Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Flughafen verhandelt mit Ryanair
Hannover Aus der Stadt Flughafen verhandelt mit Ryanair
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 27.10.2014
Ryanair im Anflug? Der Flughafen Langenhagen.
Ryanair im Anflug? Der Flughafen Langemnhagen. Quelle: Tobias Kleinschmidt
Anzeige
Hannover

Während Flughafensprecher Sönke Jacobsen lediglich Gespräche mit Ryanair bestätigte, wird in Fachforen im Internet schon heftig über Datum und Verbindungen gemunkelt. Demnach könnte es zum Sommerflugplan 2015 so weit sein, als mögliche Ziele werden unter anderem Rom, London-Stansted, Las Palmas und Malaga genannt.

„Ryanair wird eines Tages auch nach Hannover kommen“, hatte Flughafenchef Raoul Hille im HAZ-Interview prophezeit. Das war vor vier Jahren, und jetzt verdichten sich Hinweise, der irische Branchenprimus im Billigflugsegment könnte tatsächlich Kurs auf den Flughafen in Langenhagen nehmen. Während Flughafensprecher Sönke Jacobsen lediglich Gespräche mit Ryanair bestätigte, wird in Fachforen im Internet schon heftig über Datum und Verbindungen gemunkelt. Demnach könnte es zum Sommerflugplan 2015 so weit sein, als mögliche Ziele werden unter anderem Rom, London-Stansted, Las Palmas und Malaga genannt.

„Wir führen Verhandlungen, aber das haben wir in der Vergangenheit auch schon regelmäßig getan“, sagt Jacobsen. Bisher sei mit Ryanair nichts unterschriftsreif. Allerdings betonte der auch für das Marketing zuständige Sprecher, dass man in Langenhagen durchaus Nachholbedarf im Billigflugsegment sieht. Es wird dort bisher ausschließlich von der Lufthansa-Tochter Germanwings abgedeckt.

„Wir reden nicht nur mit Ryanair, sondern auch mit anderen Anbietern wie etwa Wizz Air“, erklärt Jacobsen. Die Fluggesellschaft aus Ungarn ist im osteuropäischen Markt stark vertreten. Eine Bedingung, die die Hannoveraner über all die Jahre aufrecht erhalten haben und die bisher die Ansiedlung von Ryanair und ähnlichen Gesellschaften verhindert hat, gelte allerdings weiterhin: Auch Billigflieger müssten die in Langenhagen üblichen Gebühren für Starts und Landungen bezahlen. Genau dies hat die preisaggressive und extrem auf niedrige Kosten bedachte Ryanair an ihren Zielflughäfen bisher nicht getan - im Gegenteil. Die Iren ließen sich sogar noch dafür bezahlen, dass sie auf sehr häufig in der Provinz gelegenen Flughäfen für Verkehr und Umsatz sorgten. In Norddeutschland ist Ryanair in Bremen vertreten und war es in Lübeck-Blankensee. Die Flughafengesellschaft dort ging zwischenzeitlich in Insolvenz.

Von Ryanair selbst war am Freitag keine Stellungnahme zu erhalten. Dafür, dass die Iren ein Auge auf Hannover geworfen haben könnten, spricht aber ein im vergangenen Jahr eingeleiteter Strategie- und Imagewandel, den Chef Michael O’Leary verkündet hat. Statt ausschließlich auf kostengünstige Flughäfen abseits der Großstädte zu setzen, nimmt man jetzt größere Airports ins Visier - Rom, Brüssel und Lissabon beispielsweise. Außerdem hat Ryanair den zuvor schmalen Service für seine Passagiere verbessert in der Erwartung, damit auch Geschäftsreisende anzulocken.

Michael Zgoll 27.10.2014
Andreas Schinkel 24.10.2014
Bernd Haase 24.10.2014