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Aus der Stadt Verwirrung um Prozess gegen Frank Hanebuth
Hannover Aus der Stadt Verwirrung um Prozess gegen Frank Hanebuth
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09:25 27.02.2015
Von Jörn Kießler
Der ehemalige hannoversche Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth kurz nach seiner Festnahme im Juli 2013. Quelle: dpa
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Madrid

Frank Hanebuth und 54 weiteren Verdächtigen wird Zwangsprostitution, Menschen- und Drogenhandel sowie Geldwäsche vorgeworfen. Anfang der Woche hatte der Sprecher der spanischen Generalstaatsanwaltschaft gegenüber der HAZ erklärt, die Anklage gegen den ehemaligen hannoverschen Hells-Angels-Chef stehe offenbar kurz bevor: „Die Abteilung zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens ist dabei, die letzten Schritte in dem Fall vorzubereiten“, sagte der Sprecher, der Prozess solle auf Mallorca stattfinden.

Jetzt rudert die Generalstaatsanwaltschaft zurück: Der Prozess werde doch nicht auf der Baleareninsel, sondern in Madrid stattfinden. Auch der Zeitpunkt der Anklageerhebung sei weiterhin offen. Als Grund für die Verwirrung nannte der Sprecher Fehler in der Kommunikation zwischen der Generalstaatsanwaltschaft und dem Nationalen Gerichtshof.

Zwar war der 50-jährige Höllenengel im Sommer 2013 auf der Ferieninsel festgenommen worden, die Ermittlungen gegen ihn führte bisher aber die landesweit zuständige Audiencia Nacional in Madrid. Dort hatte man sich bereits Mitte der Woche über die Aussagen der Generalstaatsanwaltschaft überrascht gezeigt. „Bisher liegt der Fall noch nicht der Strafkammer vor“, sagte der Sprecher der Audiencia Nacional, Javier Valero. „Dort wird für gewöhnlich über die Anklageerhebung entschieden.“

Ganz gleich, wann der Prozess gegen Hanebuth und seine mutmaßlichen Mittäter stattfindet, die mögliche Anklage gegen sie wiegt schwer. In seinem Abschlussbericht wirft Ermittlungsrichter Eloy Velasco ihnen Zwangsprostitution, Menschen- und Drogenhandel sowie Geldwäsche vor. Ab 2012 haben sich die Hells Angels unter der Führung von Hanebuth auf der Ferieninsel niedergelassen. Im Juli 2013 stürmte daraufhin die Guardia Civil die Finca, auf der der damals 48-jährige Hanebuth wohnte, und nahm ihn sowie 24 weitere Verdächtige fest.

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