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Aus der Stadt Hier probt Fury für die Hannover-Konzerte
Hannover Aus der Stadt Hier probt Fury für die Hannover-Konzerte
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00:17 04.03.2017
Von Uwe Janssen
Ron-Robert Zieler (hinten, Dritter von links) mit Gero Drnek (hinten von links), Christof Stein-Schneider, Christian Decker, Kai (vorn) und Thorsten Wingenfelder sowie Rainer Schumann.
Ron-Robert Zieler (hinten, Dritter von links) mit Gero Drnek (hinten von links), Christof Stein-Schneider, Christian Decker, Kai (vorn) und Thorsten Wingenfelder sowie Rainer Schumann. Quelle: Privat
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Hannover

Trompeten? Kazoos? Johann Sebastian Bach? Fragen über Fragen. Aber wenn man Großes vorhat, sind oft die kleinen Dinge entscheidend. Wie zum Beispiel das Solo im Song „Jericho“, den sieben Männer an diesem regnerischen Märzmittwoch in einer hannoverschen Turnhalle proben. Fury in the Slaughterhouse hat, um sportlich zu bleiben, für eine knappe Woche ein Trainingslager in der Swiss- Life-Hall bezogen, der ehemaligen Stadionsporthalle - und sich dafür mit dem hannoverschen Pedal-Steel-Gitarrenkönner Martin Huch verstärkt. Wie man das so macht vor großen Spielen. Die Band hat gleich drei am Stück, Heimspiele dazu: Nach einem Aufwärmgig für geladene Gäste in der Glocksee gastieren die Furys vom 10. bis 12. März in der Tui-Arena. Gerade sind wieder Karten frei geworden, weil die Bühnenkonstruktion das erlaubt. Ansonsten wird die Hütte dreimal voll sein. „Das ist ein großes Ding. Wir freuen uns riesig und sind ziemlich aufgeregt“, sagt Sänger Kai Wingenfelder.

Die hannoversche Band probt in der Gymnastikhalle der Swiss-Life-Hall für ihre Konzerte in der TUI-Arena.

Deshalb wird ausgiebig geübt. In der Glocksee, da wo alles vor 30 Jahren begann, haben die Proben begonnen, in der Herrenhausener Beat-Box ging’s weiter. In der Gymnastikhalle der Swiss-Life-Hall kann nun die Bühnengröße der Tui-Arena simuliert werden. In der Sporthalle nebenan trainieren die Bundesliga-Handballer der TSV Hannover-Burgdorf, freuen sich über die musikalischen Untermieter, man versteht sich bestens.

Prominenter Besuch von Ron-Robert Zieler

Und an diesem Vormittag schaut auch noch ein prominenter Ex-Hannoveraner rein: der frühere 96-Torwart Ron-Robert Zieler , der gerade mit seinem neuen Club Leicester City Jürgen Klopps FC Liverpool geschlagen hat, ist an seinem freien Tag auf Stippvisite an alter Wirkungsstätte. Zieler besucht sein Patenkind und dessen Vater, Hannover-Concerts-Geschäftsführer Nico Röger. Da der sein Büro nebenan hat, schaut der Gast - Ehrensache - bei seinen Fury-Kumpels rein, Mannschaftsfoto inklusive.

Doch dann geht’s wieder an die Arbeit. „Jericho“, eine typische Fury-Temponummer, ist noch gar nicht nominiert, könnte es aber, wie Thorsten Wingenfelder sagt, in die Startformation schaffen. „Aber dann müssten wir andere rauswerfen“, sagt er skeptisch. Und was die jeweils knapp 12.000 Fans in der Arena erwartet, ist ohnehin schon ein ausgedehnter Abend, vollgepackt mit Erinnerungen an drei Jahrzehnte der Band, aber auch mit neuen Songs, die auf dem in Kürze erscheinenden Best-of-Album mit dem naheliegenden Titel „30“ zu hören sind. Da sind dann bei einer fleißigen Band wie Fury auch drei Stunden für eine Karrierezusammenfassung noch zu wenig.

Aber „Jericho“ wird nach mehrmaligem Durchspielen gerade ein heißer Kandidat für die Songliste, da herrscht in der Probenhalle weitgehend Einigkeit. Deshalb wird am Backgroundgesang gefeilt und das Solo durchgesprochen, und sofort ist man, auch typisch, im Blödelmodus. Eigentlich soll es eine Trompete sein. „Kazoo“, sagt Thorsten Wingenfelder, Christof Stein-Schneider schlägt ein „Trompeten-Kazoo“ vor. „Die gibt’s gerade in Köln und Düsseldorf billig abzugeben“, sagt Gero Drnek , das musikalische Mädchen für alles - und offensichtlich auch in Karnevalsfragen bewandert. Über die Lösung „Vier Kazoos“ ist man dann plötzlich bei „12.000 Kazoos“ und „12.000 Trillerpfeifen“. Die Diskussion läuft wohl noch. Aber der Song ist ja auch noch nicht im Aufgebot.

Einigkeit, das war nicht immer die Stärke der sechs Musiker, aber mit dem Alter ist auch Milde eingekehrt - und eine neue Lust am alten Schlacht-Ross. Nach der Tui-Arena wird die Band noch eine Reihe Konzerte in ganz Deutschland geben. Ob mit Kazoo oder ohne, wird sich zeigen.

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