Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Ein Programm zum Wundern
Hannover Aus der Stadt Ein Programm zum Wundern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 19.01.2014
Von Heike Schmidt
Foto: Das GOP öffnet seine „Wundertüte“.
 Das GOP öffnet seine „Wundertüte“. Quelle: Frank Wilde
Anzeige
Hannover

Eine Wundertüte lässt oft keine Alternativen zu: entweder man mag den Inhalt oder nicht. Das Gute bei der „Wundertüte“, die das GOP-Varieté seinen Besuchern für die Monate Januar und Februar anbietet, ist: Sie hält nicht nur eine, sondern mehrere Überraschungen bereit. Das Publikum hat die (Aus-)Wahl. So kann man beispielsweise Chantall (38), die mit dem eher derbem Charme einer rotzfrechen Berlinerin durch das Programm führt, lieben oder auch nicht.

Eins muss man ihr aber zugestehen – ihre Schlussnummer, bei der sie sich auf High Heels stehend so weit nach hinten verbiegt, bis sie an eine Zigarette auf ihrer eigenen Absatzhöhe heran kommt, hätten ihr wohl auch Zweifler kaum zugetraut. Vielleicht muss man sich auch erst mit ihrer rüden Klappe anfreunden – so wie Friedrich, ein Mann aus dem Publikum, den die Moderatorin als Helfer auserwählt.

Friedrich hat zunächst einen durchaus gefährlich anmutenden Job: Mit dicken Handschuhen, Helm und Friesennerz ausgestattet muss er eine Zeitung halten, die Chantall mit einer Peitsche in zwei Teile zerlegt. Danach schlägt sie mit der Peitsche noch eine Kerze aus, die sie auf seinem Helm platziert.

Es wird bunt im GOP: Seit Mittwoch stehen Künstler, Akrobaten und Artisten für eine neue Show auf der Bühne. Dafür öffnet das GOP die Varieté-Wundertüte.

Nach dieser Nummer wird sich Friedrich im Laufe des Abends wahrscheinlich über gar nichts mehr wundern, obwohl es dann noch einiges geben wird, was durchaus bewundernswert ist – beispielsweise Rosa Tyyskäs (23) Nummer im Cyr. Das ist eine Art übergroßer Hula-Hoop-Reifen, mit dem die Finnin nicht nur rasante Drehungen hinbekommt, sondern in dem sie zudem noch herumturnt. Ebenso athletisch ist Mirko Köckenberger (22) unterwegs. Der 22-Jährige zeigt auf ungewöhnliche Art und Weise, wie man seine Hosen wechseln kann, ohne ungelenk auf einem Bein herumhüpfen zu müssen. Er macht das einfach per Handstand. Das hat den Vorteil, dass die Hose gleich perfekt an Ort und Stelle rutscht.

Mit widerspenstigen Beinkleidern hat auch Jason Donald Mc Pherson (41) so seine Probleme. Auf Rollen balancierend verbiegt er sich nicht nur, sondern ist auch unendlich komisch beim Versuch, seine rutschende Hose in den Griff zu bekommen. Das dies durchaus zu einem sehr komischen Problem wird, liegt nicht nur an der wackligen Konstruktion, sondern auch an seiner Partnerin Shelly Mia Kastner (43), mit der zusammen er das Team der „Strange Comedy“ bildet. Shelly ist in dieser Nummer seine Flugbegleiterin, die stark grimassierend und durchaus tatkräftig seine Luftnummer unterstützt.

Teamwork in Vollendung zeigt auch das Duo Mai in seiner Partnerakrobatik. Yury Paulau (28) wirbelt seine Partnerin Christine Francoeur (31) gekonnt durch die Luft. Die Schwerkraft scheint beide dabei kaum zu interessieren. Gegen diese jonglieren auch Niels Seidel (37) und Malte Steinmetz (35) von „Spot the Drop“ an. Mit beleuchteten Keulen malen sie wundersame Bilder an den dunklen Bühnenhimmel, den Marie Bitaroczky (27) in einem Netz erobert. Die 27-Jährige turnt und verbiegt sich in luftiger Höhe. Den Bühnenboden zum Beben bringt hingegen Viktoria Csordas (24) aus Ungarn. Sie ist Vize-Weltmeisterin im Springseil springen und stellt schwungvoll unter Beweis, dass diese Sportart kein Mädchenkram ist.

Dass Chantall im Grunde ihres Herzens ein liebes Mädchen ist, bekommt auch Friedrich zum Schluss zu spüren. Die Moderatorin bittet ihn nochmals als Helfer auf die Bühne. Er muss sich auf den Rücken legen und eine Zigarette im Mund halten. Chantall stellt sich breitbeinig über ihn und verbiegt sich so weit nach hinten, dass sie ihm die Zigarette mit ihrem Mund abnehmen kann. Und in dem Moment zeigt sich, wozu eine große Klappe wirklich gut ist – und das wundert wirklich nicht nur Friedrich, sondern das ganze Publikum.
Die „Wundertüte“ ist im Januar und Februar im GOP-Varieté zu sehen. Inhaber von Abo-Plus-Ausweisen erhalten zehn Prozent Rabatt auf den regulären Kartenpreis auf maximal zwei Karten pro Buchung.