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Aus der Stadt Fraunhofer geht Allianz für Antibiotika-Suche ein 
Hannover Aus der Stadt Fraunhofer geht Allianz für Antibiotika-Suche ein 
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19:17 18.01.2018
Das Fraunhofer ITEM im Medical-Park Hannover verstärkt in einer neuen Kooperation die Entwicklung neuer Antibiotika. Quelle: Frank Radel
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Hannover

 Im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen geht das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM jetzt eine Allianz mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und einer australischen Hochschule ein. Es geht um die Suche nach neuen Wirkstoffen, gegen die noch keine Resistenzen bestehen, und die Umsetzung für den Markt. 

Eine große Hürde bei der Entwicklung neuer Medikamente ist der Schritt von der Entdeckung potenziell heilsamer Substanzen, oft in Universitäten oder kleineren Unternehmen, bis zum tatsächlichen Einsatz am Patienten. „Hohe Entwicklungskosten und die mögliche Resistenzentwicklung schrecken Unternehmen ab, da sie Verlustgeschäfte befürchten“, erläutert Prof. Armin Braun vom Fraunhofer-ITEM. Mit dem neuen Projekt iCAIR wollen die drei Partnereinrichtungen diese Lücke schließen. Forscher an der MHH und der Griffith University in Gold Coast, Australien, entwickeln neue Therapien gegen Infektionen mit Bakterien, aber auch Pilzen und Viren. Im Fokus stehen verschiedene Erreger von Lungeninfektionen, Grippe und Hirnhautentzündung. Die Spezialisten des Fraunhofer-ITEM führen die Medikamente in engem Austausch mit den Grundlagenforschern zur Anwendungsreife. 

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„Vormals wirksame Antibiotika sind zunehmend wirkungslos gegen multiresistente Bakterien. Aus diesem Grund engagiert sich Fraunhofer auf diesem Gebiet intensiver“, unterstreicht der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Reimund Neugebauer. Die Fraunhofer-Gesellschaft stellt zusätzlich eine Million Euro für iCAIR zur Verfügung. Die Partner haben das Projekt Donnerstag auf einer Fachtagung zu Lungenkrankheiten im Medical-Park Hannover vorgestellt.

Von Bärbel Hilbig