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Aus der Stadt Forscher der MHH erproben Medikament zur Wundheilung
Hannover Aus der Stadt Forscher der MHH erproben Medikament zur Wundheilung
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17:26 24.03.2010
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Medizinische Hochschule Hannover (MHH) Quelle: Archivbild
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Studien an der MHH hätten gezeigt, dass schwere chronische Wunden bei Diabetes-Patienten unter der Gabe des Medikaments EPO wesentlich schneller heilen als bei konventioneller Behandlung, teilte die Hochschule am Mittwoch mit. Die Mediziner setzten EPO zur Wundtherapie beim Diabetischen Fußsyndrom bei Patienten mit Diabetes Typ I und II ein.

In Deutschland gebe es jedes Jahr etwa zwei bis drei Millionen Patienten, die unter schweren chronisch offenen Wunden litten, erklärte MHH-Hautexperte Prof. Hans-Oliver Rennekampff. Die Hauptursachen dafür seien Diabetes und eine Reihe von Gefäßleiden. Zwar gebe es Möglichkeiten der Wundbehandlung und chirurgische Maßnahmen wie die Hauttransplantation, eine große Zahl von Patienten spreche auf diese Behandlungen aber nicht an. Darum sei die Suche nach alternativen Therapien wichtig.

Durch Diabetes bedingte Durchblutungsstörungen führten zu Wunden und Geschwüren, die einen chronischen Verlauf nehmen können. Im schlimmsten Fall drohe die Amputation der betroffenen Gliedmaßen. Besonders bei schweren Verläufen des Syndroms ohne chirurgische Behandlungsmöglichkeit habe EPO zum Erfolg geführt. Die wissenschaftlichen Ergebnisse wiesen darauf hin, dass EPO schon in niedrigen Dosierungen einen positiven Einfluss auf die Wundheilung hat.

EPO wird von der Niere gebildet und reguliert als Wachstumsfaktor die Entstehung der roten Blutkörperchen aus dem Knochenmark. Darum wird das Therapeutikum häufig bei Blutarmut als Folge von Dialysen oder Chemotherapien eingesetzt. Die Fähigkeit zur allgemeinen Leistungssteigerung wurde in verschiedenen Sportarten ausgenutzt und hat EPO den zweifelhaften Ruf eines Dopingmittels beschert.

dpa