Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Turnhallen sollen an Wochenenden öffnen
Hannover Aus der Stadt Turnhallen sollen an Wochenenden öffnen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:37 12.11.2015
Von Andreas Schinkel
Künftig am Wochenende? Auch Turner - hier Aktive vom VfL Eintracht - sollen sich auf neue Trainingszeiten einstellen. Quelle: Tim Schaarschmidt
Anzeige
Hannover

Bisher werden größere Hallen sonnabends und sonntags nur für Punktspiele aufgeschlossen. „Etliche kleine Hallen stehen leer. Wenn die Vereine dort trainieren könnten, würde das den Terminplan in der Woche entzerren“, sagt SSB-Vizepräsident Rolf Jägersberg. An Werktagen tobe noch immer ein Kampf um Hallenzeiten. Der spitze sich im Winter zu, wenn Fußballer und Hockeyspieler ihr Training in die Hallen verlegen.

Erschwerend kommt derzeit hinzu, dass etwa ein Dutzend Turnhallen als Notunterkünfte für Flüchtlinge dienen. „Der Verlust der Hallen schmerzt den Sport“, sagt CDU-Ratsherr Dieter Küßner. Daher sei die Initiative des Stadtsportbunds zu begrüßen. Das sehen auch Küßners Kollegen im Rat so. „Die Engpässe im Winter entstehen jetzt zum Teil durch die Belegung von Hallen mit Flüchtlingen“, sagt SPD-Sportpolitikerin Peggy Keller.

Anzeige

152 Hallen gibt es im Stadtgebiet von Hannover

Zwar haben SPD und Grüne den Antrag des SSB zunächst von der Tagesordnung des Sportausschusses genommen, jedoch nur, um ein paar Änderungen einzufügen. „Wir überlegen, die Hallen auch für den Mitternachtssport zu öffnen“, sagt Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert. Ein solches Angebot halte etwa die Stadt Wolfsburg bereit. Auch sei zu klären, ob die Hallen in den Ferien zur Verfügung stehen sollen. SPD-Sportpolitikerin Keller wünscht sich von der Stadt eine Liste aller Hallen, die für ein Wochenendtraining infrage kommen.

Insgesamt 152 Sporthallen gibt es im Stadtgebiet. Allein 33 nutzt der VfL Eintracht, einer der größten Sportvereine in Hannover. „Uns würde eine Wochenendöffnung definitiv entlasten“, sagt Geschäftsführer Lars Wolf. Er sieht darin eine Chance für Vereine, mit den Fitnessstudios konkurrieren zu können. „Warum sollten wir als Verein nicht sonnabends einen Fitnesskurs anbieten?“, fragt er sich. Wolf glaubt, dass am Ende viele großen Hallen an Wochenenden gar nicht zur Verfügung stehen, weil dort Turniere und Punktspiele ausgetragen werden. „Aber selbst wenn nur zehn kleine Sporthallen öffnen, wäre das eine Hilfe“, sagt Wolf. Das meint auch VfL-Turntrainerin Svenja Neise. „Die Kinder kommen unter der Woche spät aus der Schule. Da wäre eine zusätzliche Übungszeit am Wochenende ideal“, sagt sie. Neise trainiert unter anderem eine Leistungsturngruppe mit Kindern zwischen zehn und 15 Jahren.

Unklar bleibt, wie hoch die Kosten für die Stadtverwaltung ausfallen. Schließlich braucht es Personal, um die Hallen an Wochenenden auf- und abzuschließen. Grünen-Ratsherr Bindert empfiehlt, die Schlüssel allen Sportvereinen auszuhändigen, die dann regelmäßig in den Hallen trainieren. Zudem stelle sich die Frage, wann Reinigungskräfte mit ihrer Arbeit beginnen sollen. Bisher seien die Hallen an Wochenenden gesäubert worden. „Wir können den Putzkräften nicht zumuten, am Montagmorgen um 4 Uhr durch die Hallen zu wischen“, sagt Bindert.

Aus der Stadt "Jugend kulturell" in Hamburg - HörBänd holt zwei Newcomer-Preise
Karsten Röhrbein 15.11.2015
Aus der Stadt HsH-Ausstellung "Design hoch16" - Der besondere Blick
15.11.2015
Bernd Haase 15.11.2015