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Aus der Stadt So lief die Bombenräumung in der Südstadt
Hannover Aus der Stadt So lief die Bombenräumung in der Südstadt
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08:48 20.05.2015
Die Polizei sperrte das Evakuierungsgebiet ab 20 Uhr ab. Quelle: Tim Schaarschmidt
  • Auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule Birkenstraße ist eine Fünf-Zentner-Bombe gefunden worden.
  • 31.000 Menschen mussten das Sperrgebiet verlassen.
  • Bombe um 2.30 Uhr entschärft.
Auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule Birkenstraße in Hannovers Südstadt wurde am 19. Mai 2015 eine 5-Zentner-Fliegerbombe freigelegt. Um 2.30 Uhr am 20. Mai 2015 hatten Bombenexperten den Fünf-Zentner-Koloss entschärft.

+++ 2.30 Uhr: Bombe erfolgreich entschärft

Endlich die erlösende Nachricht: Die Entschärfung der Bombe war erfolgreich. Die Anwohner können in ihre Häuser zurückkehren. Damit beenden wir unseren Liveticker und wünschen allen Betroffenen eine gute Rückkehr in ihre Wohnungen. Im Namen der Anwohner bedanken wir uns bei allen hauptamtlichen und freiwilligen Helfern für ihren Einsatz. Schon morgen früh finden Sie an dieser Stelle weitere Einzelheiten zur aufregenden Nacht in der Südstadt. Bleiben Sie dabei!

+++ 2.10 Uhr: Warten auf die Entwarnung

Noch immer gibt es keine Neuigkeiten von der Bombenfundstelle. Das kann Gutes oder Schlechtes für alle bedeuten, die noch immer auf die erlösende Nachricht warten, in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren zu dürfen. Entweder gibt es Komplikationen mit dem Zünder der zentnerschweren Bombe, oder die Arbeiten schreiten immer weiter voran und nähern sich dem Ende. Im Moment bleibt allen Betroffenen nur, geduldig zu warten. Bis dahin klären wir einige offene Fragen:

Wer bezahlt eigentlich den ganzen Aufwand in der Südstadt? Alle Kosten des Großeinsatzes und der Räumung werden von der Stadt getragen: Ihr gehört das Grundstück, auf dem die Bombe gefunden wurde, sie ist auch Auftraggeberin der Baustelle. Aber was ist mit den Kosten derer, die von der Räumung betroffen waren? Gastronomen, die ihre Gäste nach Hause schicken mussten, Hoteliers, die Ausweichquartiere für ihre Kunden finden und auf Einnahmen verzichten mussten – alle diese Gewerbetreibenden bleiben auf ihren Einnahmeausfällen sitzen. „Es handelt sich um einen Fall von höherer Gewalt“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Hintz. Anders wäre es gewesen, wenn die Bombe explodiert wäre. Für die daraus resultierenden Schäden würde die öffentliche Hand aufkommen. So war es im Januar, als im Sahlkamp eine Fliegerbombe kontrolliert gesprengt werden musste. Damals entstanden Schäden an umliegenden Häusern.

Warum entdeckt man die Blindgänger immer erst durch Zufall? Die Berufsfeuerwehr Hannover und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprechen sich seit Langem für eine systematische Suche nach Blindgängern in Niedersachsen aus. Die Fachleute müssten dringend wieder zur systematischen Suche nach Blindgängern übergehen, so wie das bis Anfang 2012 üblich gewesen sei. Der frühere Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hatte aus Kostengründen die regelmäßige Auswertung von Luftbildern aus dem Zweiten Weltkrieg eingestellt, seither werden mögliche Bombenabwurfstellen nicht mehr identifiziert. So konnte rund eine Million Euro eingespart werden. Fasst eine Kommune den Entschluss, ihr Gebiet systematisch nach im Boden lauernden Gefahren absuchen zu lassen, bleibt sie auf den Kosten sitzten. Dieser Umstand führt dazu, dass derzeit de facto in ganz Niedersachsen die Suche nach Bomben eingestellt ist.

++ 1.57 Uhr: Wie vertreiben sich die Hannoveraner die Zeit?

Wir haben weitere Reaktionen von Betroffenen gesammelt. Hier lesen Sie mehr zum Thema, wie sich die Betroffenen die quälende Zeit vertreiben.

+++ 1.33 Uhr: Die Entschärfung beginnt

Der Hubschrauber hat seinen Kontrollflug abgeschlossen, die Einsatzkräfte melden: "Die Sicherheit im Sperrgebiet ist gegeben." Die Kampfmittelbeseitiger haben mit der Entschärfung der Bombe begonnen.

+++ 1.22 Uhr: Der Hubschrauber kreist mehrfach über der Südstadt

Keine leichte Aufgabe für die Einsatzkräfte in Kontrollhubschrauber Phoenix: Da die Südstadt sehr dicht bebaut ist, muss er mehrere Runden über dem Sperrgebiet ziehen, um auch wirklich mit Sicherheit jedes Gebäude einmal mit der Wärmebildkamera erfasst zu haben.

+++ 1.02 Uhr: Hubschrauber zu Kontrollflug gestartet

Die Evakuierung am Boden ist abgeschlossen, jetzt ist auch der Hubschrauber zu einem letzten Kontrollflug gestartet. Wenn er keine Entdeckung mehr mit der Wärmebildkamera macht, kann die Evakuierung als endgültig abgeschlossen gelten.

++ 00.55 Uhr: Gespannte Stimmung auch in der Swiss-Life-Hall

Auch in der Hauptsammelstelle herrscht angespanntes Warten. Wann kommt die ersehnte Meldung, dass die Südstadt wieder betreten werden darf? Während in der Halle mehr als Tausend Menschen den Abend und die Nacht verbringen, vertreten sich andere vor der Halle die Beine.

++ 00.40 Uhr: Warten auf die Entwarnung

Noch ist kein Hubschrauber zu hören, melden uns Menschen aus der Umgebung des Sperrgebiets. Während es innerhalb der Absperrungen menschenleer ist, herrscht Andrang und gute Stimmung in zahlreichen Kneipen rundherum. Dort, wo sonst unter der Woche kaum ein Gast zu dieser Uhrzeit einkehrt, treffen sich Menschen und plaudern über die Ereignisse des Abends – und warten auf die Nachricht, dass sie zurück in ihre Häuser dürfen.

++ 00.09 Uhr: Polizeihubschrauber bereit für letzten Kontrollflug

Die abschließenden Evakuierungsmaßnahmen laufen an: Wenn die letzten Sturköpfe aus ihre Wohnungen geholt wurden, startet ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera zu einem letzten Kontrollflug über das Sperrgebiet. Sollte dabei nichts Auffälliges entdeckt werden, können die Bombenräumer mit ihrer Arbeit beginnen. Das Ziel, die Evakuierung nach vier Stunden gegen Mitternacht beendet zu haben, werden die mittlerweile erfahrenen Hilfskräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten offenbar erstaunlich gut erfüllen können. Doch noch konnte nicht der bekannte Satz vermeldet werden: "Die Sicherheit ist gegeben."

++ 00.01 Uhr: Feuerwehr: Sperrgebiet fast komplett geräumt

Lange soll es mit der Evakuierung nicht mehr dauern: Nach Angaben der Feuerwehr ist das Sperrgebiet fast komplett geräumt. Jetzt sind nur noch vereinzelt Menschen in ihren Wohnungen, die noch zum Gehen aufgefordert werden müssen. Doch insgesamt lobt die Feuerwehr die Südstädter. Die meisten hätten sich vernünftig und kooperativ verhalten.

++ 23.54 Uhr: Polizei muss Wohnungen räumen

Es ist das übliche Prozedere bei Bombenräumungen, doch immer wieder ärgerlich für alle Beteiligten: Einige wenige bleiben stur in ihren Wohnungen und müssen von der Polizei aus ihren Räumen geholt werden. Eine Wohnung musste von den Beamten heute aufgebrochen werden. Das zieht die Evakuierung in die Länge.

++ 23.32 Uhr: So erlebt Hannover die Bombenräumung

Was machen die von der Evakuierung Betroffenen jetzt eigentlich? Wo kamen sie unter? Wir haben nachgefragt – und auf Twitter Antwort erhalten. Hier lesen Sie mehr.

++ 23.24 Uhr: Woher kommt diese Bombe eigentlich? Ein Rückblick

Immer wieder werden in Hannover Blindgänger gefunden. Wie viele Sprengkörper amerikanische und britische Bomber während des Zweiten Weltkriegs über Hannover genau abwarfen, weiß niemand. Meist waren die Flugzeuge mit Fünf-Zentner-Bomben bestückt, es wurden aber auch Zehn- und Zwanzig-Zentner-Bomben abgeworfen. Rund ein Zehntel der abgeworfenen Sprengkörper bohrte sich in den Erdboden, ohne zu explodieren. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

++ 23.15 Uhr: Sammelstellen füllen sich

In der Sammelstelle Swiss-Life-Hall befinden sich inzwischen bereits rund 1200 Personen. Auch in anderen Sammelstellen ist einiges los. In der Turnhalle der Elsa-Brandstöm-Schule etwa wurde eigens für bettlägerige Menschen eine provisorische Unterkunft eingerichtet.130 von 180 Betten sind bereits belegt.

++ 23.00 Uhr: Erstes Ergebnis der Evakuierung

Die Evakuierung schreitet voran: Aus den Reihen der Feuerwehr ist zu erfahren, dass zwischen 70 und 80 Prozent des Sperrgebiets geräumt sind.

++ 22.51 Uhr: So soll die Entschärfung laufen

Der Kampfmittelbeseitungsdienst ist mit umfangreichem Equipment zum Fundort des Blindgängers ausgerückt. Bei gut erhaltenen Blindgängern können die mechanischen Zünder oft herausgeschraubt werden. Hat die Bombe Rost angesetzt, geht das nicht mehr. In solchen Fällen kommt ein Wasserstrahlschneidegerät zum Einsatz, erklärt Sprengmeister Ralf Reisener vom KBD Niedersachsen. Das Gerät wurde speziell für den Einsatz bei Bombenentschärfungen entwickelt. „Man kann sich das wie einen besonderen Hochdruckreiniger vorstellen“, erklärt Reisener. Anstatt einen reinen Wasserstrahl presst der Wasserstrahlschneider eine Mischung aus Wasser und Quarzsand in einem nicht einmal einen Millimeter dicken Strahl mit einem Druck von 700 bar aus seiner Düse. Die Mischung aus Wasser und Sand, kombiniert mit dem hohen Druck, bewirke, „dass man damit durch Metall wie durch Butter schneiden kann“.

++ 22.37 Uhr: Die Südstadt ist menschenleer

Unsere Reporter berichten von leergefegten Straßen in der Südstadt. Kein Licht ist mehr in den Fenstern zu sehen, keine Kneipe hat mehr geöffnet. Nur am Fundort der Bombe ist es taghell. Die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes haben ihre Vorbereitungen abgeschlossen, von ihrer Seite aus kann die Entschärfung beginnen. Doch noch läuft die Evakuierung, alle warten auf ein erstes Ergebnis zum Zwischenstand der Evakuierung – und auf eine Prognose, wie lange es noch dauern wird.

++ 22.20 Uhr: Einblick ins Sperrgebiet

Vor wenigen Minuten hat die Feuerwehr unsere Reporter zu einer Fahrt durch das Sperrgebiet mitgenommen. Dort sind die Straßen menschenleer, kein Auto ist mehr unterwegs. Lediglich an der Devrintstraße herrscht vor einem Altenheim Trubel. Zahlreiche Helfer greifen den Bewohnern unter die Arme und bringen sie mit Rettungswagen und in einem Bus aus dem Evakuierungsgebiet.

Stärkung vor der Tour durchs Sperrgebiet: Die Feuerwehr nimmt unsere Reporter mit auf eine kurze Runde durch den Evakuierungsbereich. Quelle: Morchner

++ 22.09 Uhr: Die Swiss-Life-Hall füllt sich

Auch Notfallseelsorger sind in der Swiss-Life-Hall im Einsatz: "Wir beruhigen Kinder und sind ansprechbar, wenn jemand über etwas reden möchte", sagt Dietmar Krüger. Der Diakon im Ruhestand hat bereits mehrere Bombenräumungen begleitet: "Besonders bei älteren Menschen kehren oft Erlebnisse aus dem Krieg zurück", sagt Krüger. "Je älter wir werden, desto lebendiger ist die Erinnerung oft." Schwere Retraumatisierungen seien jedoch selten: "Das große Drama bleibt meist aus."

Auch Frauen aus dem Caritas-Flüchtlingsheim an der Herz-Jesu-Kapelle in der Hildesheimer Straße sind evakuiert worden: "Wir waren sehr besorgt, als wir von einer Bombe hörten",sagt Esther aus Ghana, die erst seit zwei Monaten in Deutschland lebt. Ihre Kinder spielen auf Decken in einer Spielecke, die in der Swiss-Life-Hall eingerichtet ist. "Wir hoffen sehr, dass alles gut ausgeht."

++ 21.58 Uhr: Mehr als 800 Freiwillige helfen vor Ort

Rund um das Evakuierungsgebiet sind 850 Helfer im Einsatz, unter anderem von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten. Die Polizei hat an jeder Kreuzung und Einmündung Posten bezogen, auch Zivilfahrzeuge wurden mit Blaulicht bestückt und in die Südstadt beordert. Andere Helfer ziehen von Haus zu Haus und prüfen, ob sich noch jemand dort aufhält.

++ 21.45 Uhr: Bundesweites Interesse an der Räumung

Die Feuerwehr berichtet, dass sie noch bei keiner Bombenräumung in Hannover derart viele Medienanfragen aus dem gesamten Bundesgebiet bekommen habe. Kein Wunder, denn mit einem Evakuierungsgebiet, in dem mehr als 30.000 Menschen leben, handelt es sich um eine der größten Bombenräumungen in ganz Deutschland. Auch im Internet erhält das Ereignis breite Aufmerksamkeit, auch überregionale Nachrichtenportale wie die Süddeutsche Zeitung, ntv und andere berichten über den aufregenden Dienstag in Hannovers Südstadt.

++ 21.31 Uhr: Gespenstische Ruhe über der Südstadt

Die Sallstraße ist fast menschenleer, nur das Blaulicht der Einsatzfahrzeug ist zu sehen. An der Ecke zur Heinrich-Heine-Straße stehen zwei Polizisten. "Alles ruhig", sagen sie. Die meisten Anwohner hätten die umliegenden Häuser bereits verlassen. Nur ein älterer Radfahrer will unbedingt ins Sperrgebiet - und wird mit energischen Worten an der Weiterfahrt gehindert. Das sei allerdings die Ausnahme, heißt es vonseiten der Helfer. Die meisten verlassen das Gebiet freiwillig und geordnet.

+++ 21.23 Uhr: Aufbau der Splitterschutzwand abgeschlossen

Mit 15 Containern wird die Bombe abgeschirmt – und um etwa 21.15 Uhr melden die Arbeiter vor Ort Vollzug. Nun müssen die Experten vor Ort vor allem auf das Ende der Evakuierung warten, denn erst dann darf eine Entschärfung beginnen.

+++ 21.12 Uhr: Schon Hunderte in der Sammelstelle

Sie kamen mit Bussen, Taxis oder ließen sich von Bekannten vor der Swiss-Life-Hall absetzen: Hunderte Menschen kamen schon vor Beginn der eigentlichen Evakuierung in die ehemalige Stadionsporthalle, die zur zentralen Evakuiertensammelstelle erklärt worden war. Helfer vom Roten Kreuz gaben dort Getränke und Verpflegung an die Menschen aus. Auf rund 3000 Evakuierte hatten sich die Helfer vorbereitet. "Das ist der größte Einsatz dieser Art, den ich bislang erlebt habe", sagte ein erfahrener Sanitäter.

+++ 21.01 Uhr: Helfer hoffen auf Mitarbeit und Solidarität der Betroffenen

Die Helfer vor Ort gehen davon aus, dass die Evakuierung weiter Teile der Südstadt eine Herausforderung wird. Denn anders als etwa die Bevölkerung im Sahlkamp, wo in jüngerer Vergangenheit mehrfach Blindgänger gefunden worden sind, kennen die Südstädter das Prozedere einer Evakuierung nicht. Alle Betroffenen sind aufgefordert, sich an die Anweisungen der hauptamtlichen und freiwilligen Helfer zu halten und die Evakuierung nicht unnötig zu verzögern – umso eher können die Menschen wieder in ihre Wohnungen.

+++ 21.00 Uhr: Dezernent macht sich ein Bild von der Lage

Als Vertreter der Stadt Hannover macht sich Harald Härke derzeit ein Bild von der Lage. Als Hannovers Personaldezernent ist er auch für die Belange der Feuerwehr zuständig.

++ 20.55 Uhr: Polizei patrouilliert durch Straßen

In der Südstadt patrouilliert die Polizei durch die Straßen. Nach Einschätzung der Einsatzkräfte könnte die Räumung diesmal länger dauern. Der Grund: Die Südstädter sind - anders als die Bewohner von Stadtteilen wie Misburg oder Vahrenwald - nicht an Bombenräumungen gewöhnt. Die Polizei rechnet damit, dass sie wohl häufiger die Bewohner zum Verlassen des Gebiets auffordern muss. Die erforderliche Entschärfung der Fliegerbombe kann erst nach erfolgreicher Umsetzung aller Sicherheitsmaßnahmen beginnen. Soll heißen: Wenn sich die Evakuierung verzögert, wird es auch bei der Entschärfung später.

++ 20.46 Uhr: Container sollen Druckwelle abfangen

Der Fundort der Bombe wird derzeit mit schweren Überseecontainern abgeriegelt – dreistöckig übereinander und in einem möglichst dichten Halbkreis in Richtung des Henriettenstifts. Sollte die Entschärfung nicht gelingen, wird die kontrollierte Sprengung vorbereitet. Dazu würde die freigelegte Bombe mit Stroh abgedeckt werden, worauf wiederum schwere Wassersäcke, sogenannte Big-Packs, abgelegt werden würden. Bei Explosion der Bombe würden diese einerseits die Druckwelle hemmen und Splitter abfangen, als auch das Feuer direkt löschen. Doch bis es soweit ist hoffen vor Ort alle auf das gelingen der Entschärfung durch die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes. 

++ 20.44 Uhr: Swiss-Life-Hall füllt sich

Es ist ein bizarres Bild: Hunderte von Menschen sitzen auf der Tribüne der Swiss-Life-Hall und blicken auf ein leeres Spielfeld; wie eine Versammlung, der die Mitte abhanden gekommen ist. Einige lesen, andere reden leise oder nippen an den Getränken, die das DRK an die Menschen ausgibt. Frank Böhme ist mit seiner Familie aus der Albert-Niemann-Straße hierher gekommen. Für die Kinder haben sie Isomatten mitgebracht: "Wir hoffen, dass sich bei der Evakuierung niemand querstellt", sagt der 51-Jährige. "Je schneller alles geräumt ist, umso schneller kann die Bombe entschärft werden - und umso früher können wir wieder nach Hause."

++ 20.38 Uhr: Details zur Bombe bekannt gegeben

Es gibt neue Informationen über die Bombe: Es handelt sich um eine US-amerikanische Fünf-Zentner-Bombe, die mit zwei Zündern ausgestattet ist. Der Kopfzünder ist nach Angaben der Einsatzkräfte nicht mehr vorhanden, der Heckzünder indes ist verbogen. Er soll voraussichtlich mit einem Wasserstrahlschneidegerät abgetrennt werden. Sollte das nicht gelingen, werden die Bombenräumer weitere Maßnahmen prüfen.

++ 20.27 Uhr:Polizei sperrt Straßen ab

Quelle: Tim Schaarschmidt

Die Polizei hat die Straßen zum Evakuierungsgebiet abgesperrt. Es kommt niemand mehr rein - wie dieses Bild vom Aegi zeigt. Unter anderem ist die Hildesheimer Straße gesperrt. Ab sofort dürfen auch keine Fahrgäste der Üstra die Bahnen und Busse innerhalb des Gebiets mehr verlassen – nur noch der Zustieg ist möglich.

++ 20.21 Uhr: Letzte Durchsagen an Anwohner

Durch die Jordanstraße ist soeben die Polizei mit einem Lautsprecherwagen gefahren und hat die Anwohner ein letztes Mal aufgefordert, die Wohnungen zu verlassen.

++ 20.13 Uhr: Schwesternhaus lädt zum Grillen ein

Das Schwesternhaus, ein Studierendenwohnheim direkt an der TiHo, also in unmittelbarer Nähe zur Sperrzone, bietet Studierenden und anderen Betroffenen aus der Südstadt an, vorbeizukommen. In einer Nachricht an die Redaktion heißt es: "Bei Grillrunde, Lagerfeuer und geselligem Beisammensein sind Jung und Alt willkommen. Auch Vierbeiner und anderes Getier ist gern gesehen. Hunde bitte anleinen und alles andere anderweitig sicher verpacken. Speis und Trank ist selbst mitzubringen. Euer Vorstand des Schwesternhausverein e.V." Der Bitte, das unseren Lesern mitzuteilen, kommen wir gerne nach.

++ 20.03 Uhr: Helfer informieren per Lautsprecher über Evakuierung

++ 19.57 Uhr: Splitterschutzwall am Fundort wächst

Quelle: Christian Elsner

An der Fundstelle der Bombe haben die Einsatzkräfte mittlerweile mehrere Container zu einem Splitterschutzwall aufgeschichtet.

++ 19.55 Uhr: Evakuierung der Altenheime läuft an 

Die Evakuierung des Margot-Engelke-Zentrums an der Geibelstraße läuft auf Hochtouren. Nachdem zwei der 87 Bewohner schon im Laufe des Nachmittags in ein anderes Heim gebracht wurden, bereitet sich nun auch der Rest vor. Ab 20 Uhr werden bettlägerige Bewohner in Heime der Stadt transportiert, die sich außerhalb der Gefahrenzone befinden, während die Senioren, die auf Rollstuhl und Gehwagen angewiesen sind, von ASB, Johannitern und der Feuerwehr in die Sporthalle an der Tiefenriede gebracht werden. Auch das Altenheim des Henriettenstifts an der Marienstraße wird derzeit geräumt. Während die Klinik in Betrieb bleibt, werden die neun Bewohner auf andere Einrichtungen der Stadt aufgeteilt.

++ 19.44 Uhr: Dutzende Rettungswagen auf dem Schützenplatz

Quelle: Tim Schaarschmidt

Der Schützenplatz fungiert bei dieser Bombenräumung als "Bereitstellungsraum": Dort haben inzwischen Dutzende Rettungswagen von DRK, Johannitern und anderen Organisationen Position bezogen. Von hier aus werden sie bei der Evakuierung in die Stadt ausschwärmen: "Wir holen die Menschen aus dem betroffenen Gebiet, die zu alt oder zu krank sind, um selbst gehen zu können", sagt einer der Helfer. Im Sekundentakt kommen derzeit weitere Fahrzeuge auf dem Schützenplatz: "Einen so großen Bombeneinsatz habe ich noch nicht erlebt", sagt der erfahrene Sanitäter.

++ 19.38 Uhr: Konzertausfall an der Musikschule

Quelle: Tim Schaarschmidt

In der Musikschule Hannover wird es heute nur ein einziges Konzert gegeben, statt des angekündigten Doppelschlags. "Leider müssen wir unsere zweite Darbietung, die um 19.45 Uhr beginnt, absagen", bedauert Martin Stegemeier, Leiter des Fachbereichs Blasinstrumente. Die Musikschule befindet sich in der Maschstraße und damit innerhalb der Evakuierungszone. Um 18.30 Uhr begannn die Veranstaltung im Haus der Jugend. Junge Bläser wie der Cornet Club (Foto) ließen sich vom Bombenfund nicht irritieren. Kinder, die im zweiten Konzertteil auftreten sollten, gingen leer aus. "Es wäre eine Chance für uns gewesen, vor einem größeren Publikum aufzutreten", sagt die 13-jährige Hannah, die zusammen mit ihrem Bläserquintett ab 19.45 Uhr spielen sollte. So habe das Ensemble leider nicht zeigen können, was es sich über Monate erarbeitet hat. 

++ 19.36 Uhr: Neue Bilder aus der Sammelstelle

Mehr als 30.000 Menschen müssen ihre Wohnungen während einer Bombenentschärfung verlassen. Mehrere Tausend Betroffene werden in der Sammelstelle Swiss Life Hall aufgenommen.

++ 19.35 Uhr: Auch Kirchen sind betroffen

In der katholischen Kirche St. Heinrich fällt das Komplet-Nachtgebet heute aus: "Ich selber habe schon verschiedene Asylangebote bekommen", sagt Pfarrer Johannes Lim. Auch in der evangelischen Südstadt-Kirchengemeinde ist die Evakuierung das allbeherrschende Thema: "Im Geist gehen wir durch, welche alten oder kranken Gemeindemitglieder wir informieren müssen", sagt Pastorin Anja Garbe. "Schließlich sind zwei Drittel unseres Gemeindegebietes betroffen."

++ 19.30 Uhr: Blindgänger hat Aufschlagzünder

Über den Blindgänger sind bislang nur wenige Informationen bekannt. Klar ist, dass es sich um eine Fünf-Zentner-Bombe handelt. Sie hat einen Aufschlagzünder - ob dieser beschädigt ist, ist nach Angaben der Feuerwehr noch unklar.  

++ 19.25 Uhr: "Achtung, Achtung ..."

Quelle: Christian Elsner

Die Polizei fährt mit einem Lautsprecherwagen durch die Südstadt und macht die ersten Durchsagen, um die betroffenen Anwohner zu informieren.

++ 19.16 Uhr: Vorbereitung der Evakuierung läuft auf Hochtouren

Nur noch 45 Minuten bis zum Beginn der Evakuierung. Die Polizei fährt bereits durch das Räumungsgebiet und informiert die Menschen. In der Sammelstelle Swiss Life Hall bereiten sich die Helfer auf den Ansturm vor. Es wird eine lange Nacht in der Südstadt...

++ 19.01 Uhr: Abi-Prüfungen werden verschoben

In der Wilhelm-Raabe-Schule hat Direktor Martin Thunich am Nachmittag entschieden, die mündlichen Abiturprüfungen abzubrechen. "Ich finde das fair", sagt Thunich. Schließlich sei nicht auszuschließen, dass Schüler durch die Bombenentschärfung und die drohende Evakuierung abgelenkt sind. Am morgigen Mittwoch sollen die Prüfungen fortgesetzt werden. Die Wilhelm-Raabe-Schule in der Langensalzastraße befindet sich innerhalb der Evakuierungszone, ebenso wie die St.-Ursula-Schule in der Simrockstraße. Dort aber entschied sich die Schulleitung, mit den mündlichen Abiprüfungen fortzufahren. "Ich war sehr nervös und betete, dass die Prüfung nicht ausfällt", sagte die 17-jährige Konstanze von der Wilhelm-Raabe-Schule, nachdem sie von dem Bombenfund gehört hatte. Als dann klar wurde, dass sie erst am nächsten Tag zum Zug kommt, war Konstanze verärgert. "Die Evakuierung beginnt doch erst um 20 Uhr", sagte sie sich. Insgesamt neun Prüflinge mussten die Schule unverrichteter Dinge verlassen.

++ 18.55 Uhr: Eine der größten Bombenräumung überhaupt

Rund 31.000 Menschen müssen heute Abend ihre Häuser in der Südstadt verlassen – damit ist die Bombenräumung die größte, die es bisher in Hannover gab. Auch deutschlandweit gab es bislang nur wenige Bombenräumungen, die umfangreicher waren. Von der bislang größten Evakuierungsaktion in Deutschland seit Kriegsende waren 2011 in Koblenz rund 45.000 Menschen betroffen.

++ 18.50 Uhr: So kommen Sie zur Sammelstelle

  • Mit dem Auto: Personen, die mit eigenem PKW zur die Betreuungsstelle anreisen, werden gebeten, Parkmöglichkeiten auf dem Schützenplatz zu nutzen.
  • Mit Bussen: Für den Personentransport in die Sammelstelle stehen kostenlos Busse der Üstra bereit. Diese fahren den betroffenen Bereich regelmäßig auf folgender Route ab:
    Geibelstraße/Alte Döhrener Str. - Geibelstraße/Stephansplatz - Sallplatz - Sallstraße/Lutherstraße - Lutherstraße/Schlägerstraße - Langensalzastraße/Planckstraße

++ 18.40 Uhr: "Turnhalle tun wir uns nicht an"

Seit einer Woche hatte sich Björn Gierspeck von "Fahrrad Schauerte" auf das für heute geplante Entrezcôte-Essen mit seiner Frau gefreut. "Das müssen wir wohl verschieben", sagt der 39-Jährige, der in der Großen Düwelstraße wohnt. Die Nacht werden Gierspeck und seine Frau wahrscheinlich bei seinem Bruder in Laatzen verbringen. "Die Turnhalle tun wir uns nicht an", erzählt Gierspeck.

++ 18.34 Uhr: "Wir wurden nicht informiert"

Einige Gastronomen in der Südstadt sind verärgert. "Ich frage mich, warum wir nicht von offizieller Stelle benachrichtigt worden sind", sagt Peter Zink, Inhaber des "Högers" am Stephansplatz. Er hat von Gästen von der Bombenräumung erfahren und bereits alle Aushilfen nach Hause geschickt. "Den Umsatzverlust ersetzt mir niemand", sagt der Gastromon.

Quelle: Simon Benne

Catalina Meyer, die Personalchefin des Spandau in der Lutherstraße, hat über das Internet von der Bombenräumung erfahren. "Ich habe gerade alle Personen angerufen, die für heute einen Tisch reserviert hatten und habe ihnen abgesagt", erzählt Meyer. Sie rechnet mit erheblichen Umsatzeinbußen durch die Bombenräumung.

++ 18.23 Uhr: Weitere Container werden abgeladen

Quelle: Christian Elsner

++ 18.17 Uhr: Regionshaus schließt früher

Auch die Mitarbeiter der Regionsverwaltung an der Hildesheimer Straße sind von der Evakuierung betroffen. "Um 19 Uhr sollen die Kollegen das Haus verlassen", sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Allerdings dürften sich um diese Zeit nicht mehr allzu viele Beschäftigte in dem Verwaltungsbau aufhalten. Für den Behördenbetrieb sei die Evakuierung um 20 Uhr folglich "nicht dramatisch". "Öffentliche Veranstaltungen im Regionshaus müssen wir nicht absagen", sagt Abelmann.

++ 18.12 Uhr: Überseecontainer am Fundort

Quelle: Christian Elsner

Am Fundort der Bombe lädt jetzt ein Kran große Überseecontainer von einem Lastfahrzeug. Schon bei vorangegangenen Bombenräumung kam dieses Verfahren zum Einsatz: Durch die großen Metallkörper soll die Druckwelle abgeschwächt werden. Anwohner fotografieren die Szene durch das Absperrgitter.

++ 18.04 Uhr: Erste Evakuierte an der Sammelstelle

Quelle: Tim Schaarschmidt

Ursula Blumhoff ist die Erste: "Als ich von der Bombe hörte, habe ich mich gleich auf den Weg gemacht", sagt die 64-Jährige aus der Lutherstraße. Sie wartet auf den Eingangsstufen der Swiss-Life-Hall darauf, dass die Notunterkunft, die hier eingerichtet wird, ihre Pforten öffnet. "Zuhause hätte ich mich jetzt nicht mehr wohlgefühlt", sagt sie.

++ 17.58 Uhr: DRK bereitet Swiss-Life-Hall vor

Quelle: Tim Schaarschmidt

Erste Helfer des DRK sind an der Swiss-Life-Hall (Stadionsporthalle) am Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg eingetroffen. Sie richten sich darauf ein, bis zu 3000 Evakuierte zu versorgen. "Wir werden Sitzgelegenheiten und einige wenige Liegeplätze haben", sagt Peter Schlote, der als Einsatzleiter für die Betreuung zuständig ist. Für die Evakuierten würden Getränke und Verpflegung bereitgestellt.

++ 17.53 Uhr: Auswirkungen auf Busse und Bahnen

Die Bombenräumung hat auch Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr.

  • Ab 20 Uhr kann auf den Stadtbahnlinien 1, 2 und 8 an den Stationen Schlägerstraße und Geibelstraße nur noch eingestiegen werden. Ab Mitternacht halten die Bahnen dann gar nicht mehr an diesen beiden Stationen.
  • Ab 20 Uhr ist auf der Buslinie 121 zwischen Lutherstraße und Heinrich-Heine-Platz nur noch der Einstieg möglich. Ab Mitternacht wird diese Linie dann umgeleitet.
  • Die Deutsche Bahn ist nicht betroffen.

++ 17.40 Uhr: Haustiere dürfen mit in Sammelunterkunft

Hunde und Katzen können bei Bombenevakuierungen mit in die Sammelstelle gebracht werden, heißt es von der Feuerwehr. Genug Platz sei immer vorhanden. Man habe auch schon Leute erlebt, die mit einem Vogelkäfig gekommen sind, weil sie sich von ihrem Wellensittich nicht trennen konnten.

++ 17.32 Uhr: Henriettenstift wird nicht evakuiert

Erleichterung bei den Diakonischen Diensten Hannover: Das Henriettenstift wird zur Bombenentschärfung nicht geräumt. "Wir sind sehr froh darüber, dass wir nicht evakuiert werden", sagt Maren Salberg, Sprecherin der Diakonischen Dienste. Die Entscheidung, das Krankenhaus nicht zu räumen, habe die Feuerwehr der Geschäftsführung mitgeteilt. Von der Räumung wären rund 300 Patienten betroffen gewesen.

++ 17.20 Uhr: Konzert wird früher beendet

In der Musikschule Hannover in der Maschstraße läuft der Betrieb bis exakt 19.45 Uhr. Musikschüler können also heute noch zum Unterricht gehen. Um 18.30 Uhr ist ein Konzert angesetzt. Unter dem Titel "Winds of Change" spielen Schüler aus der Sparte Blasinstrumente. Der erste Teil des Konzerts wird nach Angaben der Musikschule wie geplant stattfinden. Da aber ab 20 Uhr die Maschstraße geräumt werden muss, bricht das Konzert um 19.45 Uhr ab.

++ 17.14 Uhr: Kampfmittelräumer treffen ein

Um kurz nach 17 Uhr ist auch der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit weiterem Personal und Equipment vor Ort eingetroffen. Die Arbeit für die Experten kann beginnen.

++ 17.00 Uhr: Feuerwehr baut offenbar Splitterschutz auf

Auf dem Gelände des Bombenfunds ist ein Kranwagen der Feuerwehr eingetroffen. Offenbar soll mit seiner Hilfe ein Splitterschutz aus Überseecontainern aufgebaut werden. Diese spektakulär aussehende Maßnahme hatten die Einsatzkräfte auch eingerichtet, als im August 2013 ein Blindgänger in Hannovers Altstadt gefunden und entschärft wurde.

++ 16.50 Uhr: Was wird in der Birkenstraße eigentlich gebaut?

Die Baustelle an der Birkenstraße ist die größte in der Südstadt, die Stadt lässt dort für rund 20 Millionen Euro ein neues Bildungszentrum bauen. Der Abriss des Schulgebäudes, in dem zuletzt die Außenstelle der Wilhelm-Raabe-Schule untergebracht war, ist bereits abgeschlossen. Noch diesen Monaten soll mit dem Bau des neuen Gebäudekomplexes für das Bildungs- und Sportzentrum „kiss Birkenstraße – Kita Schule Sport“ begonnen werden.

++ 16.38 Uhr: Sprengel Museum schließt früher

Das Sprengel-Museum auf der Nordostseite des Maschsees liegt innerhalb des Evakuierungsradius' und schließt deshalb heute anstatt um 20 Uhr schon um 19 Uhr. Die für den Abend geplante Kuratorenführung fällt daher aus.

++ 16.20 Uhr: Stadtarchiv sichert wertvolle Stücke

Quelle: Tim Schaarschmidt

Im Stadtarchiv in der Straße Am Bokemahle haben Mitarbeiter begonnen, wertvolle Schriftstücke aus Restaurierungswerkstatt und Lesesaal im zweiten Stock in den Keller zu tragen. "Im Magazin sind sie besser geschützt als oben", sagt Archivleiterin Cornelia Regin, während sie eine Chronik aus dem 17. Jahrhundert die Stufen hinunter trägt. Im Archiv werden unter anderem mittelalterliche Urkunden und kostbare Autografen verwahrt.

++ 16.13 Uhr: Aufregung an der Käsetheke

Quelle: Zgoll

Hannelore Müller, die ehemalige Inhaberin von "Käse-Schaub" an der Hildesheimer Straße und Patrick Couvreur, der derzeitige Inhaber des Traditionsladens, haben über Nachbarn von dem Bombenfund erfahren. "So etwas haben wir beide noch nicht erlebt", sagen Müller und Couvreur. Noch sind sie sich nicht sicher, ob sie ihren Laden wegen der Bombenräumung heute früher schließen.

++ 15.50 Uhr: Diese Straßen sind betroffen

Die Stadt hat die Liste mit den betroffenen Straßen veröffentlicht. Von der Evakuierung ausgenommen sind das Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung, das Sprengel Museum Hannover und die Landesfunkhäuser am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer (HAZ-mobil-Nutzer klicken bitte hier).

2015-05-19_Straßenliste_aktualisiert (100,2 kB)

++ 15.47 Uhr: Vorbereitung für Entschärfung laufen an

Quelle: Christian Elsner

An der Fundstelle der Bombe gehen die Vorbereitungsarbeiten für die Entschärfung voran. Derzeit werden Wege befestigt und der Untergrund mit einem Bagger verdichtet, damit die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes problemlos arbeiten können.

++ 15.39 Uhr: St.-Ursula-Schule wird vorerst nicht geräumt

Die St.-Ursula-Schule in der Simrockstraße wird die derzeit laufenden Prüfungen im mündlichen Abitur nicht abbrechen: "Wenn das betroffene Gebiet erst von 20 Uhr an evakuiert wird, können wir die heutigen Prüfungen wie geplant durchführen", sagt der stellvertretende Schulleiter Andreas Reincke. Voraussichtlich würden auch die morgigen Prüfungen wie geplant stattfinden: "Wir werden sie durchziehen, wenn sich bis dahin nichts ergeben hat, was dagegen spricht", sagt er.

++ 15.33 Uhr: Theater am Aegi nicht betroffen

Das Theater am Aegi wird von der Evakuierung nicht betroffen sein: "Heute findet bei uns glücklicherweise keine Veranstaltung statt", sagt Geschäftsführer Jürgen Hoffmann. "Erst am Freitag gastiert bei uns Christoph Maria Herbst - bis dahin wird die Bombe hoffentlich entschärft sein."

++ 15.28 Uhr: Feuerwehr geht von 31.000 Betroffenen aus

Nach Angaben von Martin Trang von der Feuerwehr Hannovergehen die Einsatzkräfte von 31.000 Menschen aus, die von der Bombenräumung betroffen sind. Demnach steht Hannover eine der größten  Bombenräumungen der Geschichte bevor. 

++ 15.20 Uhr: Auch Üstra ist betroffen

Die Üstra hat erste Infos zur Bombenräumung veröffentlicht: Auf den Linien 1, 2 und 8 in ist an der Geibelstraße und der Schlägerstraße kein Ausstieg während der Evakuierung möglich.

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++ 15.16 Uhr: "Im Krieg sind hier viele Bomben gefallen"

Viele Anwohner haben über HAZ.de von der drohenden Räumung erfahren: "Mich wundert nur, dass der Bagger auf der Baustelle auch nach der Entdeckung der Bombe auf dem Gelände herumgefahren ist", sagt die 69-jährige Christa Zimmermann, die die Baustelle von ihrem Fenster in der Seilerstraße aus beobachtet. Für einige Anwohner kommt der Fund nicht überraschend: "Im Krieg sind hier viele Bomben gefallen, die Zerstörungen waren groß", sagt der 76-jährige Adolf Zilcher. "Ich hatte fast damit gerechnet, dass hier etwas gefunden wird." Wenn er seine Wohnung verlassen müsse, wolle er die Nacht in seinem Kleingarten verbringen: "Auf eine Nacht in der Turnhalle habe ich keine Lust."

++ 15.08 Uhr: Hotel muss geräumt werden

 

Quelle: Michael Zgoll

Von der Räumung betroffen ist auch das Hotel Dormero an der Hildesheimer Straße. Am Empfang möchte man zwar keine Auskünfte geben, hinter den Kulissen wird aber bereits fieberhaft die bevorstehende Räumung vorbereitet.

++ 15.02 Uhr: "Hoffe, dem Haus passiert nichts"

Quelle: Michael Zgoll

Kurt Haft ist von der Bombenräumung definitiv betroffen:  Er wohnt in der Schlägerstraße und direkt gegenüber vom Fundort der Bombe. "Ich hoffe, dass dem Haus nichts passiert, das hat die Vermieterin erst vor drei Jahren neu dämmen lassen", sagt der 80-Jährige. Er wird heute Abend vielleicht zu seiner Tochter fahren, die in Langenhagen wohnt. Sie sei ebenfalls mal von einer Bombenräumung betroffen gewesen und sei damals bei ihm untergekommen.

++ 14.50 Uhr: Evakuierung ab 20 Uhr

Die Stadt Hannover hat eben bekannt gegeben, dass die Evakuierung ab 20 Uhr beginnen soll. Eine Liste mit den betroffenen Straßen gibt es aber noch nicht.

++ 14.39 Uhr: Anwohner reagieren noch gelassen

Die meisten Anwohner reagieren mit Gelassenheit auf die Nachricht von der Bombe auf dem früheren Schulgelände: "Wir wissen zwar noch nicht, wohin wir gehen, wenn wir evakuiert werden", sagen Gerhard und Edith Meier, "aber jetzt gehen wir erstmal in die Stadt. Es ist aber ein Wahnsinn, dass uns bislang noch niemand informiert hat."

Quelle: Simon Benne

++ 14.23 Uhr: Stadtarchiv ist bereits vorbereitet

Das Stadtarchiv in der Straße Am Bokemahle ist bislang noch nicht über eine mögliche Räumung informiert worden: "Wir sind aber gut vorbereitet", sagt dessen Leiterin Cornelia Regin. Vor einigen Jahren wurde der "Regionale Notfallverbund Kulturgutschutz" gegründet. "Wenn unsere historischen Dokumente evakuiert werden müssen, weist die Feuerwehr uns einen Ort für sie zu", sagt Regin. Als im vergangenen Jahr in der Nähe des Historischen Museums eine Bombe gefunden wurde, habe man jedoch auf eine Evakuierung verzichtet und fragile Exponate nur gesichert.

++ 14.05 Uhr: Werden Abi-Prüfungen unterbrochen?

Im Radius der Bombenräumung könnte auch die katholische St.-Ursula-Schule in der Simrockstraße liegen: "Für uns käme eine Räumung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt", sagt Schulleiter Norbert Junker: "Heute ist der Tag der mündlichen Abiturprüfungen - es ist schwer, eine solche Prüfung zu unterbrechen. Aber natürlich geht die Sicherheit vor." Das Gymnasium wird von rund 1000 Schülern besucht.

++ 14.00 Uhr: Bombe muss heute entschärft werden

Nach Angaben der Feuerwehr und der Stadt Hannover wurde der Blindgänger bei Abrissarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule Birkenstraße gefunden. Nach Informationen der Feuerwehr handelt es sich dabei um eine Fünf-Zentner-Bombe. Die Feuerwehr sowie der Kampfmittelbeseitigungsdienst sind vor Ort, derzeit wird ein Einsatzstab eingerichtet.

Quelle: Simon Benne

Die Bombe muss noch heute entschärft werden, weil sie bei den Arbeiten freigelegt oder bewegt worden sei, heißt es von der Feuerwehr. Weitere Informationen wollen die Behörden in Kürze bekannt geben – darunter den Evakuierungsradius und den genauen Zeitplan für die Bombenräumung.

Sicher ist bereits jetzt: Von der Bombenräumung werden Tausende Menschen in der dicht bebauten Südstadt betroffen sein. Die Evakuierung ist voraussichtlich für den späten Nachmittag geplant. Die Entschärfung wird dann wohl erst am Abend oder in der Nacht erfolgen.

Die letzte Bombenräumung in der Region liegt sieben Monate zurück. Am 3. November 2014 musste eine 500 Kilogramm schwere US-Fliegerbombe in Langenhagen gesprengt werden. Dafür mussten 6300 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Sechs Wochen zuvor, am 18. September, hatten Bauarbeiter am Nordring in Hannover-Vahrenwald eine Fliegerbombe entdeckt. 10.000 Menschen mussten aus ihren Wohnungen heraus. Am 8. September 2014 wurde im Baugebiet Seelze-Süd auf einem Acker eine zwei Tonnen schwere Flieger-Bombe gefunden. Damals mussten 14.000 Menschen in einem Evakuierungsradius von zwei Kilometern ihre Häuser verlassen. Die Räumung dauerte bis in den frühen Morgen hinein.

frs/jki/kon/be/miz/asl/mic

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