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Aus der Stadt Maßnahme A und R auch zur Hannover Messe?
Hannover Aus der Stadt Maßnahme A und R auch zur Hannover Messe?
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00:15 17.03.2014
Die Einbahnstraßenregelung auf dem Messeschnellweg war während der CeBIT unnötig, nervte aber einheimische Autofahrer. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Der Verkehr sei zwar auch ohne die Regelung während des Anreiseverkehrs am Freitagmorgen reibungslos verlaufen, sagte Holger Heuer von der Verkehrsmanagementzentrale der Region. Dennoch sei das kein Grund, bei der Hannover Messe im April auf die Einbahnstraßenregelung zu verzichten. „Wie vor jeder großen Messe werden wir uns mit der Stadt, der Polizei und der Messe zusammensetzen und darüber beraten“, sagte Heuer. Vorher könne man keine fundierte Entscheidung treffen. Auch die Tatsache, dass die Veranstalter für die Messe vom 7. bis zum 11. April mit gut 180 000 Besuchern rechnen, also mit 50.000 weniger als für die diesjährige CeBit, ändere daran nichts.

„Bei jeder Messe haben die Besucher ein ganz eigenes Anreiseverhalten“, sagt Messesprecher Hartwig von Saß. „Daher muss vor jeder Messe neu bewertet werden, ob die Maßnahme A und R sinnvoll ist.“ Bei manchen Messen kämen zwar weniger Besucher, ein größerer Anteil von ihnen reise aber mit dem Auto an. Zudem sei das „international einmalige Verkehrsleitsystem“ ein Alleinstellungsmerkmal der Messestadt und könne daher nicht einfach abgeschafft werden. „Für viele Aussteller und Besucher ist die dadurch gewährleistete schnelle Anreise zum Messegelände auch ein Entscheidungsgrund, auf Ausstellungen nach Hannover zu kommen“, so von Saß.

Baumfällarbeiten am Sonntag

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Region Hannover kritisiert die von der Stadt geplanten Baumfällarbeiten am Sonntag. Mitarbeiter des Forstbetriebs sollen insgesamt 200 Bäume in der Eilenriede fällen oder beschneiden, um den sicheren Verkehr auf dem Messeschnellweg zu gewährleisten. Dafür wird von 7 bis voraussichtlich 17 Uhr der Abschnitt zwischen Weidetorkreisel und Pferdeturm komplett gesperrt.

„Wenn die Maßnahmen wirklich notwendig sind, dann hätten sie im Winter stattfinden sollen“, sagt Georg Wilhelm aus dem Vorstand des BUND. Die Naturschützer weisen darauf hin, dass der Gesetzgeber verbietet, zwischen dem 1. März und dem 30. September außerhalb des Waldes Bäume, Gebüsche und andere Hölzer zu fällen oder abzuschneiden. „In dieser Zeit hat bei manchen Vogelarten die Brutsaison schon begonnen“, so Wilhelm.

Die Erklärung der Stadt, man habe den Termin für die Maßnahme ganz bewusst vor den Beginn der Brut- und Setzzeit gelegt, lässt Wilhelm nicht gelten. In diesem Jahr habe der Frühling noch früher begonnen, und viele Vögel sammelten sogar schon Nistmaterial. tm

„Wie Pendler an diesen Tagen mit dem Auto zur Arbeit kommen, ist den Verkehrsplanern aber offenbar gleichgültig“, sagt Carsten Lembcke. Der Hannoveraner ist hauptberuflich im Vertrieb eines Möbelhauses in Laatzen angestellt. Jeden Tag fährt er über den Messeschnellweg zur Arbeit. Eigentlich profitiert der 52-Jährige von der Maßnahme A und R. „In Laatzen setze ich mich aber in meinen Dienstwagen und fahre häufig direkt wieder in Richtung Norden“, sagt er. „Dann muss ich über Pattensen, Peine, Paris reisen“. In der vergangenen Woche wollte er zu einem Kunden in die Calenberger Neustadt. Wegen der Maßnahme A und R konnte er den Messeschnellweg nicht nutzen und fuhr daher über Hemmingen und Ricklingen. Genau wie unzählige andere Pendler. „Wegen der Staus habe ich mehr als eine Stunde gebraucht“, sagt Lembcke. Das gleiche Bild bot sich an vielen anderen Hauptverkehrsstraßen in und um Hannover, auf die Verkehrsteilnehmer auswichen, weil sie nicht auf den gesperrten Messeschnellweg auffahren konnten.

„Nach unserer Einschätzung kam es dort nicht zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen“, sagt Verkehrsexperte Heuer. „Szenen wie in der vergangenen Woche spielen sich an jedem Tag im Berufsverkehr ab.“ Er betont in diesem Zusammenhang, dass die Verkehrslage in der Stadt nicht ausschlaggebend für das Aussetzen der Verkehrsregelung war.

„Dennoch ist es wichtig, einen gesunden Kompromiss für Messebesucher und Berufspendler zu finden“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos. „Genau aus diesem Grund diskutieren wir vor jeder Messe, ob wir die Maßnahme brauchen oder nicht.“ Am Dienstag und Mittwoch vergangener Woche habe die Verkehrsdichte auf dem Schnellweg die Einbahnstraßenregelung gerechtfertigt. „Als wir dann am Donnerstag feststellten, dass der Verkehr nachlässt, haben wir spontan entschieden, die Maßnahme am Freitag auszusetzen“, sagt Demos.

Jörn Kießler

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