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Aus der Stadt Geheime Mission endet in Hannover
Hannover Aus der Stadt Geheime Mission endet in Hannover
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00:15 08.11.2013
Dem ehemaligen Kajak-Olympiasieger Günter Perleberg gelang 1963 die Flucht aus der DDR. Quelle: Surrey
Hannover

In seiner Stimme ist eine leichte Aufregung zu spüren, die ersten Sätze auf dem Tonband klingen etwas monoton und abgehackt. „Mein Name ist Günter Perleberg, ich komme aus Brandenburg an der Havel und habe dort Kanu-Rennsport betrieben in der BSG Einheit Brandenburg.“ Die Geschichte des  Kajak-Olympiasiegers sowie die von 14 weiteren Spitzenathleten wie Fußballer Falko Götz und Leichtathletin Ines Geipel wird in der Ausstellung „ZOV Sportverräter – Spitzenathleten auf der Flucht“ dokumentiert, die noch bis zum 18. Dezember im Landessportbund Niedersachsen (Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10) zu sehen ist.

Die Ausstellung „ZOV Sportverräter - Spitzenathleten auf der Flucht“ zeigt die Fluchtversuche von Spitzensportlern aus der DDR. Der ehemaligen Kajak-Olympiasieger Günter Perleberg floh 1963 nach Hannover.

Es ist die Geschichte eines Mannes, der wie mehr als 600 Spitzensportler, Trainer und Ärzte zwischen 1949 und 1989 aus der ehemaligen DDR geflohen ist. Den damals 18-jährigen Brandenburger führte der Kanu-Rennsport aus seiner Heimat nach Magdeburg. In der Stadt an der Elbe feierte er nicht nur zahlreiche Erfolge, dort lernte er auch Rosemarie Steinbrecher kennen. Und die verdrehte dem Spitzensportler gehörig den Kopf. Steinbrecher kehrte jedoch ihrer Heimatstadt 1957 den Rücken zu und zog nach Stuttgart. „Wir waren zunächst locker befreundet, führten eine lose Brieffreundschaft“, erinnert sie sich. Dabei blieb es nicht, es folgten heimliche Treffen in West-Berlin. Und mit jeder Begegnung wuchs auch die Liebe.

Dann kamen die Olympischen Spiele 1960 in Rom. Eine gesamtdeutsche Kajak-Staffel mit Perleberg gewann olympisches Gold. Für ihn wurde es nun immer schwieriger, seine Beziehung aufrechtzuerhalten, denn mit den Erfolgen rückte er immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Im Sommer 1961 reifte bei ihm dann der Entschluss zur Flucht, bei der nächsten Gelegenheit wollte er in den Westen. „Die Gründe waren meine jetzige Frau und die politischen Verhältnisse“, sagt der 78-Jährige. Drei Versuche scheiterten: 1961 wegen des Mauerbaus, 1962 wurde die Kanu-Weltmeisterschaft in Essen aufgrund der sportpolitischen Spannungen kurzfristig abgesagt. Und im gleichen Jahr versperrte ihm die Kuba-Krise den Fluchtweg in die Freiheit.

Kein Weg zurück

Ans Aufgeben dachte Perleberg jedoch nicht und startete einen vierten Versuch – zumal Rosemarie schwanger war. Die nächste Chance für den werdenden Vater bot sich bei der WM im jugoslawischen Jajce. Gemeinsam mit westdeutschen Fluchthelfern wurde der Ablauf bis ins Detail vorbereitet. Das Datum seiner Flucht hat sich in seinem Kopf eingebrannt: Der 25. August 1963. Es war der letzte Wettkampftag, die geheime Mission begann. Nach dem Abschlussbankett eilte Perleberg hinaus in die Dunkelheit.

Dort bestieg er das bereitstehende Fluchtauto und steckte einen gefälschten bundesdeutschen Pass in seine Jackentasche. Neben ihm saß seine Verlobte, die heimlich zur WM angereist war und sich fernab der DDR-Delegation aufgehalten hatte. Die Atmosphäre war angespannt. „Wird an der Grenze alles gut gehen?“, fragten sich die beiden. Die Grenzer winkten das Auto mit der „geheimen Fracht“ durch. Es herrschte große Erleichterung, die Fahrt endete in Hannover. Sechs Wochen später heirateten die beiden.

Zuvor gab es noch einen unangenehmen Besuch von drei Funktionären des DDR-Kanuverbandes, die das junge Paar in seiner Wohnung in Kleefeld aufsuchten. Der Auftrag: Perleberg zu einer Rückkehr zu bewegen. Keine Chance, die Liebe war stärker. Das geht aus den Stasi-Unterlagen hervor, die ebenfalls in Auszügen in der Ausstellung zu sehen sind. „Er wollte nicht länger Aushängeschild sein und nicht mehr im Vordergrund stehen“, heißt es im Stasi-Bericht. Perleberg blieb in der Stadt, in der seine Flucht endete – und in der er sich seit mehr als 50 Jahren sehr wohlfühlt.

Von Sandra Arm

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