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Aus der Stadt Frühlingsfest sorgt für Kribbeln im Bauch
Hannover Aus der Stadt Frühlingsfest sorgt für Kribbeln im Bauch
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00:20 17.04.2015
Lieber etwas ganz Ruhiges: Martina Weishaupt mit Enkel Lennard beim Entenangeln. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

In den ersten Tagen des Frühlingsfestes war Klara Zoe schon dreimal da. „Sie liebt es“, sagt Mutter Hildur Elín Ólafsdóttir, Balletttänzerin an der Staatsoper Hannover. Die dreijährige Tochter sagt wenig, aber ihre Augen glänzen umso mehr.

Gerade ist Klara Zoe aus einem kleinen Flugzeug geklettert. „Karussell fahren ist für sie das Größte“, meint Vater Pantelis Zikas, auch Balletttänzer. Das Frühlingsfest biete ein tolles Programm für Kinder.

Hildur Elín Ólafsdóttir mit ihrer Tochter Klara Zoe

Von heimischen Jahrmärkten in Griechenland, woher Vater Pantelis kommt, und Island, der Heimat von Mutter Hildur, seien sie eher Hüpfburgen und Trampolins gewohnt. Überhaupt habe Hannover viele Attraktionen für Familien, schwärmt das Tänzerpaar: „Wenn wir nicht auf dem Fühlingsfest sind, dann sind wir im Zoo“, meint der Vater schmunzelnd. Und schon geht es weiter zum nächsten Karussell.

Das Frühlingsfest Hannover ist das größte des Nordens. Alle die gerne Karussell, Achter-, Wildwasser- und Geisterbahnen, Schießbuden und Autoscooter mögen, kommen hier auf ihre Kosten.

Ein bisschen schwankt die sechsjährige Mariam, als sie aus dem Kettenkarussell steigt. Aber gefallen hat es ihr trotzdem: „Noch mal“, sagt sie, und Mutter Natia lächelt verständnisvoll, während die Tante erst mal mit ihrem Handy ein Foto von Mutter und Tochter aus Stöcken macht.

Miriam mit ihrer Mutter Natia

Mittwochs ist Familientag beim Frühlingsfest, viele Fahrgeschäfte haben ihre Eintrittspreise um die Hälfte reduziert, selbst Bratwürste und gebrannte Mandeln sind billiger. Ein Liebesapfel kostet an einem Stand nur einen statt 1,50 Euro. Am frühen Nachmittag überwiegen die Familien unter den Besuchern. Da sind Kleinfamilien wie Mutter Thihoa Nguyen mit Sohn David und Vater Do, die erst vor neun Monaten aus Berlin in die List gezogen sind. „Schön hier“, sagt Thihoa Nguyen und zeigt auf die bunten Lichter der Karussells und Achterbahnen. Dem dreijährigen Sohn David wird langweilig, er büxt aus in Richtung Autoscooter und sein Vater muss sich ganz schön sputen, um ihn einzufangen.

Manchmal kommen auch drei Generationen gemeinsam zum Schützenplatz wie Familie Averyanov aus Garbsen. Vater Dimitri und Mutter Svetlana haben nicht nur ihre Kinder Alina (8) und Michael (2), sondern auch Oma Nina mitgebracht. Zur Stärkung gibt es erst mal Bratwurst mit Pommes frites.

Familie Averyanov aus Garbsen

Kevin Gericke aus Badenstedt klettert mit Sohn Luca (9) durch das „Krumm und Schief“-Baustellenhaus, in dem so ziemlich alles wackelt und nichts passt. Judy Crawford und ihre 13-jährige Tochter Kayla Whigham lieben es rasant, und sie haben ihre eigene Taktik im Karussellfahren: „Das Schnellste zuerst und dann langsam immer weniger“, sagt die Mittdreißigerin aus Linden-Nord, „gegessen wird nach dem Fahren.“ Angefangen haben die beiden mit „Avenger“. In 24 Metern Höhe geht es kopfüber rund, die frei schaukelnden Einzelgondeln machen das Ganze noch ein bisschen rasanter. Die tanzenden Gondeln von „Breakdance“ sind da schon eine Spur harmloser, zumal für hartgesottene Fahrer wie Crawford und ihre Tochter.

Vater Gericke und sein Sohn Luca

Je später der Nachmittag, desto länger werden die Schlangen von Jugendlichen, die in Fahrgeschäfte wie „Jekyll & Hyde“, das auf 41 Metern Höhe und mit Tempo 125 „Kribbeln in der Magengegend“ verspricht. Hannelore und Günter Schünemann aus Bothfeld lassen es mit ihrer Enkelin Josephine lieber etwas gemütlicher angehen und drehen eine Runde mit dem Riesenrad. Aus 45 Metern Höhe hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt. „Ganz oben war es doch recht kühl“, sagt Hannelore Schünemann später, aber das Wetter soll ja wärmer werden.

Carsten Norra ist von Sohn Fabian ins Riesenrad gezwungen worden, „weil ich Karussells, die richtig schnell hoch und runter gehen, nicht fahre“. Hinterher wollen die beiden noch zum Autoscooter. Martina Weishaupt ist mit ihrem zweijährigen Enkel Lennard beim Entenangeln. „Karussells mag er nicht so, da machen wir eben was ganz Ruhiges.“

Am frühen Abend sind die meisten Familien mit den Kleinkindern schon nach Hause gegangen, nun dominieren die Jugendlichen-Cliquen das Publikum. Und auch Klara Zoe hat längst nicht genug. Sie wird mit ihren Eltern bestimmt noch häufig zum Frühlingsfest kommen, und das nicht nur am Familien-Mittwoch.

So feiert Hannover

Das Frühlingsfest Hannover ist nach eigenen Angaben das größte des Nordens. Noch bis zum 26. April gibt es Fahrspaß mit Karussells, Achter-, Wildwasser- und Geisterbahnen, Schießbuden, Autoscooter und begehbaren Häusern. Angesprochen werden sollen Besucher, die es rasant lieben. Mehr als ein Dutzend Fahrgeschäfte richten sich nur an Kinder, außerdem werden Kasperletheater, Ponyreiten und Kinderschminken angeboten. Jeden Mittwoch ist Familientag mit bis zu 50 Prozent Rabatt auf die Eintrittspreise.

Freitags gibt es um 21.45 Uhr ein Feuerwerk. Ein Höhepunkt ist dieses Jahr die erste offene Niedersachsenmeisterschaft im sogenannten E-Skating. Jeder Besucher ist eingeladen, ein Skateboard zu testen, das von einem Elektromotor angetrieben wird. Am Rondell des Schützenplatzes ist ein Parcours aufgebaut, an dem Fachleute Boards verleihen und Anfängern Tipps geben. Am 19. April soll das Finale ausgetragen werden. Geöffnet ist täglich ab 14 Uhr, am Gildetor an der Bruchmeisterallee gibt es Parkplätze, die nur wenige Gehminuten entfernt liegen.

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