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Aus der Stadt Fragen und Antworten zum Keks-Krimi in Hannover
Hannover Aus der Stadt Fragen und Antworten zum Keks-Krimi in Hannover
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18:46 06.02.2013
Foto: Hier wird der goldene Keks vom Landeskriminalamt untersucht.
Hier wird der goldene Keks vom Landeskriminalamt untersucht. Quelle: LKA
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Hannover

Der Keks ist wieder da - doch in Hannovers kuriosestem Kriminalfall sind noch viele Fragen offen. HAZ.de gibt einen Überblick, was Sie über "Krümelgate" wissen müssen.

Muss das „Krümelmonster" jetzt ins Gefängnis?
Die Ermittlungen in dem Fall dauern weiter an. „Nach wie vor gehen wir in dieser Angelegenheit von Diebstahl und versuchter Erpressung aus“, sagte Oberstaatsanwältin Irene Silinger. Selbst wenn Firmenchef Werner M. Bahlsen seine Strafanzeige zurückziehen würde, liefen die polizeilichen Untersuchungen weiter. Versuchte Erpressung gilt als Offizialdelikt, das von Amts wegen verfolgt wird und mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden kann. Sollten der oder die Täter nicht gefasst werden, können sie sich frühestens in fünf Jahren gefahrlos als Drahtzieher des Kekskrimis zu erkennen geben. Dann erst wären die Delikte verjährt. Bislang fehlt von ihnen jedoch weiter jede Spur.

Ist der goldene Keks, der vor der Uni gefunden wurde, denn echt?
Die Ermittler haben kaum Zweifel, dass es sich um das 20 Kilogramm schwere Wahrzeichen des Gebäckherstellers Bahlsen  handelt, das im Januar von der Fassade der Firmenzentrale gestohlen worden war.

Das "Krümelmonster" stahl im Januar 2013 den Keks vom Bahlsen-Stammhaus. Die ganze Affäre zum Nachlesen.

Spendet Bahlsen denn jetzt Kekse, wie das "Krümelmonster" im Erpresserbrief verlangt hat?
Im ersten Erpresserbrief, der in der vergangenen Woche in der HAZ-Redaktion eingegangen war, hatte das „Krümelmonster" gefordert, alle Stationen des Kinderkrankenhauses auf der Bult mit Keksen zu versorgen sowie die 1000 Euro Belohnung an das Tierheim zu spenden. Darauf wollte sich das Unternehmen Bahlsen nicht einlassen. Firmenchef Werner M. Bahlsen versprach, 52.000 Kekspackungen an 52 verschiedene Einrichtungen der Stadt zu spenden. Wann das Unternehmen das Versprechen jetzt einlöst, ist noch nicht klar. "Wir können dazu bis jetzt nichts sagen", ließ ein Sprecher des Unternehmens am Mittwochvormittag mitteilen. Noch habe Bahlsen keine Informationen darüber, wann sie den Keks zurückbekommen. Werner Bahlsen sagte gestern aber: „Sollte es sich wirklich um unseren goldenen Keks  handeln, werden wir dieses Versprechen selbstverständlich einlösen."

Bei der HAZ ist ein „Erpresserbrief“ eingegangen, in der eine unbekannte Person für die Rückgabe des gestohlenen Bahlsenwahrzeichens die Versorgung des Kinderkrankenhauses auf der Bult mit Vollkornkeksen sowie eine Spende von 1000 Euro für das Tierheim Krähenwinkel fordert.

Wer ist das „Krümelmonster" denn?
Das ist immer noch ein Rätsel. Die Polizei bittet weiterhin Zeugen, sich unter der Rufnummer 0511-109-5555 beim Kriminaldauerdienst Hannover zu melden, falls sie Hinweise auf den Täter haben. Es werden vor allem Zeugen gesucht, die beobachtet haben, wie der Keks am Pferdedenkmal vor der Universität angebracht wurde. Derzeit geht die Polizei Hinweisen nach, denen zufolge der goldene Keks bereits am Montagnachmittag an der Pferdestatue gehangen haben soll.

Am Dienstagabend sorgten zwei Männer im Zusammenhang mit dem Kekskrimi für einen Polizeieinsatz in der Redaktion der „Neuen Presse". Sie hatten behauptet, Fotos und ein Video vom Krümelmonster zu haben. Die Beamten verdächtigten die Männer, unter anderem der hannoversche Comedian Pedro Prüser, in die Sache verstrickt zu sein. Der Verdacht stellte sich jedoch als unbegründet heraus. Prüser und sein Bekannter machten eine Aussage bei der Polizei. Sie hatten am Dienstag gegen 17 Uhr an der Uni ein YouTube-Video drehen wollen, als zwei junge Männer am Pferdedenkmal auftauchten. Einer der Männer zog ein „Krümelmonster"-Kostüm an - ein ähnliches, das der Täter auf dem Erpresserbrief trug. "Ich dachte das seien Trittbrettfahrer -  filmen lassen wollten sich die beiden auch nicht", sagte Prüser am Mittwoch HAZ.de. Die beiden Männer hätten sich auch sehr schnell wieder „verkrümelt." "Jetzt heißt es natürlich: Das kann kein Zufall sein, dass gerade ich als Comedian das Krümelmonster an der Uni sehe", sagt Prüser. Doch er beteuert, die Filmaufnahmen seien keine Aktion von ihm. "Es handelt sich hier schließlich um eine Straftat." Die Videoaufnahmen von Pedro Prüser sind nun bei YouTube zu sehen.

Warum hat der Keks nur 34 Zacken?
Der Original-Butterkeks von Bahlsen hat 52 Zacken - der Goldkeks jedoch nur 34. Doch die 52 Zacken sind vor 100 Jahren noch kein Teil der Markenkampagne gewesen - als damals das Firmenwahrzeichen in der List aufgehängt wurde, spielte die Zackenzahl also noch keine große Rolle.

Ist der goldene Keks in gutem Zustand?
Der vergoldete Messingkeks ist leicht verbogen. Ob das gute Stück beim Transport beschädigt wurde, ist noch nicht geklärt.

Was passiert nun mit dem goldenen Keks?
Der vom "Krümelmonster" zurückgegebene goldene Keks bleibt auf unbestimmte Zeit im niedersächsischen Landeskriminalamt. Experten untersuchen ihn dort auf Finger- und Mikrofaserspuren. „Wie lange das dauert, können wir nicht sagen, weil er millimetergenau angeschaut wird", sagte LKA-Sprecher Frank Federau am Mittwoch.

Wird der Keks jetzt wieder aufgehängt?
"Ich hoffe, dass wir ihn bald wieder anbringen können", sagte Firmenchef Werner Bahlsen. Doch erstmal müssen die Untersuchungen im Landeskriminalamt abgeschlossen werden. 

Der Keks wurde vor der Leibniz-Uni gefunden - ist es vielleicht ein Studentenstreich?
Uni-Präsident Erich Barke ist davon überzeugt, dass die Keksdiebe nicht unter der Studentenschaft zu finden sind. „Ich habe noch nie ein Krümelmonster in irgendeinem Hörsaal gesehen", sagte er. Falls das Monster ihm doch noch begegne, würde er ihm auf die Schulter hauen und ihn rügen. "Aber im Grunde genommen war es eine ganz lustige Aktion", sagte Barke weiter.

Ist das Thema jetzt vorbei?
Noch lacht man in der ganzen Welt über den Keks-Krimi aus Hannover - und das „Krümelmonster" hat trotz der Straftat viele Fans.

sup/tm/dpa

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