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Aus der Stadt „Für jede Frau“
Hannover Aus der Stadt „Für jede Frau“
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20:21 08.10.2013
Von Stefanie Nickel
Model Sophye Gassmann wirbt für die Infa.
Model Sophye Gassmann wirbt für die Infa. Quelle: Thomas
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Hannover

 Als die Infa vor 60 Jahren eröffnet wurde, lautete das Motto der Messe „Für jede Frau“. Leicht war es damals nicht, Männer für Kochtöpfe, Staubsauger und Kosmetik zu begeistern. Damit überhaupt Männer zur „Niedersächsischen hauswirtschaftlichen Landesausstellung“, wie die Infa Anfang der fünfziger Jahre hieß, kamen, mussten sie nur die Hälfte des Eintrittspreises zahlen – 50 Pfennig waren das damals. Heute gibt es für Männer zwar keine Rabatte mehr. Der Titel „Für jede Frau“ könnte aber auch über der 60. Ausgabe der Infa stehen. Denn die Zielgruppe hat sich kaum verändert. „Wir wollen Frauen zwischen 40 bis 60 Jahren ansprechen“, sagt Carola Schwennsen, Geschäftsführerin von Fachausstellungen Heckmann. „Das hat sich seit den fünfziger Jahren eigentlich nicht verändert.“

Wenn die Infa am kommenden Sonnabend ihre Tore öffnet und 1300 Aussteller aus 40 Nationen auf 100.000 Quadratmetern bis Sonntag, 20. Oktober, ihre Produkte zeigen, will Schwennsen das böse Wort „Hausfrauenmesse“ zwar nicht mehr hören. Lieber spricht sie von einer „Verbraucherausstellung mit Trendbewusstsein“. Noch immer aber sind es Themen wie Mode, Kosmetik, Handarbeit und Inneneinrichtung, die die Messe prägen und vor allem Frauen ansprechen sollen.

Als größte deutsche Erlebnis- und Einkaufsmesse findet die Infa seit 1954 auf Hannovers Messegelände statt. Ein Blick in die Vergangenheit.

Auf der Infa lebt so manches althergebrachtes Rollenklischee offenbar weiter. Für die Frauen gibt es Mode und Kosmetik. Für die Männer Bauen und Wohnen. Beim sogenannten Mädchentag (Donnerstag, 17. Oktober) dürfen Mädchen mit Heidi Klums Catwalk-Trainer Jorge Gonzalez sprechen. Und beim Freundinnentag (Freitag, 18. Oktober) können die Erwachsenen Thomas Rath, Designer und Juror bei der PRO7-Castingshow Germany’s Next Topmodel, hautnah erleben. Es gibt Schminkberatungen, Modenschauen und Fotoshootings.

Programm

Das komplette Programm der Infa können Sie sich auf der Webseite der Messe ansehen.

Als die Infa im September 1954 in der Stadthalle das erste Mal ihre Türen öffnete, war vor allem ein Ort geschaffen, an dem Besucher sich über Neuheiten informieren konnten. Heute führt der Weg zu Produktneuheiten häufig ins Internet. „Der Handel hat sich stark gewandelt“, sagt Schwennsen. Das schlägt sich auch in den Besucherzahlen nieder. Während zu den Hochzeiten der Infa in den neunziger Jahren über 250 000 Besucher auf das Messegelände strömten, waren es zuletzt gerade einmal 190 000. Seit Jahren versucht die Infa, sich immer wieder neu zu erfinden. Denn längst ist die Verbrauchermesse kein Selbstläufer mehr.

Abhilfe sollen ausgerechnet die Konkurrenten aus dem Internet leisten. Schwennsen und ihr Team binden verstärkt die Macher von Onlineportalen sowie Mode- und Lifestyle-Blogger ein und wollen so dem Besucherrückgang die Stirn bieten. „Multichanneling“ nennt sich das dann. Die Botschaft: „Was online zu sehen ist, kann man bei uns auch offline erleben.

Beim „Mädchentag“ sollen Sissi von „Mystyleandfashion“, Chrissy von „Hello Chrissy“ und Petty von „Ooobacht“ Tipps für ein gelungenes Outfit geben. Und auch bei der Sonderschau „infa kreativ“ (Sonnabend bis Montag) zeigen über 70 Kreative Gestricktes, Genähtes und Gebasteltes – Produkte, die sonst nur im Internet über die Selbstvermarktungsplattform DaWanda erworben werden können.

„Wohlfühlatmosphäre“ ist ein Wort, das Schwennsen häufig benutzt, wenn sie beschreiben will, was die Infa ausmacht. Sie meint damit das direkte Gespräch zwischen Händler und Kunde, das Erlebnis ein Produkt auszuprobieren und in den Händen zu halten. „Im Internet kann man nicht fühlen, tasten oder schmecken“, sagt Schwennsen. Und solange das so ist, glaubt Schwennsen, habe auch eine Verbrauchermesse wie der Infa eine Zukunft. Und wer weiß, vielleicht entdeckt die ehemalige Hausfrauenmesse ja auch noch den Mann im Haushalt.

Höhepunkte im Infa-Programm

  • Sonnabend: 11 Uhr: Schauspielerin Andrea Sawatzki liest aus „Ein allzu braves Mädchen“ und spricht über Stationen ihres Lebens. Lebensart-Bühne, Halle 23
  • Sonntag: 14 Uhr: TV-Heimwerker Mick Wewers gibt Tipps im infa-kreativ-Talk. 
Halle 17
  •  Montag: 
 ganztägig: Autoren stellen bei der NDR1-Bücherwelt ihre neusten Werke vor. Lebensart-Bühne, Halle 23
  • Dienstag: 12 und 14 Uhr: Das Theater für Niedersachsen zeigt Ausschnitte aus seiner aktuellen Produktion „Shakespeares sämtliche Werke, leicht gekürzt“. Lebensart-Bühne, Halle 23
  • Mittwoch: 11, 13 und 15 Uhr: Michael Thürnau spielt mit Besuchern Bingo und mehr. Lebensart-Bühne, Halle 23
  • Donnerstag: 11.30 Uhr: Catwalk-Trainer Jorge Gonzales gibt Laufstegtipps und Autogramme. Lebensart-Bühne, Halle 23
  • Freitag: 15 Uhr: Stardesigner Thomas Rath zeigt seine Kollektionen und plaudert über neuste Trends. Lebensart-Bühne, Halle 23
  • Sonnabend: 15 Uhr: Entertainer Ross Antony lädt zum Fitnesstreffen „ LaufMamaLauf“. Halle 17
  • Sonntag: 15 Uhr: Kinderliedermacher Volker Rosin stellt seine neuen Songs vor. Halle 17
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