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Aus der Stadt Flüchtlinge protestieren gegen Abschiebung
Hannover Aus der Stadt Flüchtlinge protestieren gegen Abschiebung
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17:06 07.12.2014
Von Andreas Schinkel
Foto: „Sie nehmen uns nicht ernst“: Die sudanesischen Flüchtlinge kritisieren die Politik.
„Sie nehmen uns nicht ernst“: Die sudanesischen Flüchtlinge kritisieren die Politik. Quelle: Wallmüller
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Hannover

Im Kern fordern die Sudanesen noch immer, in Deutschland bleiben zu dürfen und nicht in ihre krisengeschüttelte Heimat abgeschoben zu werden. Doch der Ton ist schärfer geworden. Den deutschen Behörden, auch in Hannover, werfen sie „Ignoranz“ vor. „Sie missverstehen uns und nehmen uns nicht ernst“, sagt ein Sprecher der Sudanesen, der namentlich nicht genannt werden will.

Man werde so lange auf dem Weißekreuzplatz verharren, bis ein Großteil des Forderungskatalogs erfüllt sei, betont der Sprecher. Etliche Wünsche sind auf kommunaler Ebene nicht zu erfüllen, etwa „der sofortige Stopp“ der Zusammenarbeit zwischen Bundesregierung und dem Sudan. Mehr Chancen hätte die Bitte um einen „selbstorganisierten Raum für Flüchtlinge“.

Rund 50 sudanesische Flüchtlinge vom Weißekreuzplatz und Unterstützer haben mit einem Protestzug gegen Abschiebung protestiert.

Nach Informationen der HAZ sucht die Stadt bereits nach Möglichkeiten, ein solches Flüchtlingszentrum einzurichten. Sollten Räume gefunden sein, bedeutet das noch nicht, dass die Sudanesen ihre Zelte abbauen. „Da müssen mehr Forderungen erfüllt werden“, betont der Sprecher.

Sechs Monate stehen die Protestzelte nun schon auf dem Platz nahe der Lister Meile. Polizei und Stadt hatten den Sudanesen untersagt, ihre Zelte winterfest zu machen. Tatsächlich halten sich in den Unterkünften Tag und Nacht Flüchtlinge auf. Grundsätzlich sind die Sudanesen aber in Wohnheimen und Wohnungen untergebracht, die ihnen von der Stadt zugewiesen wurden.     

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