Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Fotos aus dem Straßenkrieg
Hannover Aus der Stadt Fotos aus dem Straßenkrieg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:22 12.02.2015
Von Rüdiger Meise
Alexander Körner (hi. r.) und Moderator Jan Sedelies in der Schalterhalle.  Quelle: Michael Wallmueller
Hannover

Brennende Barrikaden in Kiew, Flüchtlingselend in Nordafrika, Straßenkämpfe in Hongkong während der „Regenschirm-Revolution“ 2014 - es sind Fotografen wie Alexander Körner, die die Bilder aus den Krisengebieten dieser Welt in westliche Küchen und Wohnzimmer transportieren. Am Mittwochabend erzählte der 26-jährige HAZ-Fotograf im Forum dieser Zeitung, wie es sich anfühlt, wenn sich Journalisten in Badezimmern vor Scharfschützen verstecken müssen oder wenn ein syrischer Flüchtling einen um seine Schuhe anbettelt.

Eigentlich wollte Alexander Körner Förster werden - „so ganz ruhig, allein im Wald“. Es kam anders. Heute arbeitet er unter anderem für die renommierte Fotoagentur Getty Images. Über Jahre hat sich Körner den Ruf erarbeitet, ein zuverlässiger Berichterstatter in internationalen Krisengebieten zu sein. Als in Kiew der Bürgerkrieg ausbrach, fuhr er noch auf eigene Faust in die Ukraine und schickte seine Bilder in den Westen. Mittlerweile wird er von der Agentur beauftragt, wenn irgendwo auf der Welt Barrikaden brennen.

Fotografen werden dafür bezahlt, zuverlässig und planbar Bilder von hoher Qualität abzuliefern. Eine der Voraussetzungen dafür ist die Fähigkeit zu überleben. Wenn man sich mit der Kamera mitten in blutige Straßenkämpfe wagt, muss man vorbereitet sein, sagt Körner. Er schreibt seine Blutgruppe auf Jacke, Hose und Schuhe - für den Fall, dass er eine Bluttransfusion benötigt. Auch bei strenger Kälte trägt er keine Daunenjacke - „denn die zündet sofort durch, wenn man einen Molotowcocktail abbekommt“.

Fotograf Alexander Körner war für die HAZ als Fotojournalist bei den Kämpfen in Kiew, hielt die Verzweiflung der Flüchtlinge in der spanischen Exklave Melilla fest und dokumentierte die Proteste der sogenannten Regenschirm-Revolution in Hongkong. Das sind seine beste Bilder.

Auch gute Kontakte und Informationen können retten. Per Twitter informieren sich die Krisenberichterstatter ständig gegenseitig, „wo sich Einsatzkräfte sammeln oder wo Barrikaden gebaut werden“, sagt er. Dann erzählt Körner, wie er, versteckt in einem Auto, zum Flughafen Kiew geschleust wurde, als russische Separatisten Jagd auf westliche Journalisten machten.

Das alles klingt nach Abenteuer und Nervenkitzel - doch es ist kein Spiel, sondern dramatische Realität, die auch ihn an Grenzen bringt: „In der Lobby meines Hotels wurde ein Lazarett eingerichtet, und ich sah, wie ein blutverschmierter Mann trauernd seinen toten Freund im Arm hielt. Ich habe nicht fotografiert. Dieses Bild kam mir zu nah.“

„Muss ein Journalist in solchen Situationen nicht helfen, anstatt zu fotografieren?“, möchte ein Zuschauer wissen. Das kommt darauf an, wie sinnvoll die Hilfeleistung ist, sagt Körner. Der syrische Flüchtling, der ihn um seine Schuhe angebettelt hat, hat sie bekommen. „Und wie lange kann man einen solchen Beruf machen?“, fragt Moderator Jan Sedelies. Darauf hat Körner eine klare Antwort: „Wenn ich mal eine Familie gegründet habe, ist Schluss.“

Glücklicherweise ist nicht jeder von Körners Terminen gefährlich. Zuletzt hat er für die HAZ einen Posaunenchor fotografiert und die christliche Drogenhilfe Neues Land. Tolle Bilder übrigens.

Der Plenarsaal des niedersächsischen Landtags steht vor einer ungewissen Zukunft: Die Stahlbetonwände des Gebäudes leiden unter schweren Rostschäden. Niedersachsens oberster Denkmalpfleger würde auch einen Abriss akzeptieren. Unverzichtbar seien für den Denkmalschutz nur die Granitplatten an der Fassade.

15.02.2015

Schon wieder gibt es Ärger um die Müllgebühren in der Region Hannover. Der Grund: Der Abfallwirtschaftsbetrieb Aha hat Tausende falsche Bescheide verschickt. In etwa jedem zehnten Fall ist die Berechnung der Gebühren fehlerhaft.

Mathias Klein 15.02.2015

Ein 51-jähriger Mann, der vor der Ernst-August-Galerie ins Stolpern kam und stürzte, bekommt vom Betreiber des Shoppingcenters Schmerzensgeld. Der Mann hatte 3000 Euro vom ECE gefordert, der Betreiber überwies zunächst nur 300 – die jetzt um 700 Euro aufgestockt werden.

Michael Zgoll 12.02.2015