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Aus der Stadt Bombe in Misburg-Nord entschärft
Hannover Aus der Stadt Bombe in Misburg-Nord entschärft
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11:48 19.07.2014
Nach der erfolgreichen Evakuierung konnte die Bombe entschärft werden.
Nach der erfolgreichen Evakuierung konnte die Bombe entschärft werden. Quelle: Dillenberg
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Hannover

Bauarbeiter hatten die 125 Kilogramm schwere US-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg am Freitag an der Nienhagener Straße entdeckt. Nach dem Fund mussten am späten Abend rund 1500 Einwohner von Misburg-Nord ihre Häuser verlassen. Die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr evakuierten ab 21 Uhr in einem Radius von etwa 500 Metern um den Fundort alle Wohnungen und Häuser. Nachdem Einsatzkräfte noch einmal das Gebiet kontrollierten hatten, wurde um kurz nach Mitternacht mit der Entschärfung der Bombe begonnen. Nur eine knappe halbe Stunde später meldeten die Einsatzkräfte das Ende der Aktion: Um 0.36 Uhr war der Blindgänger erfolgreich entschärft. Beide Aufschlagzünder in der Bombe konnten vom Gehäuse gelöst werden, so dass keine Gefahr einer Explosion mehr bestand. Die Bewohner des geräumten Gebietes konnten anschließend in ihre Wohnungen zurückkehren.

In der Nienhagener Straße in Misburg-Nord ist eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Im Radius von 500 Metern musste evakuiert werden. Die Entschärfung verlief erfolgreich.

Eine Sammelstelle für Menschen ohne private Ausweichmöglichkeit wurde in der Sporthalle des Schuluzentrums Misburg eingerichtet. Feuerwehrsprecher Hartmut Meyer war vor Ort und organisierte die Aufnahme der Betroffenen. "Die Misburger sind solidarisch und helfen sich gegenseitig", lobte er die Anwesenden. Die Notunterkunft sei gut angenommen worden. Neben 120 Personen aus dem Evakuierungsbereich befanden sich auch 50 Bewohner des Seniorenzentrums Misburg in der Turnhalle. Das Seniorenzentrum musste am späten Abend ebenfalls geräumt werden.

Der Fundort der Bombe, bei der es sich um eine US-Fliegerbombe mit Aufschlagzünder handelte, lag auf dem verlassenen Gelände der Erdöl-Raffinerie Deurag-Nerag nördlich des Stichkanals in einem Waldgebiet. Inmitten dieses Waldes werden derzeit neue Häuser gebaut, offenbar wurde die Bombe bei Erdarbeiten für diese Neubauten gefunden.

Seniorenzentrum muss geräumt werden

Im Evakuierungsradius lag auch das Seniorenzentrum Misburg. Die Räumung dieser Einrichtung stellte eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte dar. Zum Zeitpunkt der Alarmierung waren nur zwei Mitarbeiter des Seniorenzentrums Misburg im Dienst, da die Bewohner in der Regel am frühen Abend zu Bett gehen. Deshalb wurden alle weiteren Mitarbeiter aus ihrer Freizeit in das Zentrum beordert, um den Senioren beim Verlassen ihrer Wohnungen zu helfen. Unterstützt wurden sie dabei vom ASB und den Johannitern, die die Senioren mit Krankentransporten in die Notunterkunft in der Turnhalle des Schulzentrums Misburg brachten.

Ebenfalls im Evakuierungsgebiet lag acuch das Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Misburg. Dort hatten sich die Mitglieder versammelt, um die offiziellen Einsatzkräften anschließend bei der Kontrolle der Wohnungen und Häuser zu unterstützen.

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Misburg haben sich vor ihrem Gebäude versammelt, um die Einsatzkräfte bei der Evakuierung zu unterstützen. Quelle: Dillenberg

Die Karte zeigt den Evakuierungsbereich um den Fundort

Fundort liegt auf vergiftetem Gelände

Misburg ist im Zweiten Weltkrieg wegen seiner vielen Industrieanlagen, wegen des Hafens und insbesondere wegen der großen Raffinerie besonders heftig von Fliegerbomben heimgesucht worden. Entsprechend viele Blindgänger werden dort immer noch gefunden. Ein Großteil des Deurag-Nerag-Geländes zwischen Mitellandkanal, Stichkanal und Anderter Straße ist derart tief im Erdreich mit Öl und Bombenresten verunreinigt, dass das gesamte Gelände seit Jahrzehnten aufgegeben ist. Dort hat sich eine busch- und waldartige Vegetation gebildet. Immer wieder gab es Pläne, das Gelände nutzbar zu machen, etwa für eine Internationale Gartenschau 2017 – doch unter anderem wegen der starken Vergiftung wurde stets Abstand genommen.

Für Hannover ist der Blindgängerfund der erste in diesem Jahr. 2013 hatte es die spektakuläre Evakuierung der Altstadt gegeben, als neben dem Historischen Museum eine Fliegerbombe gefunden worden war. Im September dann mussten wegen einer Entschärfung in Vahrenwald 14 500 Menschen ihre Häuser verlassen. Bereits im Februar waren 7500 Bewohner von Mittelfeld betroffen.

jki/frs/mic/med

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