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Aus der Stadt Flüchtlinge und Polizisten rennen um die Wette
Hannover Aus der Stadt Flüchtlinge und Polizisten rennen um die Wette
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19:01 28.05.2015
Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Die positive Reaktion der Polizei zu dem Lauf habe ihn sehr gefreut, sagt Semih Senyüz, Vorsitzender der TJN. Der Verein organisiert den „Lauf gegen Rassismus“ in diesem Jahr erst zum zweiten Mal, als Aktion vor allem gegen den Alltagsrassismus, den türkische Jugendliche erleben, wenn sie sich etwa mit ihren ausländischen Namen um eine Arbeitsstelle bewerben wollen. In diesem Jahr kam bei der TJN aber vor dem Hintergrund der Flüchtlingsdramen auf dem Mittelmeer die Idee auf, mit dem Lauf auch ein Zeichen der Solidarität mit Asylbewerbern zu setzen. „Das ging auch an uns nicht spurlos vorbei“, sagt Senyüz.

Über eine Flüchtlingsorganisation wurde der Kontakt aufgenommen. Es fanden sich mehrere Flüchtlinge, die am Sonnabend nach Pfingsten mit an den Start gehen wollen. Ein Flüchtling soll außerdem eine kurze Ansprache halten, in der er auf sein Schicksal aufmerksam macht, so Senyüz. Insgesamt erwarten die Organisatoren 100 bis 150 Teilnehmer beim Anti-Rassismus-Lauf, darunter auch mehrere Landtagsabgeordnete.

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Die Idee, auch die Polizei einzuladen, kam relativ spontan, nach den Nachrichten von mutmaßlichen Misshandlungen eines Flüchtlings in einer Gewahrsamszelle der Bundespolizei am Hauptbahnhof Hannover. Der grüne Landtagsabgeordnete Belit Onay aus Hannover bot an, einen Kontakt zur Polizeidirektion Hannover sowie der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) herzustellen. Es sei eine gute Gelegenheit für die Polizei, ein Zeichen zu setzen gegen das Bild, das von den Vorfällen am Bahnhof ausgegangen sei, sagte Onay.

Welche Teams für die Polizei antreten, ist noch offen, die Bereitschaft ist aber vorhanden. „Wir versuchen, etwas auf die Beine zu stellen. Wir wollen eine Mannschaft aus der GdP schicken und schauen, was wir sonst noch anbieten können“, sagte GdP-Landeschef Dietmar Schilff. Die Einladung der TJN hätte man auch angenommen, wenn es nicht zu dem Vorfall am Bahnhof gekommen wäre. „Wenn wir eingeladen werden, dann kommen wir auch“, so Schilff.

Der Gewerkschaftschef sagt, er habe den Eindruck, dass der Vorfall am Bahnhof als Einzelfall wahrgenommen werde. „Aber er trifft natürlich die Polizei als Ganzes“, sagt er.

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