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Aus der Stadt Franken-Kredit: Region hat nichts zu befürchten
Hannover Aus der Stadt Franken-Kredit: Region hat nichts zu befürchten
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00:15 24.01.2015
Von Andreas Schinkel
Ein Kredit in Schweizer Franken bereitet der Stadt Hannover arge Sorgen – die Region hat dieses Problem nicht. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Der Wert der Schweizer Währung legt derzeit so kräftig zu, sodass sich Kämmerer Marc Hansmann (SPD) genötigt sieht, ein Finanzpolster von fünf Millionen Euro einzuplanen. Die Region Hannover kann dagegen gelassen auf die Schwankungen der Wechselkurse schauen.

„Wir haben keine Kredite in ausländischer Währung“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Eine Richtlinie, die die Regionsversammlung 2012 verabschiedet hat, schließt Kredite in Fremdwährung grundsätzlich aus – wegen der „damit verbundenen zusätzlichen Risiken“, wie es in einem Passus heißt. Ausnahmen bedürften eines gesonderten Beschlusses der Regionspolitik.

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Kreditvolumen bis zu 25 Millionen Franken

Die Stadt Hannover hatte noch vor der Finanzkrise im Jahr 2008 einen Kredit in Schweizer Franken aufgenommen. Über die Summe schweigt die Kämmerei, sie dürfte zwischen 20 und 25 Millionen Euro liegen. Damals schien der Wechsel in die Währung ein gutes Geschäft, waren doch die Kreditkonditionen günstig. Doch vor ein paar Tagen wurde der Franken vom Euro entkoppelt, die Schweizer Währung stieg im Wert. Nicht nur in Hannover, auch in anderen deutschen Kommunen, etwa Osnabrück, verteuerten sich die Franken-Kredite innerhalb kurzer Zeit.

Die Einbußen bestehen jedoch nur auf dem Papier, sie werden erst wirksam, wenn eine Kommune den Kredit bezahlt. „Es ist offen, ob die derzeitigen rechnerischen Buchverluste eines Tage überhaupt zu echten Verlusten für den städtischen Haushalt werden“, sagt Hannovers Kämmerer Marc Hansmann (SPD). Letztlich könne niemand genau prognostizieren, wie sich die Finanzmärkte entwickeln und wo die Währung in einem Jahr steht. Dennoch sei schon der Buchverlust „ärgerlich“.     

Mindestwechselkurs

Während der Euro-Krise hatte die Nationalbank vor fast dreieinhalb Jahren angesichts eines anhaltenden Höhenflugs des Franken die Notbremse gezogen und einen Mindestwechselkurs von 1,20 Franken für einen Euro festgelegt. Die hohe Nachfrage von Investoren nach der sicheren Währung war zu einer Belastung für die wichtige Schweizer Exportindustrie geworden.

Diese „außerordentliche und temporäre Maßnahme“ in einer Zeit „größter Verunsicherung an den Finanzmärkten“ habe die Schweizer Wirtschaft vor schwerem Schaden bewahrt, erklärte die Nationalbank Ende der vergangenen Woche. In der Zwischenzeit habe sich die Wirtschaft des Landes aber umgestellt, darum könne man den Mindestwechselkurs aufheben.

21.01.2015
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