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Aus der Stadt Demos in Hannover verlaufen ruhig
Hannover Aus der Stadt Demos in Hannover verlaufen ruhig
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00:15 25.11.2014
Die Polizei hatte sich mit einem Großaufgebot vorbereitet. Doch die Demonstrationen verliefen weitgehend friedlich. Quelle: dpa
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Hannover

Klagesmarkt: „Für die Opfer von linker Gewalt“

Der Rechtsextremist Michael B. aus Braunschweig hatte zu einer „Kundgebung für die Opfer linker Gewalt“ aufgerufen: Sie sollte von 12 bis 16 Uhr am Klagesmarkt stattfinden, war aber nach zwei Stunden beendet. Der Anmelder hatte mit 500 Teilnehmern gerechnet. Gekommen waren am Ende jedoch etwa 70 Personen, überwiegend aus der rechten Szene. Unter ihnen war auch Dieter Riefling, ein bekannter Neonazi aus Hildesheim.

Mehr als 50 Personen demonstrieren auf dem Klagesmarkt zum Thema "Für die Opfer linker Gewalt". Das Polizeiaufgebot ist groß, jeder Teilnehmer wird kontrolliert.

Die Demonstranten protestierten für „die Opfer von linker Gewalt“, weil im Zusammenhang mit der sogenannten HoGeSa-Demo vor einer Woche vier Alt-Hooligans aus Bielefeld von vermummten Linksautonomen zum Teil schwer verletzt worden waren. Am Sonnabend waren jedoch nur vereinzelt Anhänger der HoGeSa-Bewegung auf dem Klagesmarkt vertreten. Der Großteil der Demonstranten waren Rechtsradikale und Neonazis. Die Polizei hatte jeden der Protestler vorher durchsucht und die Gruppe am Ende zum Hauptbahnhof und zum ZOB begleitet. Polizeipräsident Volker Kluwe war ebenfalls zum Klagesmarkt gekommen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. 

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Demo „Kein Platz für Nazis"

Gegenüber an der Goseriede/Ecke Celler Straße hatten sich etwa 150 Linke zur Gegendemo versammelt. Auch hier blieb es, abgesehen von einer kleinen Provokation, friedlich. Der in Hannover bekannte Benjamin K., der früher der seit 2012 verbotenen Gruppe „Besseres Hannover“ angehörte, hatte sich einen Presseausweis besorgt und fotografiert die Teilnehmer der Anti-Nazi-Demo. Diese fühlen sich provoziert und fordern ihn auf, die Fotos zu löschen.

Unter dem Motto „Kein Platz für Nazis“ demonstrieren Menschen in Hannovers Innenstadt. Die Demonstration verläuft friedlich.

Demo „Vielfalt statt Einfalt“

Am Platz an der Goseriede hatten sich etwa 300 Menschen eingefunden, die für Toleranz und Vielfalt demonstrierten. Organisator war der Bundesverband der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen (Befah). Unter den Teilnehmern waren Vertreter verschiedener Parteien, darunter der Linken, der Grünen, Jusos und der FDP. Sie protestierten in fröhlich-ausgelassener Stimmung gegen die Unterstützer der Demo, die ab 14 Uhr unter dem Slogan „Ehe und Familie vor! Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder“ zum Landtag marschierte. Am Ende ihrer Kundgebung schickten sie einen musikalischen Gruß mit Tanzeinlage in Richtung Steintor. Dortihin zog die Gruppe schließlich auch, um die dort demonstrierenden Ultrakonservativen mit Trillerpfeifen, Rufen und Gesang zu stören.

Hunderte Ultrakonservative zogen in Begleitung von Gegendemonstranten zum Landtag. Die Ultrakonservativen demonstrierten am Steintorplatz gegen „die Sexualisierung unserer Kinder“. Veranstalter ist das Aktionsbündnis „Ehe und Familie vor – stoppt Genderideologie und Sexualisierung unserer Kinder.“

Demo „Ehe und Familie vor!“

Mit etwa 500 Teilnehmer war die Demonstration des Aktionsbündnis „Ehe und Familie vor – stoppt Genderideologie und Sexualisierung unserer Kinder“ die größte der Versammlungen in der City. Zu dem Bündnis gehören unter anderem Initiativen wie „Starke Mütter“ und „Kirche in Not“. Auf ihren Plakaten verliehen sie mit Sprüchen wie „Gott statt Schrott“ und „Vater, Mutter, Kinder – Familie voran“ ihrem Anliegen. Hintergrund ist ein Entschließungsantrag von SPD und Grünen im Niedersächsischen Landtag, wonach künftig das Thema Homosexualität ebenso wie Bi-, Trans- und Intersexualität in die Lehrpläne einfließen soll. Angestrebt wird demnach, „alle Kinder und Jugendliche in der Entwicklung ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität zu unterstützen“ und „Diskriminierung durch Ausgrenzung und Mobbing vorzubeugen“. Doch dagegen läuft das ultrakonservative Aktionsbündnis „Ehe und Familie vor – Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder“ Sturm.

Die Konservativen bekamen Gegenwind von den Teilnehmern der vorangegangenen Demo „Vielfalt statt Einfalt“. Diese schwenkten Regenbogenfahnen und skandieren „Haut ab, haut ab“. Einige singen: „Eure Kinder werden so wie wir“ in der Melodie des Kneipenliedes „Einer geht noch“.

tm/miz/ska

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