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Aus der Stadt Fitnessstudio darf Kunden nicht kündigen
Hannover Aus der Stadt Fitnessstudio darf Kunden nicht kündigen
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00:23 18.02.2015
Von Michael Zgoll
Mit Verträgen auf Lebenszeit für mehrere Tausend Mark hat ein Fitnessstudio in der List um die Jahrtausendwende Kunden geworben. Quelle: Oliver Berg
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Hannover

Ein Fitnessstudio aus der List, das mit Kunden Einzelverträge für mehrere Tausend Euro abschloss, hat derzeit eine Menge Ärger vor Gericht. Gut zwei Dutzend gesundheitsbewusste Hannoveraner wollen sich nicht damit abfinden, dass das Unternehmen ihre auf Lebenszeit geschlossenen Verträge ansatzlos kündigte. Einige Verfahren sind bereits entschieden – zugunsten der Kunden.

Wer seinen Körper in Form bringen oder halten will, kann in der Landeshauptstadt in einem breiten Preisspektrum fündig werden. Billiganbieter aus der Fitnessbranche werben – bei längeren Laufzeiten – mit Monatsraten von 15 Euro, im Luxussegment mit allerlei Zusatzangeboten muss man bis zu 150 Euro pro Monat zahlen. Der Fitnessclub nahe dem Lister Platz lockte Neugierige um die Jahrtausendwende mit einem anderen Preismodell: Er verkaufte Verträge für 3333 Mark, auch sollen Kontrakte für mehr als 4000 Mark unterschrieben worden sein – auf Lebenszeit.

Im Laufe der folgenden Jahre fand ein Betreiberwechsel statt, 2013 dann flatterten etlichen Altkunden Kündigungen ins Haus. In ihren Verträgen, so hieß es vonseiten des Lister Unternehmens, sei lediglich von einer Erstlaufzeit von drei Jahren die Rede gewesen. Deshalb dürfe und wolle man jetzt kündigen. Doch in den Verfahren vor dem Amtsgericht Hannover erinnerten sich etliche der Betroffenen noch sehr gut, dass ihnen die Geschäftsführung damals eine lebenslange Mitgliedschaft versprochen hatte – vorausgesetzt, das Studio müsse seine Tore nicht vorzeitig schließen.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers haben bislang alle Fitnesssportler, die gegen die Kündigung ihrer Altverträge vorgegangen sind, mit ihren Klagen Erfolg gehabt. Und nach 14 Jahren haben diese Kunden auch schon eine Menge Bewegung für ihr Geld bekommen – wenn sie denn immer fleißig an Laufband und Rudergerät geschwitzt haben.

Andreas Schinkel 18.02.2015
18.02.2015
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