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Aus der Stadt Raum für Flüchtlinge: Nicht jede Wohnung geeigent
Hannover Aus der Stadt Raum für Flüchtlinge: Nicht jede Wohnung geeigent
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00:15 12.02.2015
Von Mathias Klein
Hunderte Wohnungen angeboten: Hochhäuser am Sahlkampmarkt. Quelle: Surrey
Hannover

Die Stadt aber zögert offenkundig, das Angebot anzunehmen. Die Deutsche Wohnen besitzt unter anderem große Häuser rund um den Sahlkampmarkt. Sie hat unter anderem die Bestände der Baubecon übernommen und gilt mit 150 000 Wohnungen als zweitgrößter privater Vermieter Deutschlands.

Über das Angebot sei noch nicht abschließend entschieden, sagt Rathaussprecher Alexis Demos. Die Not der Stadt sei zwar groß und man freue sich über jedes Angebot. Bei der Auswahl von Wohnungen müssten jedoch bestimmte Kriterien beachtet werden. Demos nannte den baulichen Zustand der Wohnungen, die Ausstattung, den Grundriss, den Sanierungsbedarf, den Preis und die Gegend. Trotz des Drucks könne die Stadt die Hilfesuchenden „nicht um jeden Preis“ unterbringen. Zudem wolle die Stadt vermeiden, Flüchtlinge in den städtebaulichen Sanierungsgebieten wie etwa Hainholz, Sahlkamp-Mitte oder Stöcken unterzubringen. Die Stadt bemüht sich, diese Gebiete wieder attraktiver zu machen.

Um wie viele Wohnungen es genau in dem Angebot der Deutsche Wohnen geht, wollen weder das Unternehmen noch die Stadt mitteilen. Unternehmenssprecher Julian Pinnig sagte, die Wohnungen seien durch die übliche Fluktuation frei. Sein Unternehmen sehe sich in der Verantwortung, etwas für Flüchtlinge zu tun und die Städte bei der Unterbringung zu unterstützen. Außerdem habe die Deutsche Wohnen in der Region bereits gute Erfahrungen gemacht. Beispielsweise seien in Laatzen mehr als zehn syrische Familien in Wohnungen des Unternehmens untergebracht.

Der Geschäftsführer des Mieterbundes, Randolph Fries, sagt, dass es in Hannover zwar Wohnungsmangel gebe, aber auch Wohnungen, die keiner wolle. Wohnungsunternehmen versuchten, den Notstand der Kommunen bei der Flüchtlingsunterbringung auszunutzen. Man dürfe sich durchaus fragen, warum die Wohnungen frei seien.

Die Stadt berichtet, das sie derzeit mit einigen Wohnungsbaugesellschaften und privaten Vermietern in Kontakt stehe. Auf der Suche nach Wohnungen wertete die Stadt auch die Immobilienanzeigen in der HAZ aus. Zwar würden grundsätzlich alle Wohnungsgrößen gesucht. Allerdings sei das Rathaus vor allem auf der Suche nach kleinen Wohnungen. Die Miete orientiere sich am Mietspiegel, sagt Sprecher Demos.

Die Stadt will rund ein Drittel der Flüchtlinge in Wohnungen unterbringen. Ziel ist, dass diese Wohnungen wie auch die Flüchtlingsunterkünfte gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilt sind, damit es nicht zu Ballungen in einzelnen Stadtquartieren kommt.

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