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Aus der Stadt Frau soll Räuber in Häuser gelotst haben
Hannover Aus der Stadt Frau soll Räuber in Häuser gelotst haben
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00:15 13.06.2015
Von Michael Zgoll
Erstaunlich gute Ortskenntnisse: Die Angeklagten Maria G.-F. (von links), Rainhardt S. und Deniz P. mit einem Vollzugsbeamten im Gerichtssaal. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Seit Dienstag müssen sich zwei Männer wegen bandenmäßigen Wohnungseinbruchs-Diebstahls vor dem Amtsgericht Hannover verantworten. Sie sollen in einen Gewerbebetrieb in Langenhagen und zwei Einfamilienhäuser in Kirchrode eingebrochen sein. Das Besondere an diesem Fall ist die dritte Person, die neben dem 53-jährigen Rainhardt S. und dem 20-jährigen Deniz P. auf der Anklagebank des Jugendschöffengerichts sitzt: Es ist Maria G.-F., die frühere Frau des Unternehmers Wolfgang Fuhrmann aus Schloß Ricklingen.

Bei einem Einbruch in Fuhrmanns Schloss in dem Garbsener Ortsteil hatten die Täter im November 2012 Wertgegenstände im Wert von 1,3 Millionen Euro erbeutet. Informantin der drei Kriminellen, die bis heute auf freiem Fuß sind, soll Maria G.-F. gewesen sein; allerdings konnte ihr eine Tatbeteiligung nie nachgewiesen werden. Auch im aktuellen Prozess wird der 39-Jährigen zur Last gelegt, den Einbrechern mit guten Tipps geholfen zu haben. Ein Polizeibeamter schilderte, dass die Frau Rainhardt S. bereits vor Jahren 150 000 Euro geliehen habe, dass diesen Steuerschulden in Millionenhöhe plagen und er im Begriff war, Deutschland zu verlassen. Die Frau wiederum soll, so heißt es, gute Kontakte zu den „besseren Kreisen“ haben.

Im Juni 2014, sagt die Anklage, soll der einschlägig vorbestrafte S. gemeinsam mit einem unbekannten Mann versucht haben, in einem Gewerbebetrieb in der Hackethalstraße einen Tresor aufzubrechen - vergeblich. Wesentlich erfolgreicher war vergangenen Oktober der Einbruch in das Wohnhaus eines Zahnarztes in Kirchrode. Hier erbeuteten die beiden Angeklagten laut Staatsanwaltschaft aus einem Tresor eine Pistole, einen Revolver und 300 Schuss Munition. Außerdem sackten sie Designerbekleidung, Modeschmuck, Kosmetik und hochpreisigen Champagner ein, fanden dank bester Kenntnisse des Hauses auch 6500 Euro Bargeld. Die gesamte Schadenshöhe beziffern die Ermittler auf 59 000 Euro.

Maria G.-F. kannte den Zahnarzt, soll geraume Zeit vor dem Einbruch wegen des Ankaufs von Gold sogar einen Kontakt zwischen ihm und S. hergestellt haben. Dem Mediziner war aufgefallen, dass die Frau ihn kurz vor einer Urlaubsreise häufig gefragt hatte, wann genau er denn unterwegs sei. Möglicherweise gab sie aber nicht nur Informationen an die Einbrecher weiter, sondern war sogar beim Abtransport des Diebesguts behilflich.

Ein zweiter Einbruchsversuch in der gleichen Nacht, nur 400 Meter entfernt, scheiterte. Die Täter setzten die Sirenen der Alarmanlage mit Bauschaum außer Betrieb und warfen eine Scheibe ein, drangen aber nicht in das Einfamilienhaus ein. Auch hier waren die Besitzer im Urlaub, auch hier soll es gute Kontakte zu Maria G.-F. gegeben haben.

Gestellt wurden Rainhardt S. und Deniz P. mitten in der Nacht nahe dem Vinzenzkrankenhaus. Hinter einem Stromkasten entdeckten Polizisten eine Tasche mit Einbruchswerkzeug, später stießen die Beamten auch auf Sturmhauben und Handschuhe. In der Tasche fanden sich Bauschaumreste, an der Kleidung Schmelzperlen, wie sie bei Flexarbeiten entstehen. Allerdings mussten die Ermittler auch Rückschläge hinnehmen. „Die Durchsuchungen bei allen drei Angeklagten haben nie ein Beutestück zutage gefördert“, sagt Christian Neumann, Verteidiger von S. Auch sei eine Telefonüberwachung praktisch ergebnislos verlaufen: „Es handelt sich hier um einen reinen Indizienprozess.“

Nächsten Donnerstag wird das Verfahren unter Vorsitz von Ino Augenreich fortgesetzt. Das Gericht will die umfangreiche Zeugenliste weiter abarbeiten, die Verteidigung plant, zusätzliche Beweisanträge zu stellen. Ob am 18. Juni ein Urteil gefällt wird, ist somit offen.

In der ersten Streiknacht sind im Briefzentrum der Post in Pattensen rund 90 Prozent der Briefe liegen geblieben. Das schätzt Verdi-Gewerkschaftssekretär Hans-Uwe Behrens. Die Streikbeteiligung in der Region seien sehr hoch, teilte er mit. In den kommenden Wochen sollen die Arbeitsniederlegungen ausgeweitet werden.

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