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Aus der Stadt Friedhofsdiebe müssen lange ins Gefängnis
Hannover Aus der Stadt Friedhofsdiebe müssen lange ins Gefängnis
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00:24 17.01.2015
Von Michael Zgoll
Quelle: Droese (Symbolfoto)
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Hannover

Hohe Haftstrafen haben die zwei Männer kassiert, die zahlreiche Autos von Friedhofs- und Klinikbesuchern in Stadt und Region Hannover aufbrachen und leer räumten. Das Landgericht Hannover verurteilte den 59-jährigen Klaus-Walter L., der als Rädelsführer gilt, wegen gewerbsmäßigen Diebstahls und Computerbetrugs zu einer Gefängnisstrafe von sechs Jahren und acht Monaten; einbezogen wurde ein früheres Urteil. Der 51 Jahre alte Stephan L., der schon frühzeitig ein Geständnis ablegte und als Kronzeuge auftrat, wurde – mehrere frühere Urteile eingeschlossen – zu fünf Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Für die Dritte im Bunde, die 56-jährige Elke D., erkannte die 2. Große Strafkammer wegen Beihilfe auf zwei Jahre Bewährungsstrafe. 

Täter vielfach vorbestraft

Systematisch und ohne jede Skrupel, in welchem Gemütszustand sich ihre Opfer gerade befanden, hatten die Täter zwischen März 2012 und Juli 2013 reihenweise Autos geknackt. Sie schlugen auf Friedhofsparkplätzen in Garbsen und Gehrden zu, vor der Kinderklinik Bult oder nahe Möbelhäusern im Umland. Stephan L. zerschlug mit Metallstift und Ellenbogen die Seitenscheiben der Fahrzeuge und sackte ein, was er zu fassen bekam: Handtasche oder Handy, Navigationsgerät oder Notebook. Sofern die Männer in der persönlichen Habe ihrer Opfer die entsprechende PIN fanden, hoben sie mit erbeuteten Geldkarten Bares vom Bankkonto ab.

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Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft mehr als 150 Taten angeklagt. Doch aufgrund eines Handels, der Geständnisse aller Täter nach sich zog, urteilte die Kammer schließlich nur über 31 Einbruchsdiebstähle und sieben Fälle von Computerbetrug (das Geldabheben mit gestohlenen Karten). Die 56-Jährige wurde schuldig gesprochen, weil sie den Männern häufig ihr Auto für Beutetouren zur Verfügung stellte. Der Vorsitzende Richter Frank Rosenow bescheinigte den vielfach vorbestraften Dieben in seiner Urteilsbegründung große Professionalität und hohe kriminelle Energie.

17.01.2015
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