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Aus der Stadt Die Folgen des Bahnstreiks
Hannover Aus der Stadt Die Folgen des Bahnstreiks
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10:57 08.10.2014
Von Jörn Kießler
Am frühen Mittwochmorgen war es noch ruhig am Hauptbahnhof Hannover.
Am frühen Mittwochmorgen war es noch ruhig am Hauptbahnhof Hannover.  Quelle: Alexander Körner
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Hannover

+++ 10:53 Uhr: Das erwartete Chaos nach dem Lokführerstreik ist in Hanover ausgeblieben. Nur bei den Fernzügen kommt es vereinzelt noch zu Verspätungen zwischen 20 und 60 Minuten. Wir schließen unseren Live-Ticker – hier können Sie die Ereignisse des Morgens noch einmal nachlesen.

+++ 10:18 Uhr: Im Fernverkehr gibt es immer noch Verspätungen und vereinzelt fallen Züge aus. Der S-Bahn-Verkehr in Hannover läuft wieder reibungslos.

+++ 10:12 Uhr: Inzwischen hat sich auch die Lage auf den Straßen beruhigt. Es gibt keine Staus mehr, die direkt mit dem Bahnstreikin Verbindung stehen.

+++ 9.45 Uhr: Das befürchtete Chaos ist am Morgen nach dem Streik ausgeblieben. „Wir wissen auch, dass in der Nacht zwischen 80 und 90 Prozent Zugausfälle gewesen sind“, sagte der Vorsitzende Claus Weselsky im ARD-Morgenmagazin. „Aber die Leute haben reagiert, haben das Verkehrsmittel Eisenbahn gemieden, so dass wir am Ende des Tages einen guten Erfolg vermelden können.“

+++ 9:12 Uhr: Infolge des Streiks kam es auch bei Regiobus zu Verspätungen von bis zu zehn Minuten. Besonders betroffen seien die Busse gewesen, die auf der B3 von Pattensen nach Hannover fahren, sagte ein Sprecher. "Überfüllte Fahrzeuge hatten wir aber nicht."

+++ 8:51 Uhr: Eine wahre Odyssee hat Emiliya Maneva hinter sich gebracht: Die 24-Jährige war in frühen Morgenstunden auf dem Weg von Detmold nach Hannover. Mit dem Fernbus sollte es von Hannover aus weiter nach Magdeburg gehen. Daraus wurde nichts. Ihr Zug kam in Bad Salzuflen zum Stehen. Mit dem Schienenersatzverkehr ging es dann zunächst nach Herford. Mit anderen Bahnreisenden teilte sie sich ein Taxi nach Minden. Von dort fuhr sie mit der S-Bahn nach Hannover. Den Fernbus nach Magdeburg verpasste sie trotzdem. Die Einführungsveranstaltung zu ihrem Masterstudiengang wird nun ohne die 24-Jährige stattfinden.

+++ 8:44 Uhr: Die Schlange vor dem Infoschalter im Hauptbahnhof lichtet sich.

+++ 8:35 Uhr: Diese Züge fallen in der nächsten Stunde aus:

8:36 Uhr IC 2445 nach Dresden Hauptbahnhof
8:36 Uhr ICE 888 nach Hamburg Altona
8:55 Uhr RE 3605 Halle (Saale) Hauptbahnhof
9:23 Uhr IC 1074 Hamburg Altona

+++ 8:23 Uhr: Stau gibt es auch auf der A2 in Richtung Hannover: Zwischen dem Dreieck Hannover-West und der Anschlussstelle Hannover/Langenhagen stockt der Verkehr auf drei Kilometern Länge.

+++ 8.12 Uhr: Die Schlange vor dem Infoschalter in der Eingangshalle des Hauptbahnhofs wird immer länger. Auch Annette Boev steht an. Die 23-Jährige braucht eine Bescheinigung für ihre Berufsschule in Hildesheim. Ihre S-Bahn ist ausgefallen. Die Klausur muss sie nun nachschreiben. 

+++ 7.59 Uhr: Auch auf der A2 ist viel los. In Richtung Dortmund stockt der Verkehr zwischen Lahe und Langenhagen auf 4 Kilometern.

+++ 7.43 Uhr: Hartmut Petersen, Vorsitzender des GDL-Bezirks Nord, sprach von einer starken Streikbeteiligung und betonte die «tolle Solidarität». Etwa 80 Prozent der Züge in Norddeutschland seien zum Stehen gebracht worden. Die eine oder andere S-Bahn sei allerdings gefahren, weil viele Beamte im Einsatz gewesen seien.

+++ 7.33 Uhr: Der Verkehr steht auch auf der B6 aus Nienburg Richtung Hannover. Hier meldet die VMZ drei Kilometer Stau Am Leineufer/Ampelkreuzung Klappenburgbrücke.

+++ 7:28 Uhr: Die Folgen des Bahnstreiks machen sich nun auch auf den Straßen bemerkbar. Auf dem Messeschnellweg von der Messe Richtung Burgdorf staut sich der Vekehr zwischen AS Mittelfeld und AS Pferdeturm auf drei Kilometern wegen zu hoher Verkehrsbelastung.

+++ 7.20 Uhr: Reisende nach Berlin müssen sich auf erhebliche Wartezeiten einstellen. Verspätungen bis zu 110 Minuten sind angeschlagen. Der Grund sind hier nach Angaben der Deutschen Bahn jedoch technische Störungen (ICE 2241) sowie ein Notarzteinsatz am Braunschweiger Hauptbahnhof (ICE 541)

+++ 7.15 Uhr: Die meisten S-Bahnen fahren derzeit nur mit wenigen Minuten Verspätung. Dennoch kommt es weiter zu Zugausfällen:

8:10 Uhr S4 nach Bennemühlen

8:15 Uhr S 51 nach Seelze

+++ 7.05 Uhr: Folgende Züge im Fernverkehr fallen in der nächsten Stunde aus:

7:22 Uhr ICE 1097 nach Darmstadt

7:31 Ihr ICE 946 nach Düsseldorf

7:31 Uhr ICE 956 nach Köln

7:45 Uhr ICE 636 nach Bremen

+++ 7.04 Uhr: Der bundesweite Streik der Lokführer schränkt den Bahnverkehr auch in Niedersachsen und Bremen am Mittwoch voraussichtlich weiter ein. Seit 6 Uhr sei der Ausstand beendet - die Auswirkungen des Streiks würden aber noch bis zum Mittag zu spüren sein, sagte eine Bahnsprecherin am Mittwochmorgen. Teilweise fahren Regional- und Fernzüge aber bereits schon früher wieder planmäßig.

+++ 7.02 Uhr: Am Serviceschalter im Hauptbahnhof hatte man sich auf größeres Chaos eingestellt – das bislang jedoch ausbleibt. Für die ausfallenden Nachtzüge, zum Beispiel nach Berlin, hatte die Deutsche Bahn Ersatzbusse bereitgestellt. Wer noch auf seinen Zug wartet, wird kostenlos mit Kaffee versorgt und erhält einen Verzehrgutschein.

+++ 6.55 Uhr: Bei den S-Bahnen im Großraum Hannover werden derzeit nur wenige Minuten Verspätung angezeigt. Nach Auskunft der Deutschen Bahn fahren fast alle S-Bahnen wieder. Fahrgäste müssen jedoch weiterhin mit Verspätungen und Ausfällen rechnen. So fällt die S4 nach Bennemühlen um 7.40 Uhr aus. Ist mein Zug pünktlich?

+++ 6.40 Uhr: Die Verkäufer an den Imbissläden hatten heute morgen weniger zu tun als sonst. Offenbar haben viele Menschen umgeplant und fahren nicht mit der Bahn zur Arbeit. Eine Mitarbeiterin von crobag berichtet, dass sie ihre Ware heute schon vier Stunden früher holen konnte, weil es so leer war.

+++ 6.37 Uhr: War es am frühen Morgen noch verhältnismäßig ruhig am Bahnhof, so hasten jetzt viele Menschen zu ihren Zügen.

+++ 6.21 Uhr: So sieht es derzeit auf der Anzeigentafel am Hauptbahnhof aus. Die Informationen ändern sich jedoch ständig.

Ein Blick auf die Anzeigentafel am Hauptbahnhof Hannover Quelle: Koschorreck

+++ 6.10 Uhr: Die Bahn hat eine Liste aller Züge veröffentlicht, die am 8. Oktober ausfallen.

+++ 6.07 Uhr: Betroffen sind einige S-Bahn-Linien. Mehr als die Hälfte der Bahnen blieb in der Nacht stehen. So kommt man derzeit nicht mit der S3 nach Hildesheim. Auch die S 51 nach Seelze fällt aus. Die S5 zum Flughafen Langenhagen fährt jedoch.

+++ 6.00 Uhr: Der Streik der GDL ist offziell beendet.

+++ 5.54 Uhr: Zusätzlich zur allgemeinen Servicenummer unter 0180 6 99 66 33  hat die DB seit gestern Abend eine kostenlose Servicenummer unter 08000 99 66 33 geschaltet. Informationen bekommen Reisende auch unter www.bahn.de/aktuell  oder unter m.bahn.de .

+++ 5.50 Uhr: Noch kann niemand genau sagen, wie lange der Fahrplan der Bahn und der S-Bahnen von den Folgen des Streiks betroffen sein wird. Die Deutsche Bahn rechnet aber mit Behinderungen bis in die Mittagsstunden. Wenn Sie Berufspendler sind, planen Sie daher lieber mehr Zeit am Morgen ein. Die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen rechnet auch mit einer Überlastung der Straßen an diesem Vormittag.

+++ 5.45 Uhr: Guten Morgen, liebe Leser! An dieser Stelle informieren wir Sie heute laufend über die Auswirkungen des Bahnstreiks. Kommen Sie gut in den Tag!

Im ersten Moment ist Patricia Sopi vollkommen perplex. „Ich kann doch nicht direkt zu meiner ersten Spätschicht unpünktlich sein“, sagt die 28-Jährige und schaut noch einmal auf die Anzeigetafel am Gleis 9 des Hauptbahnhofs. Eigentlich sollte die Studentin jetzt schon im VW-Werk in Wolfsburg am Fließband stehen. Doch der Zug, der sie dorthin bringen sollte, ist ausgefallen. „Und ein Auto habe ich nicht“, sagt Sopi und macht sich auf den Weg zum Serviceschalter der Bahn. An dem Schalter vor dem Ausgang zum Ernst-August-Platz ist sie nicht die Einzige. 45 Minuten, nachdem die Mitglieder der Gewerkschaft der Lokführer (GdL) ihre Arbeit niedergelegt haben, drängen sich schon etwa 50 Reisende dort. Und auch am Mittwoch werden die Servicemitarbeiter alle Hände voll zu tun haben.

Wegen des Lokführerstreiks müssen Bahnreisende bis Mittwochmittag mit Ausfällen und Verspätungen im bundesweiten Zugverkehr rechnen. Das halten Pendler aus Hannover von dem Ausstand.

Die Bahn kritisierte die Arbeitskampfmaßnahmen als „völlig überzogen“. Sie forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der Fahrgastverband Pro Bahn meinte, der Konflikt sei aus Sicht der Bahnkunden nicht mehr nachvollziehbar. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) übte ebenfalls deutliche Kritik am erneuten Ausstand der Lokführer. „Sozialpartnerschaft bedeutet, auf der Arbeitgeberseite die Interessen des Unternehmens im Blick zu haben und auf der Arbeitnehmerseite die Interessen aller Arbeitnehmer. Wenn wir dazu kommen, dass jeder nur für seine Bedingungen streitet, dann ist das nicht, was ich unter Solidarität verstehe“, sagte Lies am Rande einer Veranstaltung in Hannover.

Das müssen Sie zum Streik wissen

Welche Verbindungen sind von dem Ausstand der Lokführer betroffen? Wo erfahre ich, ob mein Zug ausfällt? Welche Rechte habe ich als Fahrgast, wenn mein Zug verspätet ist oder ausfällt? Alle Informationen rund um den Streik haben wir für Sie zusammengestellt.

Der Vorsitzende  der Gewerkschaft der Lokführer, Claus Weselsky, hob am Dienstag hervor, dass die Streikbereitschaft der Gewerkschafter nach wie vor hoch sei. „Sie haben das an den beiden Warnstreiks gesehen. Es soll niemand darauf setzen, dass das Zugpersonal einknickt“, warnte er in einem Interview. Bei den aktuellen Aktionen handelt es sich nicht länger mehr um Warnstreiks, sondern um reguläre Streiks, die auch unbefristet ausgerufen werden können. Voraussetzung dafür ist eine Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder, die die GdL durchgeführt hat und bei der sich 91 Prozent der Mitglieder für einen Arbeitskampf aussprachen.

Etliche Bahnreisende sind von dem Streik der Lokführer betroffen. Von 21 Uhr am Dienstag bis 6 Uhr am Mittwoch wird die Deutsche Bahn bundesweit bestreikt. Auswirkungen gibt es auch in Hannover.

Die Lokführer fordern unter anderem fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Verhandlungen darüber scheiterten auch deswegen, weil die Lokführergewerkschaft für das gesamte Zugpersonal verhandeln will – also zum Beispiel auch für Zugbegleiter und Speisewagen-Mitarbeiter. Die Bahn lehnt das ab, weil dieses Personal auch von der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vetreten wird. Der GdL-Führung gehe es darum „das Terrain von Konkurrenzgewerkschaften erobern zu wollen. Dafür nimmt sie Schaden für Kunden, Mitarbeiter und Unternehmen in Kauf“, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber.

Service

Diese Rechte haben Sie als Bahnreisender, wenn Ihr Zug ausfällt oder Verspätung hat.

Mehr Fernbusse werden jedoch nicht unterwegs sein. „Die Streikankündigung war für uns zu kurzfristig, um darauf zu reagieren", sagt Bettina Engert, Sprecherin des Fernbusanbieters Flixbus. „Wir werden aber die weiteren Entwicklungen und Pläne der GdL genau beobachten und dann darauf reagieren.“ Bereits beim letzten Bahnstreik verzeichnete das Unternehmen ein deutliches Buchungsplus auf den innerdeutschen Strecken. Sollte die GdL die Drohung ihres Vorsitzenden Claus Weselsky wahr machen und in einen unbefristeten Streik gehen, würde Flixbus versuchen auch am ZOB in Hannover mehr Busse einzusetzen, um die erhöhte Nachfrage abzudecken. „Wir dürfen dann zwar keine zusätzlichen Abfahrtszeiten anbieten“, sagte Engert. „Wir würden im regulären Betrieb dann aber einfach größere oder mehrere Busse gleichzeitig einsetzen.“

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