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Aus der Stadt Flüchtlinge müssen wieder in Notunterkunft
Hannover Aus der Stadt Flüchtlinge müssen wieder in Notunterkunft
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19:57 14.11.2014
Foto: Das ehemalige Schulzentrum Ahlem ist nahezu komplett belegt.
Das ehemalige Schulzentrum Ahlem ist nahezu komplett belegt.  Quelle: Poszwa
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Hannover

In der Schule wohnen bereits weit mehr als 150 Menschen, „sie dürfte in der kommenden Woche komplett belegt sein“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser. Daher ist die Verwaltung gezwungen, ab Montag erneut die Turnhalle der Feuerwehr in Stöcken als Notunterkunft herzurichten. „Die Halle wird übergangsweise für die Unterbringung von gut 30 Flüchtlingen genutzt“, bestätigt Möser die Informationen der HAZ.

Bereits im September waren rund 30 Asylsuchende in der Turnhalle einquartiert. Damals bezeichnete Stadtbezirksmanagerin Rita Heitsch die Unterbringung als „absolute Ausnahme, um den Notfall zu bewältigen“. Man musste rasch handeln, weil von einem Tag auf den anderen 22 Männer vor der Tür standen und um Hilfe baten. Im Oktober war es zu einem Zwischenfall in der Turnhallen-Unterkunft gekommen. Ein Streit zwischen zwei Flüchtlingen eskalierte, als einer auf den anderen mit einem Küchenmesser losging. Die Polizei musste eingreifen. Der Angreifer wurde schließlich in einer anderen Einrichtung untergebracht.

Dennoch bleibt der Stadt offenbar keine andere Wahl, als wieder auf die Turnhalle als Quartier zurückzugreifen. „In dieser Woche waren gut 70 Flüchtlinge unterzubringen“, sagt Stadtsprecher Möser. Bisher musste Hannover zwischen 30 und 40 Asylsuchende pro Woche aufnehmen.

Derweil bereitet die Stadt mehrere Standorte für Wohncontainer vor. In Leinhausen und Anderten sollen jeweils 100 Flüchtlinge in Containern unterkommen. Zwei weitere Standorte sind noch in der Diskussion, dem Vernehmen nach handelt es sich unter anderem um ein Grundstück in Lahe. Auch die Verhandlungen zwischen Stadt und Regionsklinikum um einen Bezug des leer stehenden Oststadtkrankenhauses dauern an. „Sobald die ersten Container stehen, werden die Flüchtlinge aus der Turnhalle umziehen“, sagt Stadtsprecher Möser.

Andrang auch im Umland: Auch die Kommunen im Umland haben alle Hände voll zu tun, den Flüchtlingen ein Dach über den Kopf zu geben. In Neustadt rechnet man bis Juni 2015 mit weiteren 100 Asylsuchenden, vermutlich werden es mehr sein, heißt es aus der Stadtverwaltung. In der Wedemark musste die Gemeinde einen Container für eine vierköpfige Flüchtlingsfamilie herrichten, die unvermittelt im Rathaus um Hilfe bat. Bürgermeister Helge Zychlinski war verärgert, weil die Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration der Familie einfach Bahntickets in die Hand gedrückt und sie ohne Voranmeldung in die Wedemark geschickt hatten.  

Andreas Schinkel, Roman Rose und Kathrin Götze  

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