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Aus der Stadt Flüchtlingsheim am Kronsberg wird gebaut
Hannover Aus der Stadt Flüchtlingsheim am Kronsberg wird gebaut
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07:14 13.12.2016
Von Conrad von Meding
Oberbürgermeister Stefan Schostok und DorisSchröder-Köpf diskutieren mit Anwohnern am Kronsberg über das geplante Flüchtlingsheim. Quelle: Künstner/Archiv
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Hannover

Die CDU-Fraktion stimmte dagegen. SPD, Grüne und Linke schlossen sich der Forderung des Bezirksrats an, dass sich die Planung in die bisherige Bebauung „einpassen“ müsse. Die Verwaltung hat das bereits zugesagt.

Die Stadt muss kurzfristig Hunderte Wohnplätze für Hilfesuchende aus aller Welt schaffen. Baudezernent Uwe Bodemann berichtete gestern, es habe vor wenigen Tagen ein Signal des Landes gegeben, dass das Kontingent von derzeit 850 Flüchtlingen in diesem Jahr „früher als angekündigt“ erfüllt werden müsse – offenbar werde es Zuweisungen über die Quote hinaus geben. „Die Stadt ist in höchster Anspannung, die Menschen unterzubringen, die zu uns kommen“, sagt Bodemann. Die Stadt mache sich die Entscheidung für einzelne Standorte nicht leicht, registriere aber auch, dass in einigen Stadtteilen die Einbindung in Nachbarschaften sehr gut funktioniere.

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Zuvor hatte Kronsberg-Anlieger Prof. Michael Nusser die Kritik der Anwohner im Ausschuss erneuert. Einerseits finden die Nachbarn den gewählten Standort an der Grundschule zu weit weg von der Siedlung. Näher bei sich möchten sie das Haus aber auch nicht haben – sie fürchten, dass der Wert ihrer Häuser sinkt. Sie schlagen ein Grundstück am Ramada-Hotel vor – dort aber müsste die Stadt erst langwierig Baurecht schaffen.

Bodemann widersprach scharf dem erneut geäußerten Vorwurf, die Stadt lege für ihren Bau andere ökologische Kriterien an als für Privathäuser am Kronsberg. Es gelte für alle Gebäude am Kronsberg der gleiche Standard, sagte Bodemann. Um diesen mit freistehenden Einfamilienhäusern zu erreichen, sei aber eine dickere Dämmung nötig als bei einem Mehrfamilienhaus mit Nahwärmeanschluss. Sollte am Flüchtlingsheim ein Nahwärmeanschluss technisch nicht möglich sein, werde dies ebenfalls in Passivhausbauweise errichtet.

Auch ein ausführlicher Brief, den Oberbürgermeister Stefan Schostok kürzlich an Anlieger geschrieben hat, konnte die Verärgerung offenbar nicht aus der Welt räumen, wie Anwohner Dirk W. berichtet. In dem Brief, der der HAZ vorliegt, geht Schostok auf mehrere Fragen ein, die er jüngst bei einem Treffen mit rund 25 Anliegern nicht abschließend hatte beantworten können. Darin heißt es unter anderem, dass Schostok prüfen lasse, „ob das Wohnheim so platziert werden kann, dass es näher an das Quartier heran- und von der Schule etwas abrückt“.

Ein genauer Standort steht bislang ohnehin nicht fest, die Vorplanung benennt nur grob die Fläche. Auch das Argument, dass sich die Baugrundstücke in der Umgebung schwer vermarkten ließen, wenn das Wohnheim steht, weist Schostok in seinem Schreiben zurück. „Äußerungen von Investoren, dass kein Interesse mehr besteht, kann ich nicht bestätigen.“

Damit seien die entscheidenden Probleme weiter nicht gelöst, sagt Anwohner W. „Letztlich sind wir enttäuscht.“

Von Conrad von Meding und Andreas Schinkel

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