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Aus der Stadt Für 8 Euro in die Herrenhäuser Gärten und das Schloss
Hannover Aus der Stadt Für 8 Euro in die Herrenhäuser Gärten und das Schloss
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21:16 12.01.2012
Wohin geht der Weg? „Drei Orte, ein Preis“ heißt das künftige Motto des Ticketsystems der Herrenhäuser Gärten. Quelle: Arend

Die Stadt Hannover hat die Eintrittspreise für die Herrenhäuser Gärten und das künftige Schloss überarbeitet. Prinzipiell hält sie daran fest, dass ab 2013, wenn das Schloss steht, der Große Garten, der Berggarten und das Schlossmuseum über eine Kombikarte zu besichtigen sind. „Drei Orte, ein Preis“, lautet das Motto des Ticketsystems. Ohne Ermäßigung kostet eine solche Kombikarte im Sommer 8 Euro, im Winter 6 Euro. „Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass die Gärten und das Schlossmuseum ein zusammenhängendes Ensemble bilden“, sagt Kulturdezernentin Marlis Drevermann. Die Historie der Gärten werde im Museum näher erklärt, beide Sehenswürdigkeiten beziehen sich aufeinander. Bislang kostet die reguläre Eintrittskarte für die Gärten 5 Euro im Sommer und 3,50 Euro im Winter.

Vor allem sind es finanzielle Gründe, die zur neuen Preisgestaltung geführt haben. Das Schlossmuseum, dessen Betriebskosten sich auf rund 668 000 Euro jährlich belaufen, soll kostendeckend arbeiten, so lautet die Vorgabe von Oberbürgermeister Stephan Weil. Das aber wäre schwierig, setzte man allein auf die Besucher des Museums. Das Kombiticket jedoch ist nicht unumstritten. Vonseiten der Ratspolitik kam bereits der Einwand, dass Gartenbesucher mit ihrem Eintrittsgeld das Schlossmuseum subventionieren, auch wenn sie es gar nicht sehen wollen. Deshalb hat die Stadt nun Ausnahmen vom Kombi-Zwang vorgesehen, die den Hannoveranern entgegenkommen dürften.

So soll ein sogenanntes Feierabend­ticket einen abendlichen Spaziergang durch den Großen Garten für 3,50 Euro ermöglichen. Im Winter schließt das Museum von Montag bis Mittwoch. An diesen Tagen können Besucher für 3,50 Euro durch den Großen Garten schlendern. Für den Berggarten kann sommers wie winters eine Einzelkarte von ebenfalls 3,50 Euro gelöst werden. Auch bleibt der Preis einer Jahreskarte für die Herrenhäuser Gärten gleich (25 Euro). Inhaber dieser Karte bezahlen 3,50 Euro für den Eintritt ins Schlossmuseum.

Das Kombiticket selbst hat die Verwaltung flexibler gestaltet. Großer Garten, Berggarten und Schlossmuseum müssen nicht an einem einzigen Tag besichtigt werden. Ein Karteninhaber kann sich seine Tour aufteilen, an einem Tag die Ausstellung im Museum betrachten, am anderen den Barockgarten bestaunen und später dann noch einmal durch den Berggarten spazieren. Auch die Tarife für Kinder werden sich ändern. Bisher haben Kinder bis zwölf Jahre freien Eintritt in die Gärten, ab 2013 müssen junge Besucher zwischen sechs und elf Jahren zwei Euro zahlen, können dafür aber auch das Schlossmuseum besichtigen. Eine neue Familienkarte soll kinderreichen Familien helfen. Im Sommer kommen zwei Erwachsene und deren Nachwuchs für 18 Euro in die Gärten und ins Museum.

Damit der Kartenverkauf die Betriebskosten für das Schlossmuseum deckt, müssen nach Berechnungen der Stadt rund 200 000 zahlende Besucher jährlich nach Herrenhausen strömen – ein Zuwachs von 20 Prozent gegenüber den bisherigen Besucherzahlen. „Das ist eine vorsichtige Kalkulation“, sagt Hannovers Museumschefin Carola Schelle-Wolff. Geplant ist, dass die städtische Tourismusgesellschaft HMTG das Gesamtensemble Herrenhausen verstärkt vermarktet.

Zweifel, ob die Rechnung aufgeht, bleiben. „Ich glaube nicht, dass das Museum kostendeckend zu führen ist“, sagt CDU-Kulturexperte Oliver Kiaman. Auch Thomas Schwark, Direktor des Historischen Museums und verantwortlich für das künftige Schlossmuseum, sieht Probleme auf sich zukommen, denn er muss mit seinem bisherigen Mitarbeiterstab ein zweites Haus betreuen. „Vielleicht werden wir im Haupthaus dann nicht mehr so viele Projekte realisieren können“, sagt er. Das gehe dann zulasten der Besucherzahlen.

Mit dem angekündigten Abzug der 1. Panzerdivision mag sich Oberbürgermeister Stephan Weil noch nicht abfinden. Auf dem Neujahrsempfang der Bundeswehr am Donnerstag im Regionshaus äußerte er den Wunsch, dass er aus seiner künftigen Position heraus „noch einmal mit den dann Verantwortlichen über die Sache reden“ könne.

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