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Aus der Stadt Flohmarkt am Tönniesberg lockt Tausende Besucher
Hannover Aus der Stadt Flohmarkt am Tönniesberg lockt Tausende Besucher
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00:15 25.03.2015
Foto: Diese Flohmarktbesucherin nimmt einen Kerzenständer mit nach Hause.
Diese Flohmarktbesucherin nimmt einen Kerzenständer mit nach Hause. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Kurioses, Krimskrams und Kitsch - auf dem Flohmarkt am Tönniesberg findet man alles: die Jagdtrophäe eines in Afrika erlegten Kaffernbüffel, Videokassetten über das Karpfenangeln, alte Landserhefte, Briefmarken, Münzen, Stühle oder einen ganzen Karton voller Barbie-Filme. Und für vieles finden sich Käufer.

Schlendern, gucken, handeln - die Stände in der überdachten Großmarkthalle locken Tausende Besucher. Am Tönniesberg soll es jetzt nicht nur ein paarmal im Jahr, sondern einmal im Monat einen Flohmarkt geben. Die Händler, die lieber unter einem Dach als im Regen stehen, freut’s - und die Kunden auch. Am späten Vormittag ist der Parkplatz fast voll. Eine Frau bietet Porzellangeschirr, Kerzenständer und Vasen an. „Meine Mutter ist gestorben, ich musste ihren Haushalt auflösen, und selbst hat man ja auch schon so viel.“ Ob sie auf dem Flohmarkt auch selbst etwas kaufen will? „Bloß nicht“, sagt die blonde Mittfünzigerin, „meine Schränke sind doch schon so voll.“

Auch Gunda Lüddicke aus der Nähe von Peine hat bei sich aufgeräumt und will sich von vielem trennen, darunter sind auch afrikanische Masken, Schnitzereien und Figuren. Fällt der Abschied schwer? Lüddicke lächelt verschmitzt: „Manches hat man ja geerbt.“ Zum Tönniesberg kommt sie gern, um ihre Sachen anzubieten: „Hier ist immer viel los.“ Ein weißhaariger Mann durchsucht einen Karton mit Schallplatten. „Ich bin Ernst-Mosch-Fan.“ Rund 150 Platten habe der „König der Blasmusik“ genannte Mosch herausgebracht. Der Fan, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, sagt: „Ungefähr 90 habe ich schon.“

Die Bilder von einem Rundgang auf dem Flohmarkt am Tönniesberg in Hannover.

Dabei geht es ihm um die Musik, nicht unbedingt um die Schallplatte: „Manche haben Kratzer, ich überspiele die Musik dann auf meinen Computer, bearbeite sie und brenne daraus eine CD.“ Auf dem Flohmarkt seien die Platten deutlich günstiger als im Internet, erzählt er. Die Versandgebühren seien oft immens. „Außerdem kann man sich die Platten im Internet nicht vorher angucken“, sagt eine Frau, die ihrem Freund, der zwei Kartons weiter ebenfalls auf dem Boden hockt und in Schallplatten blättert, immer neue Interpreten zuruft: „Wet Wet Wet“, „Paul Young“, „Duran Duran“. Die Achtziger sind zurück.

Ein Ehepaar zeigt stolz ein Paar goldener Türbeschläge. „Das ist Qualitätsarbeit“, sagt er. „Wir haben ein Haus aus dem 19. Jahrhundert, wir brauchen immer etwas“, sagt sie, „und auf Flohmärkten findet man viel.“ Besonders gern besucht das Ehepaar Flohmärkte im Umland - wegen des besonderen Flairs: „Da denkt man manchmal, die Sachen seien gerade vom Dachboden geholt worden“, sagt die Frau.

Stände mit Restposten oder allzu kommerzielle Händler gehörten nicht auf einen Flohmarkt, meinen viele Besucher.

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