenten eingesammelt, die er sich näher ansehen will. „Darunter ist eine Hochkaräterin im Bereich Projektmanagement. Wenn sie bei uns einsteigt, hat sich der Messestand schon gelohnt“, sagt er. Auch für Schaffartzik ergab sich noch etwas, und zwar durch einen Besuch am Stand des Hildesheimer Softwarespezialisten Medifox. „Interesse ist da“, sagt sie. Für Projektleiter Voigt ist das eine weitere Bestätigung des Messekonzepts. „Größter Erfolgsfaktor bleibt der persönliche Kontakt, den wir hier herstellen“, sagt er. Ein direktes Gespräch wirke mehr und nachhaltiger als eine schriftliche Bewerbung.    

In einigen Bereichen herrscht Mangel

Gut 47.000 Arbeitslose waren Ende Mai im Raum Hannover registriert, was einer Quote von 7,8 Prozent entspricht. Weil Angebot und Nachfrage nicht immer deckungsgleich sind, gibt es auf der anderen Seite derzeit mehr als 8000 freie Stellen – fast 25 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die Agentur für Arbeit spricht von einem Engpass in einzelnen Branchen, wenn rechnerisch weniger als drei Arbeitslose auf eine gemeldete Stelle kommen. In der Region ist das in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Erziehung schon der Fall. In der Rohstoffgewinnung sowie in Produktions- und Fertigungsberufen deutet sich ein Engpass an. Hohen Personalbedarf melden nach Angaben der Arbeitsagentur Zeitarbeitsfirmen an. Sie haben unter anderem schon mit der Suche nach Versicherungsfachleuten gestartet, die gebraucht werden, wenn in der Branche das Geschäft zum Jahresende anzieht. Auf dem Ausbildungsmarkt fehlt es aktuell der Sanitärbranche an Interessenten.

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